Der Wandel als Chance
forschung und entwicklung Der gesamten
Automobilzulieferindustrie drohen durch
den Technologietrend weg vom Verbrenner hohe
Umsatzeinbußen. Auch die KS Gleitlager GmbH
ist davon betroffen. Dr. Klaus Pucher, Leiter Forschung
und Entwicklung, ist jedoch überzeugt,
dass sich die Business Unit Bearings dieser Entwicklung
erfolgreich entgegenstemmen kann
mit Innovationsgeist und neuen Produkten. Wir
bei KS Gleitlager sind technologisch breit aufgestellt.
Diesen Vorteil müssen wir nutzen: indem
wir zum einen vorhandene Fertigungstechniken
und Fähigkeiten weiterentwickeln, zum anderen
neue Technologien an den Start bringen sowieneue Anwendungen für unsere Produkte jenseits
vom Verbrennungsmotor erschließen, betont
er. Und weil dazu Wissen verschiedener
Experten nötig ist, setzt der Innovationsprozess
konsequent auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit
von Vertrieb, Entwicklung und Produktion.
Mit Erfolg: Die Strategie trägt nun erste
Früchte.
Bremsen los
Bestes Beispiel ist die neue, bleifreie Produktpalette
KS P240, KS P241 und KS P243 für hochbelastete,
fettgeschmierte Anwendungen allen
voran Lkw-Bremsen. Da immer mehr Kunden
für hochbelastete,
fettgeschmierte Anwendungen.
nach bleifreien Lösungen fragen, hat sich aus einer
Werkstoffvariante inzwischen eine ganze Produktfamilie
entwickelt, die derzeit bei allen führenden
Lkw-Bremsen-Herstellern in der Erprobung
ist. Erste Serienaufträge sind auch bereits im
Haus. Für die Bandfertigung werden Anlagen
genutzt,
die heute dazu dienen, Buchsenvormaterial
für Diesel-Einspritzpumpen herzustellen. Zukunftssicher
ist dieser Markt allemal, immerhin
benötigt jedes Nutzfahrzeug eine Bremse, und
das unabhängig von der Art des Antriebsstrangs.
Komfortabel gelöst
Eine weitere Erfolg versprechende Produktgruppe
sieht Pucher in sogenannten Two-Layer Bearings.
Mit diesem neuen Gleitlagertyp betreten
wir technologisches Neuland in der Bandfertigung.
Und auch in der Teilefertigung und der
Anwendungstechnik
müssen wir unsere bestehenden
Fähigkeiten ausbauen, um am Markt
erfolgreich zu sein, sagt Pucher. Doch die Two-
Layer Bearings werden das bisherige Permaglide-
Portfolio ideal ergänzen und weiteres Wachstum
etwa bei Sitz-, Tür- und Heckklappen- Anwendungen
aller Fahrzeugtypen ermöglichen. Initiiert
wurde dieses Projekt bereits vor drei Jahren vom
Strategie-Team für nicht-motorische Gleitlager
rund um Dr. Rolf Reinicke. (Mehr dazu, wie das
Projekt im Schulterschluss zwischen Entwicklung,
Vertrieb und Produktion vorankommt,
Neuer Wind
Doch neue Anwendungen winken nicht nur im
Bereich Automotive, sondern auch in anderen
Industriezweigen. Am Standort Papenburg hat
ein interdisziplinäres Team unter der Leitung von
Heinbert Langner Gleitlager für Windkraftgetriebe
zur Serienreife gebracht. Aktuell startet dort die
Produktion. Hier haben Mitarbeiter verschiedener
Bereiche zusammengearbeitet und das Projekt
mit großer Eigeninitiative vorangetrieben,
freut sich Pucher. Er sieht vor allem in der übergreifenden
Zusammenarbeit und im Pioniergeist
die Schlüsselaspekte des Wandels: In unserer
Business Unit steckt noch viel Potenzial: Wenn
wir abteilungs- und werksübergreifend an einem
Strang ziehen, haben wir deutlich größere Erfolgschancen
am Markt.