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TOM-M:

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11.02.03 08:32
Die Beste Verteidigung

L-3 Communications transformiert seine geheime Militärtechnik – und verkauft sie an Zivilisten

Von Anetta Miller

Was halten Sie von dieser Produktauswahl: Sensoren für die neuesten Militärflugzeuge, Gepäck-Scanner an Flughäfen von der Größe von Kleinlastern, lebensechte, menschliche Puppen, die atmen und bluten? Wenn sich das nach einem Grabbeltisch anhört, dann zeigt das nur, wie schnell sich das Rüstungsgeschäft verändert. Und das beste Beispiel für eine Rüstungsfirma, die nach dem 11. September im Bereich innere Sicherheit tätig ist, ist vielleicht L-3 Communications, die all diese einzigartigen Hightech-Geräte herstellen.

Vor erst sechs Jahren in New York City gegründet, hat L-3 in der vergangenen Woche 4 Mrd. Dollar Umsatz für 2002 gemeldet, nur knapp hinter solchen Branchengiganten wie Lockheed Martin und Boeing. L-3s schneller Start wird im allgemeinen CEO Frank Lanza, 71, zugeschrieben, der Chef von Loral Corp. war, einem Hersteller elektronischer Kriegsführungssysteme, als das Unternehmen 1996 an Lockheed verkauft wurde. Lanza kaufte zehn von Lorals elektronischen Herstellungsbereichen, schweißte sie zusammen, fuhr die Forschungs- und Entwicklungseinheiten hoch und nannte sie L-3 (für Lanza, La Penta und Lehman Brothers). 1998 führte Lanza das Unternehmen an die Börse und jetzt  gedeiht L-3 in zwei schnell wachsenden Märkten: Hightech-Millitärausrüstung und zivile Sicherheit.

Das Unternehmen, am ehesten bekannt für seine militärischen Kommunikations- und Aufklärungssysteme, hat seinen Ruf im Krieg in Afghanistan 2001 gestärkt, als die Technologie des Unternehmens es Befehlshabern in zum Beispiel Tampa, Florida, ermöglichte, Echtzeitbilder von den Schlachtfeldern in Afghanistan zu betrachten.

Am Morgen des 11. Septembers 2001 veränderte sich Lanzas Sicht der Welt. Aus dem Fenster seines Büros im 34. Stock eines Manhattaner Hochhauses sah er die Angriffe auf das World Trade Center und in diesen Minuten wurde das Geschäft mit der nationalen Sicherheit neu definiert. „Vor diesem Morgen hat sich niemand für die innere Sicherheit interessiert,“ sagt er. „Aber auf einmal zeigte die ganze Welt Interesse.“

Als Antwort darauf, hat sich L-3 seitdem bemüht, zivile Anwendungen für seine Technologie zu entwickeln. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das Unternehmen auf den Übernahmepfad begeben und kleinere Unternehmen aus dem Bereich elektronische Kommunikation übernommen. Ein aktueller Kauf war Wescam, ein kanadischer Hersteller von standsicheren Kameras, die von der Filmbranche genutzt werden, um Action-Szenen zu filmen – also Kameras, die für den Einsatz in der Luft gut geeignet sind. Und L-3 ist einer der wenigen Anbieter dieser neuen, riesigen Gepäck-Scanner zum Einsatz an Flughäfen, deren Einsatz zur Überprüfung von aufgegebenem Gepäck vom Kongress angeordnet wurde. L-3s Version nutzt eine Technologie, die ursprünglich dafür vorgesehen war, militärische Überwachungs- und Aufklärungsphotos zu verarbeiten. Das Unternehmen produziert andere Scanner, die verborgene Waffen erkennen sollen (inklusive jener, die in menschlichen Körperöffnungen versteckt sind), die auf einer Technologie basieren, die man anbot, um Soldaten und Geheimdienstmitarbeitern zu helfen, Taliban-Kämpfer in afghanischen Höhlen aufzuspüren.

