S&P-Aktie der Woche
Park Place Entertainment lohnt den Einsatz
Von Thomas Graves, Analyst S&P MarketScope
8. Jan. 2002 Der Finanzdienstleister Standard & Poor's (S&P) hat Park Place Entertainment mit seinem höchsten Investmentranking von fünf Sternen versehen und zur Aktie der Woche gekürt. Park Place ist ein bedeutender Hotel- und Kasinobetreiber in Nevada, Atlantic City und Mississippi und verfügt auch im Ausland über Kasinobeteiligungen.
Der Umsatz von Park Place dürfte 2002 mäßig gegenüber dem für 2001 projizierten Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar steigen. Ohne Voreröffnungskosten und einmaligen Aufwendungen dürfte sich der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisierung (Ebitda) 2001 auf ungefähr 1,1 Milliarden Dollar belaufen. Den Nettogewinn schätzt S&P für das laufende Jahr auf 151 Millionen Dollar (0,51 Dollar je Aktie), gegenüber den für 2001 projizierten 104 Millionen Dollar (0,35 Dollar je Aktie).
Weitere Expansionspläne
Im laufenden Jahr sollten ungefähr 38 Prozent des Ebitda-Ergebnisses von Park Place aus der westlichen Region (hauptsächlich Las Vegas) des Unternehmens, 36 Prozent aus der östlichen Region (vorwiegend Atlantic City), 22 Prozent aus der Mitte-Süd-Region, zu der Wasser-Kasinos in Mississippi gehören, und neun Prozent aus dem internationalen Segment stammen. Zudem rechnen wir mit rund 58 Millionen Dollar an unternehmensspezifischen Aufwand.
Unter den jüngeren Akquisitionen befindet sich das 2001 erworbene Claridge Casino Hotel in Atlantic City. Außerdem könnte Park Place, gemeinsam mit der St. Regis Mohawk Nation, an der Entwicklung und Geschäftsführung eines kommenden Kasinoprojekts in New York beteiligt sein. Dieses Projekt wäre unweit des Ortes Thompson in den Catskill Mountains angesiedelt und würde ein Resort-Hotel mit 750 Zimmern und ein über 12 000 Quadratmeter großes Kasino umfassen. Es könnte eines der sechs neuen Native-American-Kasinoprojekte in New York werden.
Kursentwicklung ist viel versprechend
Eine beträchtliche Erhöhung der Zimmerzahl von Caesar's Palace in Las Vegas ist kürzlich verschoben worden, aber das Unternehmen setzt sein Colosseum-Projekt in Caesar's Palace fort. Dabei handelt es sich um einen Konzertsaal mit 4.000 Plätzen, der im März 2003 durch einen Auftritt der Sängerin Celine Dion eröffnet werden soll. Im August 2001 feierte Park Place im Rahmen seines Flussboot-Kasinoprojekts in Indiana die Eröffnung eines Hotelturms mit 500 Zimmern.
Im Jahr 2001 entwickelte sich die Aktie weit schlechter als der S&P 400- und der S&P 500-Index. Zwar erholt sich der Wert seit kurzem von ihrem im Dezember 2001 erreichten Tiefstand von 7,70 Dollar, doch der Kurs liegt weiterhin erheblich unter dem im Juni 2001 erzielten Höchststand von fast 13 Dollar. Auf dem gegenwärtigen Niveau sieht S&P noch ein beträchtliches Aufwärtspotenzial für die Aktie. Die Bewertung ist am unteren Ende der S&P-Skala bedeutender Kasinobetreiber platziert.
Kursziel zwölf Dollar
Außerdem meinen wir, dass das Unternehmen 2002 nach Instandhaltungskosten über einen freien Cashflow von rund 1,15 Dollar je Aktie verfügen wird. Diesen könnte man zum Rückkauf von Aktien oder zur Schuldenreduzierung benutzen. Da mit der Zunahme von Fernreisen und der Erholung der US-Wirtschaft zu rechnen ist, dürften Park-Place-Aktien durch den Cashflow des Unternehmens immer attraktiver werden.
Unser Sechs-bis-zwölf-Monatsziel für die Aktie liegt bei zwölf Dollar, etwa 20 Prozent über dem jetzigen Kurs. Basierend auf unserer 2002er Free-Cashflow-Schätzung je Aktie entspricht dieses Ziel einem Kurs/Cashflow-Verhältnis (KCV) von etwa 10,4 und einem 2002er EV/Ebitda von rund 7,7. Wir empfehlen, die Aktie im Hinblick auf die Kursgewinne zu kaufen.