Wie man die Welt von Sonntag an sehen sollte
Von Lyndon LaRouche
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Ein neues heidnisches Pantheon
Ökumene
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Schon Ende 1974, Anfang 1975, als Henry Kissinger Außenminister der USA war, befaßte sich unsere politische Vereinigung mit einer strategischen Option der USA, die als "Syndrom des abtrünnigen Verbündeten" bezeichnet wurde. Damit war das Szenario gemeint, daß Israel sich von der anglo-amerikanischen "Leine" losreiße und einen Krieg gegen ein oder mehrere benachbarte arabische Länder anfinge. Dann würden die Urheber dieses "vorbeugenden" Krieges im "abtrünnigen Verbündeten" Israel die Amerikaner praktisch auffordern: "Wir haben den Krieg angefangen, jetzt müßt ihr ihn ausfechten!"
Die Gefahr eines solchen "abtrünnigen Verbündeten" ist im Laufe der 80er Jahre angewachsen. Um einen israelischen Angriff auf den Irak zu verhindern, rekrutierte die britische Monarchie 1990 US-Präsident George Bush dafür, einen Krieg gegen den Irak zu beginnen, um eine tödliche Kettenreaktion nach einem direkten israelischen Angriff auf den Irak zu vermeiden.
Gegenwärtig erleben wir eine ähnliche Situation. Die derzeitige Lage in Afghanistan ist ein Resultat dieser seltsamen, tödlichen Logik. Wahnsinnige wie Richard Perle und seine Kumpane wollen die USA zwingen, entweder selbst den Irak zu zerstören oder das Risiko in Kauf zu nehmen, daß ein "abtrünniger Verbündeter" Israel einen großen Krieg auslöst, den die Amerikaner oder Europäer nicht mehr kontrollieren könnten. Von daher rühren die gegenwärtigen Auseinandersetzungen innerhalb der Bush-Administration um alle damit direkt verbundenen Fragen.
Mit dem gegenwärtigen Zustand wachsender Spannungen zwischen der Regierung Bush in den USA und der Führungsspitze des israelischen Militärs hat die Weltlage den leicht entflammbaren Zustand erreicht, wo so etwas wie das alte "Syndrom des abtrünnigen Verbündeten" aus den 70er Jahren nicht mehr als unwahrscheinlich zu betrachten ist.
Ein plötzlicher israelischer Angriff auf den Irak erfüllte heute die Bedingungen für ein solches Syndrom. Es gibt allerdings noch andere Optionen, die den gleichen Zweck erfüllten. Es geht nicht um den Irak an sich; es geht darum, daß man eine oder mehrere geeignete Nationen als Zielscheibe aussucht, um auf diesem Weg einen großen Krieg zu provozieren. Unter den gegenwärtigen Umständen - der Kombination aus größtem Währungs- und Finanzzusammenbruch der Menschheitsgeschichte, Verzweiflung und Massenwahn an der Spitze der Finanzwelt sowie zusätzlichen Spannungen nach den Terrorangriffen auf New York City und die amerikanische Hauptstadt - haben wir die Schwelle erreicht oder schon überschritten, wo vorher undenkbare, rein hypothetische strategische Szenarien plötzlich wahrscheinlich, wenn auch noch nicht unausweichlich werden.
Was den Kampfschauplatz Nahost in der Weltpolitik so entscheidend macht, ist nicht der bedauernswerte Geisteszustand einer mutmaßlichen Mehrheit der heutigen Israelis. Der wesentliche Faktor ist der eher ganz geistlos zu nennende Zustand einer Masse verrückter "Bibelpropheten" in den USA und unter den Untertanen Königin Elisabeths II. im Vereinigten Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland und anderswo. Ich verweise auf die Zigmillionen schwachköpfigen Amerikaner, die sich von dem ultrarechten Fernsehprediger Pat Robertson weismachen lassen, ein vom Nahen Osten ausgehender weltweiter Holocaust sei "Gottes Wille".
Dennoch ist es eine Tatsache, daß diese Millionen schwachköpfiger Bibelverkäufer ebensowenig die eigentliche Gefahrenquelle bilden wie die relative Handvoll jüdischer Siedler im Nahen Osten. Die eigentliche Gefahr geht von jenen zahlreicheren und einflußreicheren Kräften aus, die solche armseligen Spinner wie diese "Bibelverkäufer" ermuntern, mit Zündhölzern zu hantieren, die sich dann als Kernwaffen erweisen könnten. Dieses größere Problem findet man auch bei anderen "christlichen Kirchen" (jenseits der Anhängerschar von Robertson & Co.), und zwar bei solchen religiösen Einrichtungen oder Fraktionen, die sich kollektiv gegen die ökumenische Friedensmission von Papst Johannes Paul II. stellen.
