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Die bekanntesten Betrugsfälle von Tippgebern
Dass es wichtig ist, mit Anlagetipps vorsichtig umzugehen, zeigt sich auch an den aufgedeckten Betrugsfällen in der jüngeren Vergangenheit. Es scheint inzwischen eine durchaus übliche Praxis zu sein, Marktmanipulationen gegen Schmiergeld zu ermöglichen. Allein 2012 hat die BaFin 250 Untersuchungen wegen Marktmanipulationen eingeleitet.
Die bekanntesten Fälle in Deutschland sind:
Markus Frick
Markus Frick war einer der beliebtesten Börsen-Gurus. Er gab mehrere Börsenbriefe heraus, hatte drei Bücher, mehrere DVDs und Audio-CDs veröffentlicht und moderierte ein wöchentliches Börsenmagazin bei N24, das sogar seinen Namen im Titel trug. Zudem bot er Seminare an. Der Selfmade-Man gab an, als gelernter Bäcker aus 100.000 DM eine Million gemacht zu haben und gründete darauf seinen Ruhm.
Inzwischen (Stand 2016) ist Markus Frick dreifach verurteilt:
Februar 2008: Frick muss Schadensersatz an einen Abonnenten zahlen
April 2011: Verurteilung wegen strafbarer Marktmanipulation in Millionenhöhe. Rund 000 Kleinanleger waren geschädigt worden.
Februar 2014: Verurteilung wegen vorsätzlicher Manipulation von Aktienkursen. Frick hatte 1,9 Millionen Euro in bar von Hintermännern erhalten und im Gegenzug drei Nebenwerte empfohlen, die diese gegen überhöhte Preise verkauften.
Alfred Maydorn
Maydorn wurde 2010 wegen Marktmanipulationen und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Er hatte sich des Scalping schuldig gemacht, also Aktien gekauft, empfohlen und anschließend abgestoßen. Auch Maydorn war eine Zeit lang Vize-Chef beim Aktionär und durfte nach seiner Verurteilung dennoch weiter Empfehlungen aussprechen.
Sascha Opel
Sascha Opel war der erste Journalist, der wegen Insiderhandels verurteilt wurde. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift Der Aktionär wurde 2002 zusammen mit einem Komplizen zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, da er durch Scalping Gewinne erzielt hatte. Dabei wurden nicht nur die Empfehlungen als kursverändernd angesehen, darüber hinaus hatte Opel auch ohne Zulassung Finanzgeschäfte abgeschlossen.
Opel gehört zu den Wiederholungstätern. Im Jahr 2012 wurde er erneut verurteilt, erneut wegen Scalping. Betroffen waren diesmal Aktien der de Beira Goldfields Inc., die durch massive Börsenbriefempfehlungen manipuliert wurde.