Guten Morgen
Deutschlands Spitzenmanager glauben nicht mehr an steigende Kurse im Schlussquartal des Jahres: In den vergangenen beiden Wochen haben sie sich in großem Umfang von Aktienbeständen ihrer eigenen Firmen getrennt.
Pakete im Wert von 40 Mio. Euro haben Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige abgestoßen und damit so viel wie seit August 2009 nicht mehr. Zum Vergleich: In den zwei Wochen zuvor waren es acht Mio. Euro.
„Diese Zahlen zeigen nach dem fast gleichförmigen Verlauf in diesem Jahr eine Sondersituation“, sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management Fifam. Bislang haben die Topmanager bei Dax-Ständen von 5 700 bis 5 800 Punkten gekauft und bei Niveaus über 6 200 Zählern verkauft. Das ist diesmal auch der Fall, jedoch in deutlich größerem Umfang als bisher und zeigt von daher die Entschlossenheit der Firmenlenker- und -aufseher.
Das Insider-Barometer, das die Experten des Fifam alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management für das Handelsblatt berechnen, ist so um gut 25 Zähler auf 115 Punkte gefallen. Auf diesem Niveau stand es zuletzt Mitte Mai. Damals sorgten sich die Anleger um die Zukunft des Euros, vor allem wegen der hohen Schulden Griechenlands. Heute ist es eher die Angst vor einer deutlichen Konjunkturabschwächung im kommenden Jahr, die die Märkte hemmt.
Dieses Hemmnis sehen viele Manager wohl besonders bei den konjunktursensiblen Technologiewerten. Von den fünf größten Verkäufen der vergangenen zwei Wochen kamen vier von Unternehmen aus dem TecDax. Das überrascht insofern, da der Index in diesem Jahr als einziger in der Dax-Familie Verluste zeigt. Offensichtlich geht es den Insidern hier wie zuvor den Anlegern, die den Technologie-Titeln vorerst nichts mehr zutrauen.
Auch beim Sportartikel-Hersteller Adidas ist ein Verkauf ein besonders schlechtes Indiz für den Aktienkurs. Die zuletzt so gefragten Titel hat Aufsichtsrat Christian Tourres gerade im großen Stil abgestoßen. In der Vergangenheit hat er stets nach Kursgewinnen verkauft und lag damit meist richtig.
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