Es scheint so, als ob der Chart des Dax zur Zeit irgendwo zwischen der 200-Tage-Linie und der 38-Tage Linie eingeklemmt ist und nicht vorwärts oder rückwärts weiter kommt. Aber da wir uns in der Berichtssaison befinden, ist das nur den kommenden Zahlen geschuldet. Fundamental habe ich einen ganz anderen Eindruck :
Ich habe das ganze Wochenende gelesen, gesehen und überprüft, was die Aktienmärkte gegenwärtig so ein-und auspreisen. Erstaunliches ist da zu Tage getreten. Das Umfeld gibt das nicht annähernd wider. Der Wechselkurs bleibt bei knappen 1,23 $ und der Ölpreis wird weiter nach oben gezockt, wobei die Umsätze des Ölmarktes nicht steigen. Die Wirtschaftsdaten sind weltweit mindestens ordentlich - eher gut. Die Teuerungsraten steigen nicht weiter an, besonders in Europa wurde die letzte Meldung nach unten korrigiert, so dass der Druck auf die Notenbank erhalten bleibt die Aufkäufe zu verlängern, denn ansonsten würde der vorhandene Teuerungswert nach unten abschmieren. Von einer Zinsanhebung ganz zu schweigen.
Was also preisen denn die Aktienmärkte so ein und aus ?
Brexit ? Nein, der ist mehr als eingepreist und das als Nullnummer.
Eine Pleite Griechenlands, die viele Staaten mit in den Verlust reisst ?
Nein, denn obwohl noch längst nicht alles erreicht wurde, ist die Talsohle durchschritten und es geht mit den Griechen wieder langsam aufwärts. Alle Kredite wurden dabei voll bedient, wohlgemerkt verzinst bedient !
Was ist es dann ?
Kaum zu glauben, es ist der Faktor Donald Trump, der aus allen Kursen ausgepreist wird/werden muss. Egal ob Mauer, Steuerreform oder Handelskrieg. Alles das hat nach und nach immer weniger Bedeutung für das Tagesgeschäft an der Börse. Dagegen ist das wachsende Haushaltsdefizit in den USA immer mehr Inhalt dessen, was die Märkte langam aber stetig einpreisen. Der dazu nicht weiter steigende Wechselkurs ist der Beleg dafür. Schon längst hätte der Dollar seinen Zinsabstand zum Euro auch in einen Wechselkursabstand übernehmen müssen. Besonders, wo jetzt klar ist, dass die Fed noch weitere Zinsschritte in diesem Jahr vornehmen wird, und jeder das Haushaltsdefizit anfeuern wird.
Das hat eine Sekundärwirkung, die erst stark verzögert und nur sehr langsam auftreten wird. Es ist die Stärkung des Euro an der Zinsfront. Durch das Haushaltsdefizit in den USA wird immer mehr Geld gebunden; zuerst in Dollar dann auch in Fremdwährung, das hilft den Europäern die eigenen Zinsen niedrig zuhalten, denn die Gewinne in Europa haben eine entgegengesetzte Wirkung als eventuell vorhandene Gewinne in den USA. Dort zahlt der Bürger die Zeche, die die Reichen und Firmen mit der Steuerreform bekommen haben.
Faktisch merkt man schon jetzt, dass eine Steuerreform, die eine Entlastung der Wirtschaft ist, die aber nur Schrottprodukte herstellt, die keiner haben will, eine sinnlose Subvenbtionierung darstellt, die N U R mit Protektionismus aufrecht erhalten werden kann. Leider ändert das nichts an der Nachfrage. Müll kauft keiner, egal wie billig man ihn anbietet.
Deswegen meine Aufforderung an die G7 : Lasst doch Trump besteuern, was er will. Die Nachfrage bezahlt ja der Ami, der ihn gewählt hat. Und die Jobs verlieren diejenigen, denen er "America first" versprochen hat. Wenigstens da hält er sein Wort, denn America wird zuerst den Bach runter gehen.
Den Aktienmärkten ist das jetzt klar, so dass weder ein Handelskrieg noch eine Abschottung zu fürchten sind, denn beides verändert nicht die Nachfrage. Kein amerikanischer Präsident ist in der Lage Angebot und Nachfrage zu steuern. Bestes Beispiel ist die Prohibition, in der sich sowohl Angebot als auch Nachfrage durchgesetzt haben. Nur um wieviel notwendiger braucht die amerikanische Wirtschaft Stahl, Autos, Werkzeuge und Made in Germany als Schnaps ?
(Wenn Trump die amerikanische Wirtschaft ruiniert hat, wird Schnaps das einzige sein, was sich die Amis noch leisten können.)
Die Geschäfte laufen gut, und die Aktienmärkte sehen nirgends eine "Gefahr", die anders als der Brexit (zum Beginn) real eingepreist werden musste. Also wird der Brexit wieder ausgepreist, wogegen Trump´s Ideen nicht einmal mehr eingepreist werden. Vielleicht werden sich die Anleger bewusst, dass man einem Milliardär, der Pleite gegangen ist, wirtschaftlich nicht vertrauen darf. Die Flucht seiner Berater und seines Umfeldes sprechen dafür. Und wohin führt das den Dax ? Nun meine Unsicherheit ist eigentlich eine Sicherheit, dass der Dax während der Berichte seine Lage nicht verändern wird. Erst zeitlich daran anschliessend wird sich etwas ändern.
Der Chartlord