Ich habe mich kürzlich in meinem Radiointerview bei Jack Stockwell zusammenfassend mit diesem Thema befaßt. (Das Interview ist im englischen Original abrufbar auf der Internetseite larouchein2004.com) Es ist ein Thema, dem ich und meine Freunde seit nunmehr über einem Vierteljahrhundert große Aufmerksamkeit widmen. Jetzt wende ich mich ihm erneut zu, indem ich diesmal mit dem Finger auf die Schande vieler führender Kreise in zumindest nominell christlichen Kirchen weise.
Ein neues heidnisches Pantheon
Typisch für die Wurzel des breiteren Problems in den Kirchen allgemein ist zunächst der Einfluß des vernunftfeindlichen Immanuel Kant, der einer Unterwanderung nominell christlicher Kirchen durch die existentialistischen Lehren von Friedrich Nietzsche, Aleister Crowley und ähnlichen pro-satanischen Einflüssen den Weg ebnete.
Eine immer stärkere Obsession mit "Einzelthemen" - z.B. sind viele Anhänger einer rassistischen Südstaatenideologie und Verfechter der Todesstrafe zugleich leidenschaftliche Abtreibungsgegner - ist eine vorherrschende Variante der flutartigen Verbreitung neuer heidnischer Kulte in- und außerhalb kirchlicher Organisationen. Typisch ist weiterhin die Anfälligkeit für die wirklich üble Denkweise von Kantianern wie dem Nazi-Professor Martin Heidegger, seiner Freundin Hannah Arendt, Theodor Adorno, dem Heidegger-Gefolgsmann Jean-Paul Sartre und anderen Propheten des kultischen Existentialismus, der heute die philosophische Lehre an westlichen Universitäten beherrscht.
Dieses pantheonische Neuheidentum zeigt sich gegenwärtig am stärksten im Nachbeten der hartnäckige Lehre Kants, es gäbe keine wißbare Wahrheit. Die Ausbreitung dieser Lehre war das wichtigste Vehikel zur Erzeugung des Nietzsche-freundlichen, neuromantischen Nazi-Kults in Deutschland, wie ihn der geistige Vater des Franzosen Jean-Paul Sartre, Martin Heidegger, als Professor im Dritten Reich lehrte. Das gleiche lehrten die Existentialisten Karl Jaspers und die Kreise um Arendt und Adorno in den USA. Im letzten Vierteljahrhundert verbreitete sich dieser existentialistische Sektenglaube in einer radikal positivistischen Form an den öffentlichen Schulen und führenden Universitäten Amerikas. Unsere öffentlichen Schulen verkommen mehr und mehr zu einer Art pseudodemokratischer" Saturnalien, wo die herrschenden positivistischen Mänaden kreischen: "Es gibt keine Wahrheit, es gibt nur Meinungen."
Dies Ableugnen der Existenz von Wahrheit durchdringt unser heutiges, korruptes Rechtswesen in den USA. Es durchdringt auch unsere Kirchen aller nominellen Konfessionen. Oft drückt es sich darin aus, daß ein oder mehrere doktrinäre Einzelthemen als Meinung an die Stelle wahren Christentums gesetzt werden. Dieses Phänomen trägt wesentlich dazu bei, daß die Welt in einen großen Krieg, möglicherweise sogar ein globales finsteres Zeitalter abzudriften droht. Wer sich der Lehre der Existentialisten anschließt, es gäbe keine erkennbare Wahrheit, nur deduktive Argumente, muß eindeutig als Nichtchrist eingestuft werden, egal welcher Konfession er sich zugehörig erklären mag. Ist dieser existentialistische Einfluß erst einmal in die führenden religiösen Einrichtungen eingedrungen, so ist eine bestimmte Konsequenz unausweichlich.
