Zeit Online: "Solarstrom lohnt sich wieder
Die Deutschen entdecken Solarstrom neu: Im großen Stil installieren sie Solaranlagen mit Speichern. Das liegt weniger an der Politik als an stark gesunkenen Preisen."
www.zeit.de/wirtschaft/2018-08/...-klimaschutz-privatpersonen
Und zum Vergleich dazu die Handelsblatt Postille, die vor Objektivität regelrecht strahlt:
"Kohleausstieg kostet die Verbraucher Milliarden – energieintensive Branchen schlagen Alarm" (Anm.: Das sind übrigens die Branchen, die bereits Ausnahmegenehmigungen erhielten, und die deswegen eines ganz sicher nicht tun: den normalen Strompreis bezahlen)
www.handelsblatt.com/politik/deutschland/...arm/22931396.html
Das Morning Briefing versteift sich zudem auf die Aussage: "Deutschland in der Strom-Falle"
www.handelsblatt.com/meinung/...der-strom-falle/22933548.html
"Beispielsweise fehlt es nun an Stromleitungen und Speichern, um den vielen Ökostrom auch bundesweit zu nutzen. Kapazitätsprobleme könnten die Folge sein, wenn demnächst Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, warnt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Zugleich zahlen die Deutschen die höchsten Strompreise in Europa. Die würden beim Kohle-Exit bis 2040 um fast 20 Prozent steigen, ermittelt eine vom Handelsblatt zitierte Studie. Mehrkosten für die Verbraucher von 2020 an: monströse 29 Milliarden Euro."
Oha, ich wette, dass nahezu jeder Preis, egal welches Produkt und welche Preise, bis 2040 eine Preissteigerung von 20% sehen wird. Aber mit etwas Glück werden auch die Löhne und Einkommen um 20% steigen.
In der "Studie" (das ist der zuerst genannte Artikel) taucht das Wort 'Inflation' jedenfalls nicht auf. Komischerweise. Liegt vielleicht daran, dass sonst nix so dramatisch aussehen würde. ;-)
Flankiert wird das mit einem Kommentar ...
"Bei einem übereilten Kohleausstieg droht eine fatale Spirale"
www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/...rale/22929344.html
... und sogar einer nahezu dramatisch klingenden Panik Meldung: (Satire: Sie kriegen heute kein Kraftwerk kaufen, die sind knapp, gehen Sie weiter)
www.handelsblatt.com/politik/deutschland/...nQDeuYiUjFKSE-ap1
... in sogar der FDP-Pinkwart darf das Killerargument einwerfen: Arbeitsplätze
"Die Wirtschaftsminister der von einem Kohleausstieg besonders betroffenen Bundesländer mahnen, die sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen entscheide „über die Zukunft von bundesweit mehr als 800.000 Arbeitsplätzen“, so NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP)."
Wohlgemerkt: allesamt Artikel des heutigen (!) Tages. Für mich wirkt das wie Lobbyarbeit - es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Energie auch alternativ gewonnen werden kann, da muss man gegensteuern.
Ui, ui, und in diesem Sinne hat die deutsche Industrie möglicherweise dem Handelsblatt aber viel Gelegenheit gegeben, um 'objektiv' zum Thema zu 'recherchieren'. Welch bedrohliche Wirkung und welch einen Aktionismus der Ausbau der Erneuerbaren doch entwickeln kann?
Na, und zum Schluss noch etwas Handelsblatt Realsatire: "In einem gemeinsamen Positionspapier, das dem Handelsblatt vorliegt, kritisieren die energieintensiven Industrien in Deutschland, dass sie nicht direkt in der Kohlekommission vertreten sind." (Aus der "Studie")
Ja, ich denke, dass die Autobauer auch in die Kommission müssen, die über Verkehrsentscheidungen entscheidet. Oops? Sind sie bereits? Na gut, aber die Pharmaindustrie muss in die Gesundheitskommission. Oh, auch schon passiert? Die Bauern in die Kommission, die über Landwirtschaft entscheidet? Ebenfalls?
Na, nun aber: die Mafia will in die Kommission, die sich mit organisierter Kriminalität beschäftigt, schließlich sind sie daran beteiligt.
Siehste, geht doch, Realsatire. ;-)