daher: KEINE Horror-Meldung.
Falschmeldung verunsichert Biodieselkunden
Berlin (ots) - Im Nachgang des am gestrigen Abend vom ARD Magazin
PANORAMA ausgestrahlten Beitrags, in dem über eine Untersuchung von
Rapsöl als Kraftstoff berichtet wurde, haben zahlreiche
Presseveröffentlichungen eine Meldung der dpa vom 29.06.2006
übernommen. Die Überschrift dieser Meldung spricht fälschlicherweise
von "Bedenken an Biodiesel nach Bakterienversuch". Dieser kleine
Irrtum, bei dem Rapsöl mit Biodiesel verwechselt wurde, könnte
erhebliche Konsequenzen für den Biodieselabsatz haben. Die von
PANORAMA zitierte Untersuchung der Bundesforschungsanstalt für
Landwirtschaft in Braunschweig (FAL) hat sich ausschließlich mit
reinem Rapsöl beschäftigt und nicht mit Biodiesel. Dieser wird zwar
auf Basis von Rapsöl und anderen Pflanzenölen hergestellt, hat aber
chemisch eine vollkommen andere Zusammensetzung. Besonders
interessant dabei: es gibt auch für Biodiesel entsprechende
Untersuchungen zur Mutagenität, bei denen aber festgestellt wurde,
dass die Abgaswerte im Vergleich zu konventionellem Diesel sogar
deutlich günstiger sind. Auch diese Untersuchungen wurden von der FAL
durchgeführt.
Die Untersuchung der FAL, bei der eine erhöhte Mutagenität beim
Einsatz von reinem Rapsöl in einem Motor festgestellt wurde, wird
auch von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V.
(UFOP) aufmerksam verfolgt. Bei dem genannten Versuch wurde lediglich
eine einzige Rapsölqualität in einem nicht modifizierten Motor
untersucht. Das gefundene Ergebnis sollte daher nicht verallgemeinert
werden und nicht als Grundlage für weitergehende Entscheidungen
dienen. Erforderlich sind jetzt umfangreiche ergänzende
Untersuchungen. Die UFOP begrüßt daher die Aussage des
Parlamentarischen Staatssekretärs im Landwirtschaftsministerium, Dr.
Peter Paziorek, der im Interview mit der ARD bereits angekündigt hat,
dass diese wichtigen Untersuchungen umgehend in die Wege geleitet
werden.
UFOP e.V.