Sparen mit guter Bonität


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Sparen mit guter Bonität

 
09.02.02 22:00
Neue Kreditvergaberichtlinie der EU birgt auch Chancen

Berlin - Durch die neue EU-Kreditvergaberichtlinie Basel II können Unternehmen ihre Zinsbelastung um bis zu 15 Prozent senken, wenn sie eine ordentliche Bonität vorweisen, und somit bei der Bewertung durch ihre Bank (Rating) eine Stufe aufsteigen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Die neue Richtlinie tritt 2005 in Kraft. Immer mehr Banken wenden diese Verordnung bereits in Teilen heute schon an und haben die Risikoprämien für Kunden mit niedriger Bonität deutlich nach oben geschraubt.

Hintergrund der EU-Verordnung Basel II: Sie sieht vor, das bei der Kreditvergabe durch Banken zu unterlegende Eigenkapital nicht mehr pauschal mit acht Prozent der Kreditsumme zu veranschlagen, sondern zusätzlich das im Rating zum Ausdruck kommende Risiko des Kreditausfalls zu berücksichtigen. Dieses System der so genannten "risikoadjustierten Eigenkapitalausstattung" wird sich unmittelbar auf die vom Kreditnehmer zu tragenden Zinsen auswirken.

Jedes Unternehmen wird deshalb in Zukunft bei der Beantragung eines Kredites bestrebt sein, das einmal erzielte Rating zu verbessern oder zumindest beizubehalten, um nicht mit einer Verteuerung des Kredits konfrontiert zu werden. Die relevanten Hebel zur Verbesserung des Ratings zielsicher zu steuern, wird sich also bezahlt machen. Der Vize-Präsident der deutschen A.T. Kearney in Düsseldorf, Theo Klein, glaubt deshalb, dass "in Zukunft das Rating eines Unternehmens die Höhe der Kreditzinsen entscheidend beeinflussen" wird.

Bei Industrieanleihen ist das Prinzip nicht neu. In ihrer Studie untersuchten die Berater von A.T. Kearney auf der Grundlage der Ratingsystematik der Agenturen Standard & Poor's und Moody's, ob für Industrieanleihen identischer Ausstattung ein statistisch nachprüfbarer Zusammenhang zwischen der Höhe der Zinsbelastung und dem Rating besteht. Ergebnis: Die Zinsbelastung erhöht beziehungsweise verschlechtert sich um 15 Prozent, wenn ein Unternehmen im Rating um eine Position herab- oder heraufgestuft wird.

Von besonderer Bedeutung für die Finanzierungskosten sind, so A.T. Kearney, maßgeblich weiche und harte Faktoren eines Unternehmens. Fazit der Berater: Wer diese aktiv gestaltet und dadurch ein besseres Rating erzielt, kann seine Finanzierungskosten drastisch senken.

Die Faktoren, um die es den Banken insbesondere geht: Neben quantitativen Unternehmenskennzahlen wie Höhe und Entwicklung der Kapitalrendite, Umsatzwachstum, Marktposition und Marktentwicklung spielen auch qualitative Faktoren eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel Managementqualität, Aussagefähigkeit und Zeitnähe des Berichtwesens, Investor Relations oder die Frage, ob und wie Nachfolgeregelungen getroffen wurden. "An diesen Punkten sollten Unternehmen jetzt arbeiten, um ihr Rating systematisch zu verbessern", empfiehlt Klein.

Dass sich das lohnt, zeigt ein Beispiel: Bei einer Kreditsumme von einer Milliarde Euro und einem Zinssatz von acht Prozent würde eine bessere Einstufung beim Rating eine Zinssenkung auf 7,77 Prozent und damit eine Kosteneinsparung von 2,25 Millionen Euro pro Jahr bedeuten.
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