Das heidnische antike Rom suchte eine Lösung des Problems, wie man ein Reich verwaltet, das sich aus Untertanen mit zahlreichen axiomatisch unterschiedlichen religiösen oder religionsähnlichen Glaubensstrukturen zusammensetzte. Die Religion wurde zu einer Ansammlung permanenter Karnevals-Unterhaltungsprogramme herabgewürdigt, die unter einem großen Zelt namens "Pantheon" nebeneinander angeordnet waren. Die Funktion des römischen Kaisers wurzelte deshalb in seiner Rolle als "Pontifex Maximus", als oberster sakraler Gesetzgeber. Diese Organisation legal tolerierter religiöser Kulte in einem Pantheon bildete den Kern des römischen Rechts und des Römischen Reiches als Rechtsinstitution.
Dies war kennzeichnend für alle bekannten Reiche im Nahen Osten und in einem Griechenland, das unter den Olymp- und Apollo-Kulten bis an die Grenze der Selbstzerstörung korrumpiert wurde. Die wesentliche Funktion des Pantheons war immer die, eine Herrschaft über die unterworfenen Völker zu begründen und zu erhalten, indem man die Anhänger der verschiedenen Kulte gegeneinander ausspielte. Wer die Bedingungen des Kaisers - u.a. bestimmte vorgeschriebene Anpassungen im Glaubenssystem - erfüllte, der konnte als legaler Kult im Reich anerkannt werden, wie es z.B. bei der jüdischen Hierarchie in Judäa unter Pontius Pilatus, dem Schwiegersohn des Kaisers Tiberius, der Fall war.
In einem Pantheon ist die legalisierte, völlig willkürliche Meinung jedes Kultes als doktrinäre Autorität des Kults über seine Mitglieder anerkannt - nach dieser pantheonischen Doktrin des römischen Rechts wurde der Justizmord an Jesus Christus ausgeführt. Die Kulte stehen immer bereit, gegeneinander Religionskriege zu führen, wenn es der imperialen Macht gefällt, sie auf irgendeinem Schlachtfeld aufeinanderzuhetzen. Eben darauf zielt der abartige Eifer Zbigniew Brzezinskis für einen "Zusammenstoß der Zivilisationen" zwischen dem Islam und dem Westen.
Das ist der Schlüssel zu der Israel zugedachten Rolle in Szenarien vom "abtrünnigen Verbündeten".
So sieht das antike imperiale Spiel der pantheonischen Religion aus, das heute wieder gespielt wird. Auch heute besteht der einzig wirksame Weg zur Begründung eines Weltreichs darin, anerkannte religiöse Glaubensrichtungen auf den rechtlichen Status konzessionierter Einrichtungen eines Pantheons zu reduzieren. Das wesentliche Resultat ist eine imperiale Militärstrategie, die darauf gründet, Kulturen und Kulte inner- und außerhalb des existierenden imperialen Pantheons gegeneinander auszuspielen. Der oft wiederholte Unterang großer Reiche in einem finsteren Zeitalter ist üblicherweise die gesetzmäßige Folge des Versuchs, eine imperiale Rolle auf ein so von oben verwaltetes Pantheon zu stützen - so wie dies heute geschieht.
Der Einfluß von Kants Leugnen der Existenz von Wahrheit bildet den Kern des entsprechenden heutigen weltweiten Problems. Das Studium von Kants Argument und Einfluß als Modell für verschiedene Formen des Existentialismus wie dem des Nazis Martin Heidegger, ist auch eine wirksame Anleitung, um zu studieren, wie der Empirismus mehr oder weniger unvermeidlich in Feindseligkeit gegenüber der Wahrheitsliebe mündet.
Ökumene
Die weltweit anerkannte führende Stimme gegen eine Degeneration der Religion in ein neues Pantheon ist Papst Johannes Paul II. In allem, was ich von seinen Äußerungen und Handlungen in dieser Beziehung beobachtet habe, fand ich nichts, was mit meiner eigenen ökumenischen Weltsicht nicht völlig übereinstimmte. Bisher hängt die Hoffnung auf Frieden weitgehend am Faden seines geschwächten Körpers.
Meine eigenen langjährigen philosophischen Argumente drücken auf komplementäre, doch breiter anwendbare Weise die gleiche ökumenische Methode in der gegenwärtigen Weltlage aus. Ich habe meine Ansicht über die Frage des religiösen Glaubens in der zweiten Hälfte meines jüngsten Interview mit Jack Stockwell zusammengefaßt. Jack bat mich darum, weil er und andere wissen, wieviel praktische Arbeit ich neben der literarischen in dieser Sache über die Jahrzehnte geleistet habe.
