FÜRTH - Neuer Name, neue Struktur: Aus der insolventen Fürther Solarfirma «Sunline» wird nach dem Einstieg der ostdeutschen «Algatec AG» die «Sunline Solar AG». Die Arbeitsplätze am Fürther «Sunline»-Firmenstandort auf dem Flugplatzgelände in Atzenhof sollen damit fürs Erste gesichert sein.
Wie berichtet, hatte die von Wolfgang Wismeth als Mehrheitsgesellschafter geführte Spezialfirma für Photovoltaik-Anlagen nach gescheiterten Geschäften in Spanien das vorläufige Insolvenzverfahren beantragen müssen. Dass nun mit der im brandenburgischen Prösen beheimateten «Algatec AG» ein wie «Sunline» auf Solarprojekte spezialisierter Partner einsteigt, bezeichnet Wismeth als «Wunschlösung». Der bisherige «Sunline»-Chef bleibt als Minderheitsgesellschafter und Vorstand seiner Firma treu.
Die Firmen-Portfolios sollen sich gut ergänzen
In die neue «Sunline Solar AG» gehen allerdings nur das Netz- und das Projektgeschäft der alten «Sunline» ein, werden Anlagevermögen und Kunden übernommen, während die so genannte Consumer-Schiene ausgegliedert wird. Von der ursprünglichen Aktiengesellschaft bleibt nur der Firmenmantel; ob es für «Sunline»-Anteilseigner noch eine Ausschüttung gibt, wusste «Algatec»-Finanzvorstand Stefan Malik nicht vorherzusagen. Der neue Investor war bis dato vor allem in den neuen Bundesländern und in Baden-Württemberg aktiv. Durch die «Sunline»-Verbindungen und den Kundenstamm hofft «Algatec», künftig auch in Süddeutschland Fuß fassen zu können. «Vor allem unser Vertrieb war hier bisher relativ schwach, deshalb hoffen wir auf Synergieeffekte», erklärt Malik.
Die Firmen-Portfolios sollen sich im Idealfall gut ergänzen: «Algatec» konzentriert sich auf mono- und polykristalline Solarmodule mit einem Wirkungsgrad zwischen 16 und 17 Prozent, der damit «deutlich über vergleichbaren Produkten aus China liegt», wie Stefan Malik und Wolfgang Wismeth unisono betonen. Zu den Kunden der bisherigen Firma «Sunline» zählt auch die Stadt Fürth. Der Solarberg und die Anlage auf dem Sozialrathaus zählen zu den Vorzeigeprojekten der Fürther Solarspezialisten, die weiterhin die Wartung für die von ihnen realisierten Solarsysteme übernehmen.
Alle 55 Arbeitsplätze in Atzenhof bleiben erhalten
Auch die Zuständigkeiten im Gewährleistungsfall sind geklärt - bisherige «Sunline»-Kunden sollen «nicht im Regen stehen», so Wismeth. Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung setzt daher nach eigenem Bekunden auch bei künftigen Sonnenenergie-Vorhaben auf Solar-Know-how aus Atzenhof. Geplant sind unter anderem Photovoltaikanlagen an den Autobahn-Ausfahrten. Hier könnte die neue Kooperation Vorteile ausspielen: Im «Algatec»-Programm, auf das auch die neue «Sunline Solar AG» Zugriff haben soll, finden sich Weltneuheiten wie die Kombination von Solarmodul und Lärmschutzwand oder Solarstrom liefernde Gewächshäuser.
Die aktuell noch 55 Arbeitsplätze in Atzenhof - einige Mitarbeiter verließen bereits kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz die Firma - werden laut Wolfgang Wismeth vollständig erhalten bleiben. Auch und gerade, weil man auf Wissen und Fertigkeiten dieser Fachkräfte in der «Sunline Solar AG» weder verzichten kann noch will.
Für 2010 rechnet Wismeth mit «deutlichem Wachstum» auf dem nach wie vor kräftig boomenden deutschen Solarmarkt. Der ostdeutsche Investor ist zudem erfolgreich auf den Solarmärkten Italiens und Spaniens vertreten.
www.nn-online.de/artikel.asp?art=1101024&kat=5&man=3
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brunneta