Nur mal ein kleiner Exkurs zum Benkoverkauf und dem damit zusammenhängenden ImmoPortfolie, da das gestern aufkam:
Stand jetzt ist bekannt, dass Jooste Bilanzjongleur war. Weiterhin ist bekannt, dass die Immos von Tochterunternehmen A gehalten wurden, und Mietverträge mit Tochterunternehmen B bestanden. Werden jetzt Mietverträge deutlich über Marktniveau abgeschlossen, tangiert das den Gewinn des Gesamtunternehmens erst einmal nicht, man kann die Bilanzen von Tochterunternehmen A aber gnadenlos aufblähen, da mittels Overrent die Ertragsbewertung der Immos nach oben schießt. Wenn jetzt ein Kaufinteressent wie Benko anklopft, bezahlt er selbstverständlich nicht den durch derartige Bilanztricksereien entstandenen "Immobilienwert", sondern setzt zur Kalkulation ortsübliche Mieten ein. Kaufpreis und Bewertung vor 12/2017 weichen dementsprechend voneinander ab, es kommt zu Abschreibungen. Das gleiche System scheint auch bei MF gelaufen zu sein, nur dass es hier nicht "linke Tasche - rechte Tasche" war, sondern "eigene Tasche - fremde Tasche". Da sollten dann die Warnlampen angehen, denn kein hochrangiger Manager wird ohne ausreichend Motivation so vorgehen. Nimmt man jetzt zu diesem Bild den kürzlich erschienenen Bericht aus Südafrika hinzu, der die ganzen Nebenfirmen der SH-Verantwortlichen aufzudröseln versucht hat, dann entsteht langsam aber sicher ein Bild, was insgesamt abgelaufen sein dürfte.
Das schöne an diesem Bild, bzw. das Licht am Ende des Tunnels: Die Stellschrauben, die damit zu drehen wären (falls es nicht noch weitere Schweinereien gab, von denen noch nichts bekannt ist), sind ziemlich klar bestimmbar, und im Zuge des MF-Chapter11-Verfahrens für alle offensichtlich geworden. Dementsprechend sind die vergangenen Wochen tatsächlich ermutigend gewesen, auch wenn sich das noch nicht im Kurs manifestiert hat.