Um es ganz kurz zu machen. Ich glaube wie Platons Sokrates und wie Moses Mendelssohn an das wirksame Prinzip der Wahrheitsliebe. Ich habe wie Mendelssohn meinen eigenen Glauben, aber ich denke auch ökumenisch. Ich glaube, daß wir anderen die Wahrheit über uns selbst und über unseren Glauben sagen müssen. Wenn jemand sagt, sagen Sie mir ganz kurz und einfach, "Wie haben Sie Jesus Christus erkannt?", dann antworte ich: "Ich war dabei, als die Gemeinde sich versammelte, um J.S. Bachs Vertonung der Matthäus-Passion zu erfahren." Dann kann ich sagen, wie ich es in den letzten Jahrzehnten vielfach wahrheitsgemäß gesagt habe: "Trauen Sie mir, denn ich glaube an die Wahrheit. Arbeiten wir heute, vereint in der Verehrung des gleichen Erkenntnisprinzips der Wahrheitsliebe - denn sie ist das Kennzeichen aller experimentell bewiesener Entdeckungen universeller physikalischer Prinzipien - , zusammen an der Lösung der gemeinsamen Probleme und Ziele der ganzen Menschheit." Tun Sie, was ich tue, so wie Johannes Paul II. tut, was er tut.
Der Kern der Wahrheit ist, daß wir alle Menschen sind und als Mitglieder dieser nach dem Abbild des Schöpfers dieses Universums geschaffenen einzigartigen Gattung einander lieben sollen. Es gibt kein Problem, das nicht durch die Anwendung des sokratischen Prinzips der Wahrheitssuche mittels Erkenntnis lösbar ist. Unsere verlogenen Massenmedien mögen anderer Ansicht sein als ich, aber das war meiner lebenslangen Erfahrung nach bei eingefleischten Lügnern immer so.
Wer diese ökumenische Methode ablehnt, der wird die furchtbare Strafe erleiden müssen, die er über sich und seinen ganzen "Stamm" bringt - so wie die untergegangenen Reiche der Vergangenheit ihr Verderben durch ihre eigene Torheit über sich brachten.
Von Lyndon LaRouche
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Ein neues heidnisches Pantheon
Ökumene
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Schon Ende 1974, Anfang 1975, als Henry Kissinger Außenminister der USA war, befaßte sich unsere politische Vereinigung mit einer strategischen Option der USA, die als "Syndrom des abtrünnigen Verbündeten" bezeichnet wurde. Damit war das Szenario gemeint, daß Israel sich von der anglo-amerikanischen "Leine" losreiße und einen Krieg gegen ein oder mehrere benachbarte arabische Länder anfinge. Dann würden die Urheber dieses "vorbeugenden" Krieges im "abtrünnigen Verbündeten" Israel die Amerikaner praktisch auffordern: "Wir haben den Krieg angefangen, jetzt müßt ihr ihn ausfechten!"
Die Gefahr eines solchen "abtrünnigen Verbündeten" ist im Laufe der 80er Jahre angewachsen. Um einen israelischen Angriff auf den Irak zu verhindern, rekrutierte die britische Monarchie 1990 US-Präsident George Bush dafür, einen Krieg gegen den Irak zu beginnen, um eine tödliche Kettenreaktion nach einem direkten israelischen Angriff auf den Irak zu vermeiden.
Gegenwärtig erleben wir eine ähnliche Situation. Die derzeitige Lage in Afghanistan ist ein Resultat dieser seltsamen, tödlichen Logik. Wahnsinnige wie Richard Perle und seine Kumpane wollen die USA zwingen, entweder selbst den Irak zu zerstören oder das Risiko in Kauf zu nehmen, daß ein "abtrünniger Verbündeter" Israel einen großen Krieg auslöst, den die Amerikaner oder Europäer nicht mehr kontrollieren könnten. Von daher rühren die gegenwärtigen Auseinandersetzungen innerhalb der Bush-Administration um alle damit direkt verbundenen Fragen.
Mit dem gegenwärtigen Zustand wachsender Spannungen zwischen der Regierung Bush in den USA und der Führungsspitze des israelischen Militärs hat die Weltlage den leicht entflammbaren Zustand erreicht, wo so etwas wie das alte "Syndrom des abtrünnigen Verbündeten" aus den 70er Jahren nicht mehr als unwahrscheinlich zu betrachten ist.
