13.11.2007 17:15 Schmack macht Hoffnung
Von der Gewinnwarnung Ende Juli hat sich bis heute die Schmack-Aktie nicht ganz erholt. Vorstandschef Ulrich Schmack musste sich auf dem Eigenkapitalforum harsche Fragen von Analysten gefallen lassen. Doch so leicht bringt den "Bauern-Bub" nichts aus der Ruhe.
Das Interesse an Schmack Biogas ist ungebrochen: Kaum ein Unternehmen lockte so viele Investoren und Analysten an wie die bayerische Biogas-Firma. Der Raum Paris wäre fast wegen Überfüllung geschlossen worden.
Die Experten verlangten nach weiterreichenden Erklärungen für die urplötzliche Gewinnwarnung im Sommer dieses Jahres und den daraus resultierenden Strategiewandel. Sie wollten wissen, wann und wie Schmack wieder in die Gewinnzone zurückkehrt.
"Wir sind auf dem richtigen Weg"
Diese Frage konnte Ulrich Schmack zwar nicht beantworten. Ansonsten bemühte sich aber der gefallene "Öko-Held" im besten Englisch, das verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen. "Wir sind auf dem richtigem Weg", betonte er und verwies darauf, dass Schmack trotz angespannter Lage auf dem Biogas-Markt gut positioniert sei.
Der drastische Absatz-Einbruch bei Biogas-Anlagen für Landwirte im Juli sei unvorhersehbar gewesen, rechtfertigte sich Schmack. Die Rohstoffpreise seien innerhalb einer Woche so hoch geschnellt, dass viele Bauern ihre Biogas-Projekte auf Eis gelegt hätten, berichtete er.
Energieversorger haben Vorrang gegenüber Bauern
Künftig will Schmack verstärkt Biogas-Anlagen für Energieversorger errichten. "Energieversorger werden in den nächsten Jahren stark in Biogas investieren", ist Schmack überzeugt. So baut das bayerische Unternehmen für Eon Europas größte Analage zur Erzeugung, Aufbereitung und Einspeisung von Biogas mit einer Gesamtleistung von 10 MW. Das Verhältnis Energieversorger – Landwirte werde zukünftig 80:20 sein, erklärte Schmack gegenüber boerse.ARD.de.
Darüber hinaus senkt Schmack die Rohstoffkosten bei den Biogas-Anlagen. Durch die Fruchtfolge-Optimierung mit Zwischenfrüchten würden zusätzliche Erträge erzielt.
Start in den USA
Um unabhängiger vom deutschen Markt zu werden, expandiert Schmack zunehmend ins Ausland. Jüngst stieg der Biogas-Anlagenbauer in den US-Markt ein. "Die USA werden sich zu einem enormen Absatzmarkt für Biogas entwickeln", glaubt Schmack. Erste Schritte wurden in Osteuropa gemacht, insbesondere in Polen. Dort hat Schmack den Auftrag zum Bau der größten Biogas-Anlage des Landes mit 200 MW erhalten.
Der Öko-Manager bestätigte den Ende Juli revidierten Ausblick für 2007. Der Umsatz werde wie angekündigt bei 140 bis 150 Millionen Euro liegen. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde rund sechs Millionen Euro betragen.
2008 wird besser
Für 2008 versprach Schmack bessere Zahlen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir 2008 Ergebnis und Umsatz verbessern", sagte er.
Die Analysten blieben jedoch skeptisch. "2008 wird ein sehr schwieriges Jahr werden", meinte Stephan Wulff, Analyst von Sal. Oppenheim. 2009 müsse es dann aber wieder aufwärts gehen. Das Vertrauen der Anleger sei noch nicht wiederhergestellt.