Die Aktien von vier Unternehmen werden in den SDax aufgenommen. Dem Lebensmittel-Lieferanten HelloFresh gelingt der Aufstieg in den MDax.
Es war spannend bis zum Schluss, doch jetzt sind die Würfel gefallen. Die Deutsche Börse nimmt zum 23. März vier Unternehmen neu in den SDax auf. Das hat der Börsenbetreiber am späten Mittwoch mitgeteilt. Veränderungen gibt es auch im MDax und im TecDax. Im Dax-Index kommt es zu keiner Neuerung.
Den Sprung in den Auswahlindex SDax für 70 kleinere Unternehmen schaffen der Möbelkonzern Steinhoff, die Adler Real Estate AG sowie das Software- und Beratungshaus SNP Schneider-Neureither. Weichen müssen dafür SGL Carbon, Dr. Hönle sowie die Heidelberger Druckmaschinen AG.
Der Büroimmobilienvermieter Godewind ersetzt im SDax dort HelloFresh. Der Lebensmittel-Lieferanten steigt in den MDax auf und ersetzt dort die Aktien von Dialog Semiconductor PLC. Das Darmstädter Technologieunternehmen Isra Vision wird im TecDAX aufgenommen, wo Dialog Semiconductor PLC ersetzt wird.
Marktkapitalisierung und Umsatz entscheiden
Die entscheidenden Kriterien für die Aufnahme in Indizes der Deutschen Börse sind die Marktkapitalisierung der frei gehandelten Aktien im Streubesitz und der durchschnittliche Börsenumsatz der vergangenen zwölf Monate. Dass Heidelberger Druckmaschinen, SGL Carbon und Dr. Hönle die entsprechenden Messlatten der Deutschen Börse reißen, hatten Analysten bei Banken schon in der vergangenen Woche erwartet.
Bei den Aufsteigern galten Godewind und Steinhoff als Favoriten. Unsicherer war jedoch, wer noch das Rennen machen würde. Neben dem Agrarhandelskonzern Baywa galten auch der Laborgerätehersteller Stratec und eben das Software- und Beratungshaus SNP Schneider-Neureither als Kandidaten.
Unter dem Crash der vergangenen Woche wegen der Sorgen um die Ausbreitung des Corona-Virus haben die Aktien der Aufsteiger unterschiedlich deutlich gelitten. Die Aktien von Steinhoff brachen um 28 Prozent ein, erholen sich aber schon wieder deutlich. Bei SNP Schneider-Neureither waren es 15,7 Prozent. Godewind hielt sich am besten mit einem Abschlag von nur 0,5 Prozent.
Godewind mit nur kurzem Gastspiel
Die Stabilität der Godewind-Aktie liegt daran, dass der Konzern vom französischen Wettbewerber Covivo übernommen wird. Covivo hat 6,40 Euro je Aktie geboten. Das hatte der Aktie im Februar zu einem Kurssprung von fast 13 Prozent auf eben diese 6,40 verholfen. Nach der Übernahme wird Godewind den SDax indes wieder verlassen und somit nur ein kurzes Gastspiel im Kleinwerteindex geben.
Der stark schwankenden Aktie von Steinhoff könnte es ähnlich ergehen. Spekulationen über eine Übernahme und eine Einigung mit Klägern haben dafür gesorgt, dass die Aktie seit Februar – trotz des jüngsten Einbruchs – um 80 Prozent in die Höhe geschossen ist.
Dennoch kostet die Aktie nur rund zehn Cent. Da Steinhoff viele Aktien im Streubesitz ausstehen hat, reicht das für den Wiederaufstieg in den SDax, den das Unternehmen erst im Dezember verlassen musste. Bevor im November 2017 der Bilanzskandal rund um den südafrikanischen Möbelkonzern bekannt wurde, lag der Kurs bei 3,40 Euro.
Mehr: Deutschlands Vorstände und Aufsichtsräte haben zuletzt nur wenige Aktien verkauft, obwohl die Börsen eingebrochen sind. Es gab sogar einige große Käufe.
Quelle: www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/...02YHrBz4nHjuiReg-ap2