Ein plötzlicher israelischer Angriff auf den Irak erfüllte heute die Bedingungen für ein solches Syndrom. Es gibt allerdings noch andere Optionen, die den gleichen Zweck erfüllten. Es geht nicht um den Irak an sich; es geht darum, daß man eine oder mehrere geeignete Nationen als Zielscheibe aussucht, um auf diesem Weg einen großen Krieg zu provozieren. Unter den gegenwärtigen Umständen - der Kombination aus größtem Währungs- und Finanzzusammenbruch der Menschheitsgeschichte, Verzweiflung und Massenwahn an der Spitze der Finanzwelt sowie zusätzlichen Spannungen nach den Terrorangriffen auf New York City und die amerikanische Hauptstadt - haben wir die Schwelle erreicht oder schon überschritten, wo vorher undenkbare, rein hypothetische strategische Szenarien plötzlich wahrscheinlich, wenn auch noch nicht unausweichlich werden.
Was den Kampfschauplatz Nahost in der Weltpolitik so entscheidend macht, ist nicht der bedauernswerte Geisteszustand einer mutmaßlichen Mehrheit der heutigen Israelis. Der wesentliche Faktor ist der eher ganz geistlos zu nennende Zustand einer Masse verrückter "Bibelpropheten" in den USA und unter den Untertanen Königin Elisabeths II. im Vereinigten Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland und anderswo. Ich verweise auf die Zigmillionen schwachköpfigen Amerikaner, die sich von dem ultrarechten Fernsehprediger Pat Robertson weismachen lassen, ein vom Nahen Osten ausgehender weltweiter Holocaust sei "Gottes Wille".
Dennoch ist es eine Tatsache, daß diese Millionen schwachköpfiger Bibelverkäufer ebensowenig die eigentliche Gefahrenquelle bilden wie die relative Handvoll jüdischer Siedler im Nahen Osten. Die eigentliche Gefahr geht von jenen zahlreicheren und einflußreicheren Kräften aus, die solche armseligen Spinner wie diese "Bibelverkäufer" ermuntern, mit Zündhölzern zu hantieren, die sich dann als Kernwaffen erweisen könnten. Dieses größere Problem findet man auch bei anderen "christlichen Kirchen" (jenseits der Anhängerschar von Robertson & Co.), und zwar bei solchen religiösen Einrichtungen oder Fraktionen, die sich kollektiv gegen die ökumenische Friedensmission von Papst Johannes Paul II. stellen.
Ich habe mich kürzlich in meinem Radiointerview bei Jack Stockwell zusammenfassend mit diesem Thema befaßt. (Das Interview ist im englischen Original abrufbar auf der Internetseite larouchein2004.com) Es ist ein Thema, dem ich und meine Freunde seit nunmehr über einem Vierteljahrhundert große Aufmerksamkeit widmen. Jetzt wende ich mich ihm erneut zu, indem ich diesmal mit dem Finger auf die Schande vieler führender Kreise in zumindest nominell christlichen Kirchen weise.
Ein neues heidnisches Pantheon
Typisch für die Wurzel des breiteren Problems in den Kirchen allgemein ist zunächst der Einfluß des vernunftfeindlichen Immanuel Kant, der einer Unterwanderung nominell christlicher Kirchen durch die existentialistischen Lehren von Friedrich Nietzsche, Aleister Crowley und ähnlichen pro-satanischen Einflüssen den Weg ebnete.
Eine immer stärkere Obsession mit "Einzelthemen" - z.B. sind viele Anhänger einer rassistischen Südstaatenideologie und Verfechter der Todesstrafe zugleich leidenschaftliche Abtreibungsgegner - ist eine vorherrschende Variante der flutartigen Verbreitung neuer heidnischer Kulte in- und außerhalb kirchlicher Organisationen. Typisch ist weiterhin die Anfälligkeit für die wirklich üble Denkweise von Kantianern wie dem Nazi-Professor Martin Heidegger, seiner Freundin Hannah Arendt, Theodor Adorno, dem Heidegger-Gefolgsmann Jean-Paul Sartre und anderen Propheten des kultischen Existentialismus, der heute die philosophische Lehre an westlichen Universitäten beherrscht.
