Sind Aktien wirklich günstig?


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Tony Ford:

Sind Aktien wirklich günstig?

 
20.12.12 10:29
Häufig ist zu hören, dass Aktien so gnadenlos günstig bewertet sind.
Doch sind sie es wirklich?

JA, sie sind es, sie sind historisch betrachtet äußerst günstig.

Das Problem aber ist, dass Aktien trotzdem nicht nachhaltig steigen und ggf. einfach noch günstiger werden und die Anleihen, die fast nix mehr abwerfen, werden dennoch deutlich mehr gekauft werden.

Eigentlich ist dies auf den ersten Blick unlogisch, doch würde dieses Konstrukt einer einfachen Logik folgen, so wären Aktien schon längst gestiegen und Anleihen verkauft worden, denn kein Anleger würde in etwas investieren, was weniger abwirft und kein Anleger wird es glaubhaft damit begründen können, dass Anleihen sicherer seien.

Aber es gibt eine Logik auf den zweiten Blick, nämlich der Logik "Was würde passieren, wenn..."

Was würde passieren, wenn Anleger von Anleihen ihre Anleihen mehrheitlich verkaufen und auf Aktien umsteigen würden?
Die Anleihekurse würden angesichts des Überangebots deutlich sinken und die Risikoaufschläge steigen, wodurch hochverschuldete Länder wie USA, Japan oder selbst Deutschland deutlich höhere Zinslasten tragen müssten, was wiederum ein größeres Haushaltsdefizit mit all den Konsequenzen wie steigenden Steuern oder Subventionsabbau münden würden.
Dies wiederum würde die Konjunktur abwürgen und die heut günstigst bewerteten Unternehmen in die Krise bzw. Verluste führen, was wiederum die Zahlungsausfallwahrscheinlichkeit vieler Staaten provozieren könnte, usw. usw.

Damit dies nicht passiert und sich das Rad irgendwie weiterdreht, fließt der Großteil des Geldes fröhlich weiter in Anleihen und selbst dann, wenn die Zinsen gar negativ werden, nur damit eben das Kartenhaus nicht zusammenfällt.

Da ist die Bewertung im Grunde unerheblich und wird erst dann wieder von Bedeutung sein, wenn das Kartenhaus gefestigt statt immer weiter in neue Höhen gebaut wird.
Hierzu bedarf es meiner Meinung nach eines finalen Ausverkaufs in Folge von großangelegten Schuldenschnitte in vielen Ländern, u.a. nicht nur in Südeuropa sondern auch in so manch anderen Ländern wie Japan.

Aktien (allgemein betrachtet) würde ich nach wie vor also nicht ins Depot legen.
2013 aber könnte echt interessant werden ;-)
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Aktienmensch:

inhaltlich richtig, aber falsche schlussfolgerung

 
20.12.12 10:38
Anleihen müssen also billig bleiben. Entweder die Notenbanken punmpen so viel Geld ins System, dass "freiwillig" Staatspapiere gekauft werden oder sie tun es selbst. Momentan sehen wir eine Mischung aus beidem.

Und von dem vielen Geld, dass ins System gepumpt wird, fliesst eben auch ein Teil in aktien und andere Anlageklassen.

Es ist einfach so viel Liquidität da, dass alles steigen kann. Und wenn ich mir die von dir beschriebenen Konsequenzen durchlese, spricht vieles dafür, dass sich daran auch mittelfristig nicht viel ändern wird. Dann gibst ahlt nach QE$ noch QE 8...9...und 10. Und die Japaner drucken nicht nur 2 Billlionen, sondern 10. Undf irgendwann wird auch die EZB nicht mehr drumrum kommen, Geld zu drucken und lange Anleihen zu kaufen. Sonst läuft der von rubens gerne schlecht gemachte Euro nämlich im positiven Sinne "aus dem Ruder" und wertet weiter massiv auf.

Wir sehen einen herrlichen Abwertungswettlauf der großen Währungen und Staatsfinanzierung durch die Notenpresse. Das ist bis zu einem bestimmten punkt gut für sämtliche Anlagen.
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Tony Ford:

hmm...

 
20.12.12 11:15
wenn dem so wäre, würden Aktien seit Jahren steigen, tun sie jedoch nicht.
Im Grunde stagnieren sie seit mehr als 10 Jahren in einer breiten Range.

Des Weiteren besteht durch den Aufkauf der Anleihen und Niedrigzins ein hohes Deflationsrisiko, Deflation wiederum sorgt für weiter anhaltende Stagnation.

Nachhaltig steigende Aktienkurse wird es daher nur geben können, wenn Inflation aufkommt. Damit Inflation aufkommt, muss Geld in den Wirtschaftskreislauf.
Dort kommt jedoch kaum Geld an, weil das viele Geld vor allem für die Schulden und Aufrechterhaltung des Systems verbraten werden.
Kommt ferner noch hinzu, dass sich nebenher Überkapazitäten an allen Ecken und Enden aufgebaut haben und auch dies Deflation provoziert. Ich sage nur, die Preisraten für die Containerschifffahrt notiert nahe einem Allzeittief, d.h. die Raten lagen 1985 höher als Heute.
U.a. die Autoindustrie die laut so mancher Experten mehr als die doppelte Menge an Fahrzeugen produzieren könnte, wenn sie voll ausgelastet wäre.
Ja und die fallenden Preise sieht man doch auch im Einzelhandel, z.B. bei Elektronik, da werden mittlerweile Hochleistungschips für 10$ in Smartphones verbaut, wovon der Hersteller selbst vielleicht nur noch 3$ sieht. Noch vor 5 Jahren lagen die Preise eben bei 30$ statt den 10$.

Die letzten Jahre hätten wir also schon eine kräftige Deflation gehabt, wenn da nicht die stark gestiegenen Rohstoffpreise gewesen wären.
Doch auch hier sieht die Prognose eher nach stagnierenden oder gar fallenden Preisen aus.

Ohne Inflation werden Aktien sowie auch andere Anlagen nicht weiter steigen, selbst Gold nicht.


hierzu paar interessante Analysten vom Wellenreiter

www.wellenreiter-invest.de/...iterWoche/Wellenreiter121212.htm

www.wellenreiter-invest.de/...iterWoche/Wellenreiter121128.htm
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