Es geht darum, die aufgebauten und die gekauften Beteiligungen zu fokussieren.
Ein ähnliches Muster wie bei Drillisch könnte auf Dommermuths Agenda für Tele Columbus stehen. An dem Kabelbetreiber ist United Internet schon einige Zeit mit einer Sperrminorität von 25 Prozent beteiligt. Zuletzt wurde die Beteiligung auf 28 Prozent erhöht.
Verbindung zu Versatel
Tele Columbus ist nach der Übernahme von Pepcom und Primacom Nummer 3 in Deutschland. Mehr als 3,6 Millionen Haushalte erreicht der Kabel-TV-Anbieter. Nach den Übernahmen will das Unternehmen den Umsatz pro Kunde steigern. Das gelingt vor allem dadurch, dass mehr Dienstleistungen angeboten werden. Deshalb werden die Netze ausgebaut und Tele Columbus kann die Haushalte mit Breitbandinternetanschlüssen und passenden Mobilfunkangeboten versorgen. Das trägt Früchte, wenn auch im Moment noch mit geringer Dynamik. Zum ersten Halbjahr legten die Erlöse um vier Prozent zu, das Betriebsergebnis verbesserte sich um rund sieben Prozent.
Auch United Internet hat Netzkapazitäten, die in Versatel gebündelt sind. Auf Basis von eigenen Glasfasernetzen werden hier vor allem Geschäftskunden bedient. Hier gibt es sicherlich nicht nur aus technischen Aspekten heraus Synergieeffekte. Ob das Einbringen von Versatel eine Option sein kann? Es würde zumindest ins Muster passen.
Klar ist: Baut United Internet seine Beteiligung weiter aus, wird ein Übernahmeangebot fällig. Sicherlich dürfte dabei kein hohes Aufgeld geboten werden. Weil aber die Aktie von Tele Columbus weit unter den Multiplikatoren anderer Kabelbetreiber notiert, werden die Investoren antizipieren, dass Dommermuth diesen Discount heben wird.
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