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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender S&P 500-Kurs | 4,94 | 10,07 | 15,00 | |
| Fallender S&P 500-Kurs | 5,50 | 9,79 | 12,28 | |
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Die Sünden der Raiffeisen liegen meiner Ansicht nach eher in der Vergangenheit als in der Gegenwart. Man hätte eigentlich mit der Annektierung der Krim auf das Russland-Geschäft verzichten sollen als eine Abwicklung noch relativ easy war. Aber diese Sünde betrifft ja keineswegs nur die RBI.
Was die Möglichkeit einer Beschlagnahmung der RBI betrifft, kann man, denke ich, die Sache eher entspannter sehen. Natürlich, es ist nix auszuschließen, aber es ist eher unwahrscheinlich, denn Russland wird nach dem Krieg mehr denn je auf westliches Kapital angewiesen sein und da Österreich auch keine Waffen lieferte, wohl auch nicht ganz oben auf der Liste von Putin stehen, wenn es wider Erwarten doch zu Enteignungen kommen sollte. Außerdem sind diese Gewinne ohnehin nicht im Kurswert wiedergespiegelt.
Trotzdem muss man sagen, dass so ein Zaudern und Zögern bei der Vergabe der Dividende bei den Anlegern wohl nicht so gut ankommt und für einige Verstimmung und Zweifel sorgt. Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach aber weniger an irgendwelchen Leichen im Keller als in der Tatsache, dass sich die RBI nach der jüngst erfolgten Brandmarkung vorerst mal weitere mediale Diskussionen ersparen will und lieber darauf setzt, dass ein bisschen Gras über die Sache wächst.
Die Bank jetzt an irgendeinen Oligarchen zu verschleudern, schadet Putin und Russland aber sicher nicht, eher das Gegenteil - aber das lässt sich halt in dieser aufgeheizten Atmosphäre schwer vermitteln.
Übrigens auch nicht ganz dienlich die "Pensionierung" eines Vorstandsmitglieds heute - halte ich für ganz schlechtes Timing.
Nach einem längeren Zeitraum, in dem man nach einem Totalabsturz wieder mehr die Chancen des Unternehmens gesehen hat, scheinen jetzt wieder mehr die Risiken aus Anlegersicht im Vordergrund zu stehen.
Ein Aspekt, der mir momentan in der ganzen Debatte etwas zu wenig beleuchtet wird, ist das Wechselkursverhältnis Euro/Rubel. Bekanntlich wird dieser Kurs ja momentan künstlich hochgehalten. Jetzt kann die RBI unter diesen günstigen Umständen das Geld nicht außer Land schaffen. Kann schon sein, dass der Rubel dann ganz schwach sein wird, wenn die RBI über Vermögen und Gewinne wieder frei verfügen und diese transferieren kann. Dann werden aber notgedrungen auch die Erlöse und Gewinne schmilzen.
Vollkommen auszuschließen ist es ja auch nicht, dass sich Putin im Gegenzug zur Beschlagnahmung russischer Vermögen im Westen westliche Vermögenswerte in Russland krallt.
Und ganz ehrlich: Ohne die "Gewinne" der RBI in Russland läuft das Geschäft zwar trotzdem ganz passabel, aber die Zuukunftschancen wären dann doch sehr limitiert.
Die Risiken sind vorhanden, wurden aber vom Markt mit dem Totalabsturz ab Februar 2020 und dann auch im Juni 2020 wohl schon entsprechend eingepreist. Im Allgemeinen ist Unsicherheit Gift für eine Aktie während sogar eine negative Sicherheit beflügeln kann.
Es hat allerdings nachvollziehbare Gründe warum der Markt die Möglichkeit eines Totalausfalls des Russland-Geschäfts als eher gering einschätzt. Erstens gehört Österreich zu jenen Nationen, die wie Deutschland Russland und Putin eigentlich immer in den Arsch gekrochen sind, und Österreich liefert jetzt auch keine Waffen.
Zweitens wird Russland auch in Zukunft und insbesondere nach dem Krieg nicht so einfach auf westliches Kapital verzichten können, Enteignungen und Zwangsverstaaatlichungen von Banken würden dann ja jeden potenziellen westlichen Investor aus Russland vertreiben, nicht nur die Banken. Und das kann sich Putin - jetzt - auf lange Sicht noch nicht leisten. In zehn Jahren ist das vielleicht anders, aber in zehn Jahren kann bereits vieles andere anders sein.
Ich denke, ein Totalausfall des Russland-Geschäftes ist bereits jetzt mehrheitlich im Kurs eingepreist, das ist zwar wirklich eine Melkkuh, aber die RBI würde auch ohne recht gut dastehen, einige Analysten meinen, dass der faire Marktwert für die RBI ohne Russland sogar bei weit über 20 Euro liegen würde.
Ich denke, das bietet mehr Potenzial als Risiken, auch wenn es jetzt möglicherweise - auch durch Short-Spekulationen bedingt - mal eine Weile bergab gehen könnte, bis etwa 14 Euro denke ich.
Mittelfristig wird die Aktie aber sicher wieder zulegen und vielleicht den Sprung auf 18/20 Euro schaffen. Meine bescheidene Prognose.
Ich habe nur festgestellt, dass Österreich keine Waffen liefert, unabhängig vom Grund der Nichtlieferung - also der militärischen Neutralität.
Aus Sicht Russlands ist Österreich so und so unter allen "unfreundlichen" Staaten des Westens die am wenigsten relevante, weswegen es sich auch für eine Racheaktion nicht besonders eignet.
Der Militärökonom Marcus Keupp im Interview zu den Perspektiven westeuropäischer Unternehmen in Russland nach dem Ende des Krieges. Wenn diese Einschätzungen zutreffen, wird es für Raiffeisen schwierig...
"... Hinzu kommt ein Punkt, den auch einige deutsche Unternehmen nicht im Blick haben: die Reparationen. Nehmen wir einmal an, der Krieg endet im Spätherbst 2023 mit einer russischen Niederlage. Dann halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass es eine große Neuordnung geben wird, wie etwa beim Wiener Kongress 1815, als der Kontinent nach dem Sturz Napoleons neu geordnet wurde. Wer zahlt dann aber die Schäden, die bislang in der Ukraine entstanden sind? Stand jetzt sind es 800 Milliarden US-Dollar und mit jedem Tag wird es mehr. Ein angeschlagenes Russland, das ultranationalistisch und revanchistisch eingestellt ist, wird das auf keinen Fall freiwillig machen.
Sondern?
Die westlichen Staaten werden zunächst alle russischen Vermögenswerte beschlagnahmen und enteignen. In den USA gibt es schon so ein Gesetz, in Frankreich entsteht gerade eins. Was wohl folgen wird, ist die Vergeltungsmaßnahme Russlands. Auch sie werden alle westlichen Firmen, die geblieben sind, enteignen. Das betrifft dann auch deutsche Unternehmen. Ich glaube, vielen westlichen Firmen ist das nicht klar. Sie haben noch nicht verstanden, dass der Krieg nicht nur temporär ist, sondern gerade eine neue Weltordnung entsteht. Die Konsequenzen sind viel größer als die Kampfhandlungen in der Ukraine. Die ganze Welt baut sich um. Die wenigsten haben verstanden, was das eigentlich heißt."
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender S&P 500-Kurs | 4,94 | 10,07 | 15,00 | |
| Fallender S&P 500-Kurs | 5,50 | 9,79 | 12,28 | |
| Wertung | Antworten | Thema | Verfasser | letzter Verfasser | letzter Beitrag | |
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