Tach,
mich hat gerade der Schlag getroffen. Meine Geschwister und ich haben jeweils einen Sparbrief von 4% p.a. bei der Reithinger Privatbank.
Eben habe ich gerade gelesen, dass die Bank vor dem Aus steht - s.u..
Meine Frage, wie verhält man sich jetzt als Kunde? Die Sparbriefe haben noch eine Laufzeit von ca. 2 Jahren und es ist eigentlich keine Kündigung möglich.
Frage 1: Muss ich um mein Geld bangen, oder aber ist es durch Einlagensicherung abgesichert, wie gehe ich vor? Der Höchstbetrag für die Einlagensicherung leigt bei 20.000€, da liegen wir gerade so drunter.
Frage 2: Wie kann ich küngigen, bzw. wie komme ich vorzeitig aus dem Vertrag raus?
HANDELSBLATT, Freitag, 28. Juli 2006, 15:27 Uhr
Reithinger und DBVI
Doppelte Pleite
Von Sonia Shinde
Heiß hergehen wird es am heutigen Freitag im Konferenzzentrum München – und das nicht nur wegen des Wetters. Grund ist die Hauptversammlung der Deutschen Beamtenvorsorge Immobilien Holding (DBVI). Die drohende Schließung der Privatbank Reithinger bringt auch sie in die Bredouille.
FRANKFURT. Auf dem Aktionärstreffen muss der Vorstandschef des Fondsinitiators, Alexander Seebacher, einen „Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals“ verkünden. Doch für Anlegerschützer ist das noch nicht einmal die halbe Wahrheit. „Das Eigenkapital ist größten Teils weg, aber in den Fonds ticken noch ganz andere Zeitbomben“, sagt Medard Fuchsgruber, Sprecher der Aktionsgemeinschaft Fonds-Geschaedigte. Bereits im Juni musste die DBVI ihre Immobilien drastisch abwerten. Es sei ein Verlust von 23 Mill. Euro eingetreten, das Grundkapital von 57,8 Mill. Euro auf weniger als die Hälfte geschrumpft, heißt es in einer Mitteilung. Doch Insidern schwant Schlimmeres: Sie rechnen mit einem Restkapital von weniger als neun Mill. Euro. Grund: Neben Immobilien hat der von der DBVI aufgelegte Deutschlandfonds massiv in Inhaberschuldverschreibungen der Privatbank Reithinger (PBR) investiert. Insgesamt rund 20 Mill. Euro, bestätigte DBVI-Sprecher Bernhard Maier.
Doch Reithinger ist selber ins Trudeln geraten. Wie das Handelsblatt berichtete, will die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der Singener Privatbank die Lizenz entziehen. Dann ist das Geld aus den Inhaberschuldverschreibungen futsch. Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken deckt diese Art von Wertpapieren nicht, zudem ist die Privatbank schon vor Jahren aus der Sicherungseinrichtung rausgeflogen.
Auch der Europäische Einlagensicherungsfonds, in dem jedes Geldhaus zwangsweise Mitglied ist, springt für die Papiere nicht ein. Er deckt ohnehin nur Einlagen bis maximal 20 000 Euro ab. Wer mehr als diese Summe bei Reithinger liegen hat, hat Pech gehabt.
In Singen am Bodensee stehen die Menschen seit Ende letzter Woche Schlange vor den Türen der Privatbank. Sie fürchten um ihr Erspartes. Doch der neue Geschäftsführer Herbert Sternberg rückt Einlagen vor Fälligkeit nicht raus. „Vertrag ist Vertrag“, sagt er. Von einer Panik bei den Kunden habe er nichts bemerkt. Reithinger schrieb bereits in den Jahren 2003 und 2004 Verluste in Höhe von rund 2,7 Mill. Euro beziehungsweise 1,3 Mill. Euro. Auch für 2005 wird mit einem Verlust gerechnet. Sternberg bestätigte die roten Zahlen. Sie stammten aber nicht aus dem operativen Geschäft, sagte er. Er prüfe die Engagements der Bank.
Schon lange warnt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) vor den Banden zwischen Bankhaus und Beamtenvorsorge. „Bei einer Insolvenz der Bank dürfte auch die DBVI pleite sein“, sagt SdK-Sprecher Martin Arendts. Anlegerschützer Fuchsgruber vermutet ein modifiziertes Schneeballsystem: Reithnger finanzierte Kredite für Kleinanleger, die investierten unter anderem in die Deutschland-Fonds, die die DBVI auflegte. Die wiederum kauften Inhaberschuldverschreibungen der Bank.