Dieses pantheonische Neuheidentum zeigt sich gegenwärtig am stärksten im Nachbeten der hartnäckige Lehre Kants, es gäbe keine wißbare Wahrheit. Die Ausbreitung dieser Lehre war das wichtigste Vehikel zur Erzeugung des Nietzsche-freundlichen, neuromantischen Nazi-Kults in Deutschland, wie ihn der geistige Vater des Franzosen Jean-Paul Sartre, Martin Heidegger, als Professor im Dritten Reich lehrte. Das gleiche lehrten die Existentialisten Karl Jaspers und die Kreise um Arendt und Adorno in den USA. Im letzten Vierteljahrhundert verbreitete sich dieser existentialistische Sektenglaube in einer radikal positivistischen Form an den öffentlichen Schulen und führenden Universitäten Amerikas. Unsere öffentlichen Schulen verkommen mehr und mehr zu einer Art pseudodemokratischer" Saturnalien, wo die herrschenden positivistischen Mänaden kreischen: "Es gibt keine Wahrheit, es gibt nur Meinungen."
Dies Ableugnen der Existenz von Wahrheit durchdringt unser heutiges, korruptes Rechtswesen in den USA. Es durchdringt auch unsere Kirchen aller nominellen Konfessionen. Oft drückt es sich darin aus, daß ein oder mehrere doktrinäre Einzelthemen als Meinung an die Stelle wahren Christentums gesetzt werden. Dieses Phänomen trägt wesentlich dazu bei, daß die Welt in einen großen Krieg, möglicherweise sogar ein globales finsteres Zeitalter abzudriften droht. Wer sich der Lehre der Existentialisten anschließt, es gäbe keine erkennbare Wahrheit, nur deduktive Argumente, muß eindeutig als Nichtchrist eingestuft werden, egal welcher Konfession er sich zugehörig erklären mag. Ist dieser existentialistische Einfluß erst einmal in die führenden religiösen Einrichtungen eingedrungen, so ist eine bestimmte Konsequenz unausweichlich.
Das heidnische antike Rom suchte eine Lösung des Problems, wie man ein Reich verwaltet, das sich aus Untertanen mit zahlreichen axiomatisch unterschiedlichen religiösen oder religionsähnlichen Glaubensstrukturen zusammensetzte. Die Religion wurde zu einer Ansammlung permanenter Karnevals-Unterhaltungsprogramme herabgewürdigt, die unter einem großen Zelt namens "Pantheon" nebeneinander angeordnet waren. Die Funktion des römischen Kaisers wurzelte deshalb in seiner Rolle als "Pontifex Maximus", als oberster sakraler Gesetzgeber. Diese Organisation legal tolerierter religiöser Kulte in einem Pantheon bildete den Kern des römischen Rechts und des Römischen Reiches als Rechtsinstitution.
Dies war kennzeichnend für alle bekannten Reiche im Nahen Osten und in einem Griechenland, das unter den Olymp- und Apollo-Kulten bis an die Grenze der Selbstzerstörung korrumpiert wurde. Die wesentliche Funktion des Pantheons war immer die, eine Herrschaft über die unterworfenen Völker zu begründen und zu erhalten, indem man die Anhänger der verschiedenen Kulte gegeneinander ausspielte. Wer die Bedingungen des Kaisers - u.a. bestimmte vorgeschriebene Anpassungen im Glaubenssystem - erfüllte, der konnte als legaler Kult im Reich anerkannt werden, wie es z.B. bei der jüdischen Hierarchie in Judäa unter Pontius Pilatus, dem Schwiegersohn des Kaisers Tiberius, der Fall war.
In einem Pantheon ist die legalisierte, völlig willkürliche Meinung jedes Kultes als doktrinäre Autorität des Kults über seine Mitglieder anerkannt - nach dieser pantheonischen Doktrin des römischen Rechts wurde der Justizmord an Jesus Christus ausgeführt. Die Kulte stehen immer bereit, gegeneinander Religionskriege zu führen, wenn es der imperialen Macht gefällt, sie auf irgendeinem Schlachtfeld aufeinanderzuhetzen. Eben darauf zielt der abartige Eifer Zbigniew Brzezinskis für einen "Zusammenstoß der Zivilisationen" zwischen dem Islam und dem Westen.
Das ist der Schlüssel zu der Israel zugedachten Rolle in Szenarien vom "abtrünnigen Verbündeten".
