Man kann zu Analystenschätzungen stehen wie man will, aber das ist halt mal das einzige Zahlenmaterial mit dem man objektiv bewertungstechnisch arbeiten kann, da Kennziffern zu einem nicht statisch sind und auch sicher niemals feststehen und die Börse eigentlich fast immer in die Zukunft schaut und nicht andauernd in den Rückspiegel. Außerdem geben 25 verschiedene Analystenprognosen schon eine sehr breite Zahlengundlage her mit der man schön und detailliert analysieren kann. Zu weit ins Detail geht dann leider nicht, denn das würde den Rahmen hier total sprengen.
Die höchste Analystenschätzung für 2013 liegt bei einem EPS von - 0,08 € je Aktie (Nettoverlust von 69 Mio. €) und einem Umsatz von 1.640 Mio. € (+ 77 Mio. € bzw. +5 % zum Konsens). Ein EPS von Minus 0,08 € würde in etwa einem EBITA von rd. 80 Mio. € entsprechen (+ 35 Mio. € bzw. + 78% zum Konsens). Das ist auch so meine EBITA-Daumenschätzung für dieses Jahr, denn ich glaube, dass Sky von dem Telekomdeal ab August/September (sehr) gut profitieren wird (Liga Total Abonnenten legen sich zusätzlich ein Sky Sport-Abo zu/Entertainment-Kunden abonnieren Sky-Pakete), denn mit den 2 Mio. Entertainmentkunden von der Telekom hat Sky einen komplett neuen Vertriebsweg und kommt so recht einfach und schnell an neue Kundschaft ran.
Die höchste EPS-Gewinnschätzung für 2014 liegt bei 0,06 € je Aktie (entspricht einem Nettogewinn von knapp 57 Mio. €) und das wäre ein EBITA-Äquivalent von um die 245 Mio. € (+ 97 Mio. € bzw. + 66% zum Konsens) bei einem erwarteten Umsatz von 1.930 Mio. € (+ 119 Mio. € bzw. + 7% zum Konsens).
Kommt Sky an diese optimistischen 2013er und 2014er Umsatz/Gewinnschätzungen heran, dann ist der aktuelle Kurs von um die 4 € schon mehr als ein Schnäppchen meiner Meinung nach.
Was man bei diesen Analystenprognosen sehr gut erkennen kann ist das quasi Fixkostenmodell von Sky. So ergibt z.B. der prognostizierte Umsatzanstieg von 2013 auf 2014 von 244 Mio. € ein EBITA-Plus von 103 Mio. €. Das heißt jeder € an zusätzlichen Umsatz bringt 42 Cent an Gewinn rein. In 2015 wären es sogar 88 Cent pro Umsatzeuro !! So was nennt man dann eine Cash Cow und schaut man sich die prognostizierte EBITA-Marge von 2015 an mit 15%, dann ist bei der Sky-Profitabilität noch etliche Luft nach oben. BSkyB hat z.B. eine EBITA-Marge von 23% und eine ProSiebenSat1 sogar von 31%.
Da das herkömmliche Abowachstum bei Sky ab 2015 wohl deutlich abnehmen wird aufgrund der dann vorhandenen hohen Pay TV-Marktdurchdringung in Deutschland (in 2012 von 13 auf knapp 18% gestiegen) und einem hohen Abostamm, kann dann Sky ihre derzeit noch sehr hohen Vertriebskosten (2012 bei 230,3 Mio. €, davon 104,3 Mio. € alleine an Marketingkosten) senken und hat damit einen sehr guten und leichten Kostenstellhebel um so die EBITA-Marge deutlich steigern zu können.
Wie geschrieben es ist zu erwarten, dass das herkömmliche Abowachstum ab 2015 deutlich abnehmen wird (meine Schätzung für Ende 2014 liegt bei 4,1 Mio. normalen Abos), aber es gibt für Sky noch genügend Möglichkeiten ihren Umsatz zu steigern. So könnte der Mobilebereich für Sky zu einem neuen Wachstumsträger werden. BSkyB hat mittlerweile 3,1 Mio. Sky Go-Kunden und das sind ein Drittel aller BSkyB-Abos. Für Sky könnten die Mobile-Bundesligarechte die Eintrittskarte in das Mobile-Fernseh sein. Zumal ja ein Stand Alone-Angebot für Sky Go angedacht ist.
Sky ist mal ganz sicher (noch) keine billige Aktie, aber so gut wie alle Medienaktien sind nicht billig. So hat z.B. BSkyB hat eine 2013er KGV-Bewertung von 16 und eine ProSiebenSat1 wird mit einem 2013er KGV von knapp 20 bewertet. Jedoch kann man aktuell und das auch noch die nächsten 2 Jahre Sky sicher nicht mit anderen Medienaktien vergleichen, da Sky in den letzten beiden Jahren eine sehr gute Wachstumsdynamik vorgelegt hat und bei Sky ist ein hohes Wachstum längst noch nicht beendet wie man an den Analystenschätzungen ja super gut sieht.
Sicher wird das Abowachstum in 2, 3 Jahren zwangsläufig deutlich abnehmen, aber dann verfügt Sky über einen Abostamm von über 4 Mio. und ist damit signifikant im rentablen Bereich. Jedoch hat eine BSkyB z.B. in Großbritannien 10,3 Mio. Abonnenten. Davon alleine 3,1 Mio. über Sky Go !! Das zeigt, dass im Mobile-Bereich, wo ja Sky noch nicht mal in den Kindeschuhen steckt mit ihrem Sky Go, ein ganz enormes Wachstumspotential stecken kann. Vor allem mit den Bundesligarechten und wenn Sky Go als Stand Alone-Angebot vermarktet wird. Schaut man sich mal BSkyB an, dann gibt es noch weitere interessante Wachstumsmöglichkeiten für Sky. So bietet BSkyB über das klassische Abo-Modell hinaus z.B. reine Tages- und Wochendpässe ohne Abozwang an. Auch ein Geschäftsfeld, das ich mir bei Sky sehr gut vorstellen könnte in der Zukunft.