Als nächstes auf dem Programm: Sensoren, die genutzt werden, um das Gelände auf Marine-Basen zu sichern, werden adaptiert, sodass sie Atomkraftwerke und andere Wahrzeichen schützen können. Was die Puppen angeht – im Fachjargon „medizinische Simulationspuppen“ – diese wurden vom Militär eingesetzt, um mobile Sanitätseinheiten auszubilden und werden nun für den Einsatz bei zivilen, medizinischen Notfallteams und Ausbildungskrankenhäusern adaptiert. Die fortgeschritteneren zivilen Modelle, die zwischen 50.000 und 150.000 US-Dollar kosten, verfügen über einen variablen Puls, Atmungsfrequenzen, Sauerstoffgehalt im Blut, Pupillenerweiterung und andere programmierbare Ausprägungen von Krankheit und Verletzung.

Der Gepäck-Scanner, den es für 800.000 Dollar an aufwärts gibt, ist L-3s gefragtester Artikel. Er nutzt CT-Technologie, ähnlich jener, die in der Medizin eingesetzt wird, um die Dichte von Gepäckinhalten mit der verschiedener Sprengstoffarten zu vergleichen. L-3 hat den Scanner an mehr als 100 US-Flughäfen und in Österreich, Irland, Italien und Schweden installiert. Das Unternehmen hat Aufträge mindestens 450 der 2.000 Geräte zu liefern, die als notwendig erachtet werden, um die zivilen US-Flughäfen auszurüsten.

Seit dem 11. September ist der Jahresumsatz von L-3s Flughafensicherheits-Bereich von 20 auf 300 Millionen US-Dollar gestiegen. Doch der Weg dahin war nicht immer einfach. Zu Anfang haben sich Inspektoren der Bundesbehörden beschwert, dass einige der Maschinen zu viele Fehlalarme auslösen (und sogar Materialien einer bestimmten Dichte für den gefürchteten C4-Sprengstoff hielten). Verbesserungen haben seitdem die fehlerfreie Betriebszeit der Maschinen von durchschnittlich 200 auf 700 Stunden angehoben, sagt Lanza.

InVision Technologies ist bisher das einzige Unternehmen außer L-3, dass Aufträge der US-Regierung für die Flughafen-Scanner erhalten hat. InVision, mit Sitz in Newark, Kalifornien, wird ca. 625 CT-basierte Maschinen bauen. HiEnergy Technologies, aus Irvine Kalifornien, arbeitet unterdessen an einer neuen Sprengstofferkennungstechnologie, von der einige Analysten glauben, dass sie L-3 in Bedrängnis bringen könnte. „Es ist möglich, dass eine neue Technologie diejenige von L-3 überholt erscheinen lässt,“ erklärt Christopher Tavares, ein Analyst bei MetroTrading, einer Brokerfirma aus Deerfield Beach, Florida. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wird L-3 auch weiterhin neue Produkte entwickeln müssen.“

Doch im Moment ist L-3 im Vorteil; 25 Prozent seiner Umsätze kommen aus dem Bereich Inlandssicherheit. „Sie sind gut aufgestellt, um ein großes Stück des Sicherheitskuchens abzubekommen,“ sagt Tavares. Und der Kuchen ist groß. Der Kongress hat 2003 für die Inlandssicherheit 38 Milliarden US-Dollar bereit gestellt. Einiges davon wird an Unternehmen wie General Dynamics, Raytheon und Northrup gehen, die alle Sicherheitssysteme verkaufen. Doch tendieren dazu, kleinere Firmen wie L-3 damit zu beauftragen, Komponenten herzustellen, sodass, wie Lanza sagt, „wir nicht mit den Gorillas konkurrieren werden.“ Im vergangenen Jahr war L-3 bei mehreren Flughafen-Sicherheitssystemen Zulieferer für Boeing und derzeit arbeitet man mit Lockheed daran, Kommunikationsausrüstung und Anlagentechnik an die US-Küstenwache zu liefern. Im vergangenen Jahr stammten 35 Prozent von L-3s Gewinnwachstum aus Übernahmen. Doch Lanza prognostiziert, dass das interne Wachstum einen beständig steigenden Teil des Wachstums ausmachen wird und zielt auf einen Umsatz von 6 Milliarden Dollar innerhalb von fünf Jahren ab. Wenn man bedenkt, dass die Welt immer unsicherer wird, scheint das nicht unrealistisch.

Gruß, Tom
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TOM-M:

up ! o. T.

 
11.02.03 11:07
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