So sieht das antike imperiale Spiel der pantheonischen Religion aus, das heute wieder gespielt wird. Auch heute besteht der einzig wirksame Weg zur Begründung eines Weltreichs darin, anerkannte religiöse Glaubensrichtungen auf den rechtlichen Status konzessionierter Einrichtungen eines Pantheons zu reduzieren. Das wesentliche Resultat ist eine imperiale Militärstrategie, die darauf gründet, Kulturen und Kulte inner- und außerhalb des existierenden imperialen Pantheons gegeneinander auszuspielen. Der oft wiederholte Unterang großer Reiche in einem finsteren Zeitalter ist üblicherweise die gesetzmäßige Folge des Versuchs, eine imperiale Rolle auf ein so von oben verwaltetes Pantheon zu stützen - so wie dies heute geschieht.
Der Einfluß von Kants Leugnen der Existenz von Wahrheit bildet den Kern des entsprechenden heutigen weltweiten Problems. Das Studium von Kants Argument und Einfluß als Modell für verschiedene Formen des Existentialismus wie dem des Nazis Martin Heidegger, ist auch eine wirksame Anleitung, um zu studieren, wie der Empirismus mehr oder weniger unvermeidlich in Feindseligkeit gegenüber der Wahrheitsliebe mündet.
Ökumene
Die weltweit anerkannte führende Stimme gegen eine Degeneration der Religion in ein neues Pantheon ist Papst Johannes Paul II. In allem, was ich von seinen Äußerungen und Handlungen in dieser Beziehung beobachtet habe, fand ich nichts, was mit meiner eigenen ökumenischen Weltsicht nicht völlig übereinstimmte. Bisher hängt die Hoffnung auf Frieden weitgehend am Faden seines geschwächten Körpers.
Meine eigenen langjährigen philosophischen Argumente drücken auf komplementäre, doch breiter anwendbare Weise die gleiche ökumenische Methode in der gegenwärtigen Weltlage aus. Ich habe meine Ansicht über die Frage des religiösen Glaubens in der zweiten Hälfte meines jüngsten Interview mit Jack Stockwell zusammengefaßt. Jack bat mich darum, weil er und andere wissen, wieviel praktische Arbeit ich neben der literarischen in dieser Sache über die Jahrzehnte geleistet habe.
Um es ganz kurz zu machen. Ich glaube wie Platons Sokrates und wie Moses Mendelssohn an das wirksame Prinzip der Wahrheitsliebe. Ich habe wie Mendelssohn meinen eigenen Glauben, aber ich denke auch ökumenisch. Ich glaube, daß wir anderen die Wahrheit über uns selbst und über unseren Glauben sagen müssen. Wenn jemand sagt, sagen Sie mir ganz kurz und einfach, "Wie haben Sie Jesus Christus erkannt?", dann antworte ich: "Ich war dabei, als die Gemeinde sich versammelte, um J.S. Bachs Vertonung der Matthäus-Passion zu erfahren." Dann kann ich sagen, wie ich es in den letzten Jahrzehnten vielfach wahrheitsgemäß gesagt habe: "Trauen Sie mir, denn ich glaube an die Wahrheit. Arbeiten wir heute, vereint in der Verehrung des gleichen Erkenntnisprinzips der Wahrheitsliebe - denn sie ist das Kennzeichen aller experimentell bewiesener Entdeckungen universeller physikalischer Prinzipien - , zusammen an der Lösung der gemeinsamen Probleme und Ziele der ganzen Menschheit." Tun Sie, was ich tue, so wie Johannes Paul II. tut, was er tut.
Der Kern der Wahrheit ist, daß wir alle Menschen sind und als Mitglieder dieser nach dem Abbild des Schöpfers dieses Universums geschaffenen einzigartigen Gattung einander lieben sollen. Es gibt kein Problem, das nicht durch die Anwendung des sokratischen Prinzips der Wahrheitssuche mittels Erkenntnis lösbar ist. Unsere verlogenen Massenmedien mögen anderer Ansicht sein als ich, aber das war meiner lebenslangen Erfahrung nach bei eingefleischten Lügnern immer so.
Wer diese ökumenische Methode ablehnt, der wird die furchtbare Strafe erleiden müssen, die er über sich und seinen ganzen "Stamm" bringt - so wie die untergegangenen Reiche der Vergangenheit ihr Verderben durch ihre eigene Torheit über sich brachten.