Auf der Suche nach aussichtsreichen Nachzüglern am deutschen Kapitalmarkt sticht die Softing AG
(ISIN DE0005178008) ins Auge. Die Oberbayern, spezialisiert u. a. auf den digitalen Datenaustausch
in den Feldern Automotive und Industrial, stehen vor einem starken vierten Quartal und einem
erfolgreichen Geschäftsjahr 2017. Wir rechnen mit einem guten Jahresendgeschäft und bisher
deutet alles darauf hin. Entsprechend fühlen wir uns mit unserer 2016er-Prognose wohl, die von einem
Jahresumsatz im Fenster zwischen 80 und 85 Mio. Euro und von einem EBIT im Fenster zwischen
7 und 8 Mio. Euro ausgeht, bekräftigt Softing-Vorstandschef Dr. Wolfgang Trier im Gespräch mit financial.de.
Treibsatz für unser Wachstum
Kernziele bleiben Wachstum und eine deutliche Verbesserung der Margen, stellt der Konzernlenker klar.
Dabei sieht er u. a. in der starken Aufstellung in den USA einen strategischen Wettbewerbsvorteil auch
und gerade unter einem US-Präsidenten Donald Trump: Wir gehen davon aus, dass die Konjunktur der
Automatisierungsindustrie in den USA wieder anziehen wird. Und wir können Produkte und Leistungen
von unserer US-Tochter pflegen, weiterentwickeln und produzieren lassen. Softing-Produkte können so zu
beliebigen Teilen als Made in USA im US-Markt präsentiert werden.
Positive Impulse verspricht zudem der Bereich Industrie 4.0, wo sich die Anzahl der Anwendungen für
Softing-Produkte und der technische Kommunikationsbedarf massiv ausweiten. In einer Doppelstrategie
konzentriert sich Softing in diesem Segment auf höherwertige Lösungen und höhere Stückzahlen beim
Volumengeschäft. Die jüngste Entwicklung bestätigt uns in dieser strategischen Ausrichtung, so der
CEO im Gespräch mit Financial.de. Die 9-Monatszahlen der Gesellschaft waren auf der Ergebnisseite
noch von Investitionen in den Mitarbeiteraufbau und in Produktinnovationen geprägt. Aber gerade dies
bildet den Treibsatz für unser Wachstum in den nächsten Jahren, ist Dr. Trier überzeugt.
Umsatzverdopplung angepeilt
Ehrgeizige Ziele verfolgt der Vorstand mit der Softing-Tochter IT Networks GmbH. Unser Ziel ist, das
hinter der IT Networks GmbH stehende Segment von rund 10 Mio. Euro schrittweise erst auf 15 Mio.
und anschließend auf 20 Mio. Euro Umsatz zu heben. Diese angepeilte Umsatzverdoppelung wird sich
weit überproportional auf den Ertrag auswirken, ist der Softing-CEO optimistisch.
Erfolgreich gestartet ist zudem die Automotive Diagnose App Car Asyst, die Softing gemeinsam mit
dem Automobilkonzern Audi entwickelt hat. Car Asyst liefert die vollständigen Diagnosedaten in
wenigen Sekunden. Dies schafft für die Audi-Werkstätten enorme Produktivitätsvorteile. Im Endausbau
halten wir gut 5.000 Lizenzen allein bei Audi für realistisch. Wir werden die gleiche technologische Basis
aber auch bei anderen Herstellern einsetzen. Die nächsten Anwender liegen bei den Nutzfahrzeugen. Dies
ist ganz überwiegend ein Software-Geschäft und wird sich mittelfristig entsprechend positiv auf unsere
Profitabilität niederschlagen, verrät Dr. Trier gegenüber financial.de.
Über 50 % Kurspotenzial
Bezüglich der weiteren Perspektiven der Softing AG blickt der Konzernlenker optimistisch in die
Zukunft: Softing steht vor einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2017. Ich bin zuversichtlich, dass auch die
Anleger diese Perspektiven mittelfristig honorieren und ihre Zurückhaltung ablegen werden. Zumal
Warburg Research den fairen Wert der Softing-Aktie bei 17,50 Euro sieht mehr als 50 Prozent über
dem aktuellen Kurs. Für spekulative Anleger eröffnet der jüngste Rücksetzer der Aktie eine durchaus
interessante Einstiegschance.
Ihr Christoph Martin