dass ein Großteil des Stroms, den RWE heute produziert, bereits zu sehr guten Preisen auf Termin in 2008 und 2009 verkauft wurde. Inzwischen sind die Forwardpreise aber deutlich gesunken, so dass die Produktion von 2011 und 2012, die im Moment auf Termin verkauft wird, zu deutlich gesunkenen Preisen in den Markt kommt.
Hinzu kommen die Probleme auf den Gasmärkten, bei denen kein Mensch weiß, wie lange die Schieflage zwischen den teuren Importpreisen und den geringeren Absatzpreisen anhält. Ist natürlich positiv für Gaskraftwerke, nur hat RWE davon nicht besonders viele im Vergleich zur Konkurrenz. Die Nabucco Pipeline sieht derzeit auch nciht gerade wie ein Topinvestment aus. Wäre schön, wenn endlich ein Gaslieferant gefunden würde, bevor weitere Gelder da versenkt werden.
Die steuerliche Bedeutung der Brennstoffsteuer halte ich auch für vollkommen übertrieben dargestellt. Evtl aus taktischen Gründen von der Industrie hochgehalten, um nicht imagemäßig unter der Laufzeitverlängerung leiden zu müssen. Problematischer dürfte die ab 2013 anfallenden Kosten für CO2 Zertifikate sein, da dies den kohlelastigen Kraftwerksmix von RWE (Stichwort größter CO2 Emittent in ganz Europa) überdurchschnittlich stark treffen wird.
Außerdem hat man als größten Aktionär die nervigen Kommunen, deren Interessen idR nicht deckungsgleich mit denen der restlichen Aktionäre sind.
Fazit: Derzeit ein scheinbar günstiges Investment, allerdings werden die Gewinne in Zukunft durch diverse staatliche Maßnahmen unter Druck kommen.
Aber ein KGV von 5 oder 6 signalisiert das ja durchaus schon.
Viel falsch machen kann man mit RWE daher vermutlich nicht, aber so gewaltig ist das Potenzial nach oben derzeit auch nicht. Insgesamt sieht e.on etwas solider aus, enel und iberdrola haben den PIGS Malus. Der Verbund wäre eine Alternative, ebenso EDF, auch wenn der Kraftwerkspark von denen auch nciht mehr in besten Heften ist.