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Krefeld
Das Rätsel Infraschall am Inrath
[Bild] Die Firma Siempelkamp und das Inrath: Es gibt keinen Beweis, dass die Infraschallwellen, die im Bereich der Wohnbebauung bei Anwohnern Beschwerden verursachen, vom Firmengelände kommen. Ein auch von der Bezirksregierung anerkanntes Gutachten besagt, es gehe von der Sandaufbereitungsanlage bei Siempelkamp 16-Hertz-Infraschall aus, doch könne dieser Infraschall nicht Ursache für die Beschwerden einiger Anwohner sein; die in Rede stehende Halle sei nicht an einer Verstärkung der 16-Hertz-Frequenzen beteiligt.
Krefeld. Es ist ein seltsamer Fall: Anwohner klagen über Beschwerden, die auf Infraschall zurückgehen - doch die Quelle ist nicht eindeutig zu benennen. Nun hat ein Professor die Probleme der Thematik im Gesundheitsausschuss beleuchtet. Von Christine van Delden
Das Infraschall-Rätsel aus Inrath ist nicht gelöst. Anwohner am Siempelkamp-Gelände klagen über Beeinträchtigungen, doch klare Beweise über die Quelle gibt es nicht. Zuletzt hat Akustikprofessor Frank Kameier als Gutachter festgestellt, dass Anlagen der Firma Siempelkamp nicht Ursache für die gesundheitlichen Beschwerden sein könnten. Dieser Auffassung hat sich die Bezirksregierung Düsseldorf angeschlossen. Nun hat der Gesundheitsausschuss den Punkt "Infraschall-Belastung am Inrath" auf die Tagesordnung gesetzt. Der Antrag dazu von SPD und Grünen "basiert auf der Tatsache, dass seit etwa eineinhalb Jahren das Problem der Infraschall-Belastung im Inrath besteht und die Anwohner das Gefühl haben, sie würden kein Gehör finden. Sie wünschen sich eine sachliche Erklärung, was Infraschall ist und was er unter Umständen auslöst", erklärte Gisela Klaer (SPD).
Als Referenten hatte der Ausschuss Professor Detlev Krahé von der Universität Wuppertal eingeladen. Für das Rätsel vom Inrath hatte auch er keine Lösung, wohl aber eine Botschaft für die Anwohner, die über Beeinträchtigungen klagen: Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Mensch Infraschall wahrnimmt und darauf reagiert.
Infraschall gehört demnach in das Spektrum der tieffrequenten Schallwellen. Als tieffrequent werden Schallwellen benannt, die sich im Bereich von 100 bis etwa acht Hertz befinden. Als Intraschall bezeichnet man diejenigen Schallwellen, die sich im Tieffrequenzspektrum ab 20 Hertz (20 Schwingungen in der Minute) bis 0,1 Hertz befinden. Bereits ab 40 Hertz lassen sich mit dem menschlichen Ohr Tonhöhen nicht mehr klar unterscheiden; man spricht davon, dass die Wahrnehmung in diesem Bereich atonal wird. Diese Schallfrequenzen werden wie ein dumpfes Wummern oder Vibrieren wahrgenommen.
Viele Menschen reagieren sensibel auf diese Schwingungen und empfinden Unwohlsein in Form von Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Nervosität, aber auch Frustration und Furcht.