Mal eine Frage in die Runde:
Was sollte Hamilton reiten, hier vorschnell hinzuwerfen? Sie haben sich im Vorfeld eine Strategie überlegt. Mit ihrem "Geschäftsmodell" vertreten sie zunächst "kostenlos" mögliche Geschädigte bis hin zu Kleinaktionären. Sie sind nunmal damit Provisionsjäger im Erfolgsfall. Sie haben auch keinen im Nacken, der sie zurückpfeifen würde. Ich unterstelle Hamilton mal, daß da keine Klappspaten, Hazardeure und Gurkenheinis arbeiten. Deren Argumentationskette ist mindestens aus deren Sicht schlüssig und sie sind bislang davon ausgegangen, daß die, welche sie vertreten, unfair behandelt werden. Und für die (und somit am Ende für sich selbst) wollen sie mehr rausholen). Im Grunde kann das eine valide Sichtweise sein. Anders als bei Tekkie Town, die scheinen mir etwas kopflos und von persönlichen Motiven getrieben.
Sie haben da draußen inzwischen einen Ruf zu verlieren. Sie müssen das durchstehen, allein, damit sie alles versucht haben. Dann waren andere Schuld, daß kaum was bei rüberkommt. Ich denke, sie stehen tatsächlich voll hinter dem, was sie beklagen. Daher ist Hamilton nicht als trotziges Kind im Sandkasten zu sehen, sondern ein getriebener Vertreter von Geschädigten, der gar nicht anders kann als durchzuziehen. Nur wenn sie bis zum bitteren Ende auf ihrem Weg bleiben, können sie -egal, ob gestoppt durch richterliche Entscheidung oder der Erkenntnis purer Ausweglosigkeit- zum Schluß sagen, sie hätten alles versucht, aber schließlich hätten sie die Verantwortung gehabt, wenigstens einen kleinen Teil für ihre Klienten mitzunehmen, weshalb man dann nicht habe weitermachen können, was der Annahme des jetzigen Angebots entsprechen würde.
Sonst verlieren die ihr Gesicht und das werden sie nicht tun. Die von Steinhoff zugrunde gelegte Bewertung und Einteilung der Klassen würde wohl jeder, der nicht ganz vorne dabei ist, als mindestens stark verschoben betrachten. Offenbar kann Steinhoff das so machen und hart am Wind segeln. Die sind sich recht sicher. Hamilton sieht es eben anders.
Sie werden nicht einfach einknicken (können), sie werden auch nicht mal eben alles fallen lassen (können) und somit werden sie aus Sicht der anderen Parteien der Verfahren sowie der wartenden Aktionäre -wie wir hier welche sind- eine Hämorrhoide am Hintern bleiben (was denen egal ist, denn es ist nichts persönliches). Ob das gefällt oder nicht, aber sie vertreten eine eigene und andere Ansicht. Ich finde es auch suboptimal, aber es ist legitim, daß sie die aus ihrer und ihrer Klientels Sicht unfaire Art der Behandlung seitens Steinhoff anprangern. Setzt sich Steinhoff argumentativ durch und kann weitermachen, haben sie ein dickes offizielles Brett mehr im Rücken. Das muß kein Nachteil sein.
Natürlich nur meine unmaßgebliche Meinung!