Fussball- Grüße
Boxenbauer
mich hat gerade der Schlag getroffen. Meine Geschwister und ich haben jeweils einen Sparbrief von 4% p.a. bei der Reithinger Privatbank.
Eben habe ich gerade gelesen, dass die Bank vor dem Aus steht - s.u..
Meine Frage, wie verhält man sich jetzt als Kunde? Die Sparbriefe haben noch eine Laufzeit von ca. 2 Jahren und es ist eigentlich keine Kündigung möglich.
Frage 1: Muss ich um mein Geld bangen, oder aber ist es durch Einlagensicherung abgesichert, wie gehe ich vor? Der Höchstbetrag für die Einlagensicherung leigt bei 20.000€, da liegen wir gerade so drunter.
Frage 2: Wie kann ich küngigen, bzw. wie komme ich vorzeitig aus dem Vertrag raus?
HANDELSBLATT, Freitag, 28. Juli 2006, 15:27 Uhr
Reithinger und DBVI
Doppelte Pleite
Von Sonia Shinde
Heiß hergehen wird es am heutigen Freitag im Konferenzzentrum München – und das nicht nur wegen des Wetters. Grund ist die Hauptversammlung der Deutschen Beamtenvorsorge Immobilien Holding (DBVI). Die drohende Schließung der Privatbank Reithinger bringt auch sie in die Bredouille.
FRANKFURT. Auf dem Aktionärstreffen muss der Vorstandschef des Fondsinitiators, Alexander Seebacher, einen „Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals“ verkünden. Doch für Anlegerschützer ist das noch nicht einmal die halbe Wahrheit. „Das Eigenkapital ist größten Teils weg, aber in den Fonds ticken noch ganz andere Zeitbomben“, sagt Medard Fuchsgruber, Sprecher der Aktionsgemeinschaft Fonds-Geschaedigte. Bereits im Juni musste die DBVI ihre Immobilien drastisch abwerten. Es sei ein Verlust von 23 Mill. Euro eingetreten, das Grundkapital von 57,8 Mill. Euro auf weniger als die Hälfte geschrumpft, heißt es in einer Mitteilung. Doch Insidern schwant Schlimmeres: Sie rechnen mit einem Restkapital von weniger als neun Mill. Euro. Grund: Neben Immobilien hat der von der DBVI aufgelegte Deutschlandfonds massiv in Inhaberschuldverschreibungen der Privatbank Reithinger (PBR) investiert. Insgesamt rund 20 Mill. Euro, bestätigte DBVI-Sprecher Bernhard Maier.
Doch Reithinger ist selber ins Trudeln geraten. Wie das Handelsblatt berichtete, will die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der Singener Privatbank die Lizenz entziehen. Dann ist das Geld aus den Inhaberschuldverschreibungen futsch. Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken deckt diese Art von Wertpapieren nicht, zudem ist die Privatbank schon vor Jahren aus der Sicherungseinrichtung rausgeflogen.
Auch der Europäische Einlagensicherungsfonds, in dem jedes Geldhaus zwangsweise Mitglied ist, springt für die Papiere nicht ein. Er deckt ohnehin nur Einlagen bis maximal 20 000 Euro ab. Wer mehr als diese Summe bei Reithinger liegen hat, hat Pech gehabt.
In Singen am Bodensee stehen die Menschen seit Ende letzter Woche Schlange vor den Türen der Privatbank. Sie fürchten um ihr Erspartes. Doch der neue Geschäftsführer Herbert Sternberg rückt Einlagen vor Fälligkeit nicht raus. „Vertrag ist Vertrag“, sagt er. Von einer Panik bei den Kunden habe er nichts bemerkt. Reithinger schrieb bereits in den Jahren 2003 und 2004 Verluste in Höhe von rund 2,7 Mill. Euro beziehungsweise 1,3 Mill. Euro. Auch für 2005 wird mit einem Verlust gerechnet. Sternberg bestätigte die roten Zahlen. Sie stammten aber nicht aus dem operativen Geschäft, sagte er. Er prüfe die Engagements der Bank.
Schon lange warnt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) vor den Banden zwischen Bankhaus und Beamtenvorsorge. „Bei einer Insolvenz der Bank dürfte auch die DBVI pleite sein“, sagt SdK-Sprecher Martin Arendts. Anlegerschützer Fuchsgruber vermutet ein modifiziertes Schneeballsystem: Reithnger finanzierte Kredite für Kleinanleger, die investierten unter anderem in die Deutschland-Fonds, die die DBVI auflegte. Die wiederum kauften Inhaberschuldverschreibungen der Bank.
Fussball- Grüße
Boxenbauer