Leider noch nicht !
Die Amis sind weiter gestiegen, so dass vor der Kür erst der Abbau des Abstandes noch auf dem Programm steht. Mit 9330 befindet sich der Dax noch nicht einmal in der neutralen Zone, die ich nach wie vor bei über 9440 ansehe. Und auch selbst mit einem Übersteigen dieser Marke ist der Markt nicht in dem schematisch steigenden Bereich angekommen, in dem sich die Amis schon befinden.
Aber das wird sich nicht mehr lange hin ziehen. Eurowechselkurs und Ölpreis fallen weiter und haben noch lange keine echte technische Unterstützung erreicht, geschweige denn fundamentale Bewertungen, die den Fall aufhalten. Dem Ölpreis sitzt die Überproduktion sowie ein leichter Rückgang des Verbrauchs im Nacken.
Der Eurowechselkurs beginnt nun auch infolge des fallenden Ölpreises schon langsam die ersten Aufkäufe von Anleihen einzupreisen. Die Aufkäufe der Amis sind noch nicht beendet und der EZB läuft die Zeit davon, in der sie rechtzeitig vor einem vollständigen Abgleiten in die Deflation das Ruder herumreissen kann.
Damit steht den Aktienmärkten ein umfassender Trendwechsel ins Haus.
Das bereiten die ganz großen Anleger vor.
Was für ein Trendwechsel ist gemeint ?
Ganz einfach der Wechsel von einer zur anderen Seite des Atlantiks. Ohne die Positionen in den USA zu verlassen, werden noch die Nachholeffekte in der Eurozone verlangsamt und massiv die kommenden Währungseinbrüche des Euro abgewartet. Dann wird im Euroland alles abgeräumt, was kaufbar ist. Die Gewinnspanne an den europäischen Aktienmärkten, die aus dem Währungsgefälle zum Dollar und den rückständigen Bewertungen besteht, beträgt derzeit ca. 6% von Dax zum Dow sowie antizipierten weiteren 5% vom Euro zum Dollar, die aber erst berechenbar sind, wenn die Aufkäufe beginnen. Alle weiteren Wechselkursabschläge bis dahin kommen nochmals dazu.
Für die weitere Entwicklung des Dax steht damit ein weiterer zusätzlicher Anstieg bevor, der sich auch erst berechnen lässt, wenn die EZB mit den Aufkäufen beginnt. Schematisch werden das aber auch mindestens die 5% Währungsabschlag sein, die der Dax zusätzlich ansteigt. Auf der Zeitschiene ist der Zug für die EZB längst abgefahren, einzig die Absprache mit der Fed steht noch im Raum, die verhindern soll, dass überschneidende Aufkäufe auf beiden Seiten des Atlantiks für eine "Überhitzung" der Kapitalmärkte eintritt.
Das aber ist volkswirtschaftlich vollkommen lächerlich, weil die längst notwendige Steigerung der Kapitalmenge im Euroraum ausgeblieben ist. Hier beginnt schon jetzt der gewünschte Effekt der Aufkäufe nach und nach an Wirkung zu verlieren. Die Folge davon ist, dass viel mehr Anleihen aufgekauft werden müssen als bisher geplant.
Alle, die gegenwärtig noch an den Aufkäufen zweifeln, haben die Rechnung ohne den Ölpreis gemacht.
Noch ist der Fall des Ölpreises nicht an den Benzinpreis weitergegeben worden, aber die Uhr tickt und die Zeitspanne bis das regelmäßig erfolgt (ca.3 Wochen) ist bereits im Gange.
Wir befinden uns im dritten Quartal und bis zu seinem Ablauf wäre theoretisch noch etwas Zeit, die die EZB mit den Aufkäufen warten könnte. Danach aber deutet sich ein stärkerer Fall der restlichen Inflationsrate an, die bevor sie übehaupt umgekehrt werden kann, zuerst einmal gestoppt werden muß. Alleine für dieses Stoppen ist ein erhöhter Aufwand an Aufkäufen erforderlich als es nur für den Anstieg oder die Geschwindigkeit des Anstiegs notwendig wäre.
Das aber sind die Faktoren, die für eine Herbstrally an den europäischen Aktienmärkten sorgen werden.
Nur wie ernst es der EZB mit den Aufkäufen überhaupt ist, werden wir sehen, wenn die ersten Staaten der Eurozone echte negative Inflationszahlen melden.
Der Chartlord