aber wer zum teufel manipuliert hier wieder, man kann doch sehen das hier wieder die futurepumpe angeschmiessen wurde.
www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/...ng/50147386.html
Tauziehen um Zeitpunkt der Stresstest-Offenlegung
Konsequent hält die EU die Unklarheit um die Ergebnisse des Gesundheitschecks für die europäischen Geldhäuser aufrecht. Jetzt wird auch noch an einem der wenigen bisher klaren Punkte gerüttelt: dem Zeitpunkt der Veröffentlichung. Er könnte nach vorne verlegt werden.
Der Stresstest europäischer Banken sorgt weiter für Verwirrung. Einen Tag vor der geplanten Veröffentlichung ist unklar, wann genau Regulierer und Banken über die Ergebnisse informieren werden. Ursprünglich war eine Veröffentlichung nach Börsenschluss in Europa angekündigt worden, also nach 18 Uhr. Hartnäckig halten sich aber Spekulationen, wonach die Ergebnisse nun bereits früher am Tag herausgegeben werden könnten.
Dahinter soll ein Vorstoß der französischen Regierung stecken, die angeblich fürchtet, bei einer Veröffentlichung ab 18 Uhr würde den US-Märkten die "Deutungshoheit" über die Ergebnisse überlassen. Gerade europäische Institute, die auch in den USA börsennotiert sind, könnten dies zu spüren bekommen, lautet ein Argument.
Die spanische Notenbank hingegen kündigte am Donnerstag an, die Ergebnisse am Freitag um 18:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlichen zu wollen. Eine endgültige Entscheidung könnte im Laufe des Tages gefällt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Dem Ansehen der Überprüfung tut die Verwirrung nicht gut. Investoren und Analysten kritisieren ohnehin viele Aspekte rund um die Durchführung und Kommunikation. Viele bemängeln die mangelnde Transparenz etwa zu den Kritieren, die dem Test zugrund liegen, und die bislang nicht komplett offiziell mitgeteilt wurden. Bislang ist auch nicht klar, wie detailliert die Beteiligten am Freitag über die Ergebnisse informieren werden. Kritiker befürchten zudem, dass zu viele Banken den Test bestehen, was der Glaubwürdigkeit der Übung aus ihrer Sicht enorm schaden würde.
Damit verstärken die EU-Regierung die Verunsicherung am Markt, die sie eigentlich durch die Veröffentlichung der Ergebnisse beseitigen wollten. Investoren sorgen sich angesichts der Schuldenkrise in Europa seit Monaten um die Standhaftigkeit der hiesigen Banken. Getestet wurden 91 Institute, darunter 14 aus Deutschland. Die Überprüfung deckt damit 65 Prozent des europäischen Bankensektors ab. Die deutschen Banken wollen ihre Ergebnisse nach anfänglichem Widerstand nun doch einzeln veröffentlichen - wenn auch nur widerwillig. Sie sprechen von Gruppendruck.
Bei Stresstests werden Extremszenarien durchgespielt. Regulierer erhalten so Informationen darüber, ob die Kapitalausstattung der Geldhäuser ausreicht, um sie für Krisen zu wappnen. Der aktuelle Stresstest lotet aus, wie eine schlechtere Konjunkturentwicklung sowie in Schock am Markt für Staatsanleihen sich auf die Banken auswirken würden. Die Kernkapitalquote (Tier 1) darf dabei nicht unter sechs Prozent rutschen.
Die spanische Zentralbank will die Ergebnisse wie geplant am ... Die spanische Zentralbank will die Ergebnisse wie geplant am frühen Abend veröffentlichen
Aktuelle Daten zeigen, wie groß das Misstrauen von Investoren gegenüber als schwach eingeschätzten Instituten noch ist - und wie sehr sie etwa bei der Refinanzierung von der Europäischen Zentralbank (EZB) abhängen. Die Geldvergabe der Notenbank an Geldhäuser aus Spanien, Portugal, Irland und Griechenland legte im ersten Halbjahr um 126 Mrd. Euro zu. Das machte den Löwenanteil des Gesamtanstiegs von 141 Mrd. Euro aus.
Seit dem Auslaufen eines 442 Mrd. Euro großen Jahrestenders Ende Juni sind die Volumen zwar zurückgegangen. Ende Juni machten die vier Länder aber 42 Prozent der 870 Mrd. Euro aus, die die EZB insgesamt verliehen hat. Zum Vergleich: Diese Staaten stellen gerade einmal 13 Prozent des EZB-Kapitals.
Stresssignale kommen auch vom Geldmarkt. Hier ist unbesichertes Geld momentan günstiger als besichertes: Der Satz für unbesicherte Übernachtkredite (European Overnight Index Average, Eonia) liegt derzeit unter dem, was bei Euro GC Pooling verlangt wird, einem Angebot der Terminbörse Eurex. Die Eurex übernimmt dabei die Rolle einer zentralen Gegenpartei, die bei einem Ausfall einspringt. Dafür müssen die Banken Sicherheiten hinterlegen, in Form von Wertpapieren.
Normalerweise müsste ein Geldhaus, das unbesichertes Geld verleiht, also keine Sicherheiten verlangt, einen höheren Satz veranschlagen als etwa bei Euro GC Pooling. Marktakteure erklären die derzeitige Anomalie damit, dass nach dem Ende des EZB-Jahrestenders auch schwächere Banken wieder gezwungen sind, an den Markt zu kommen. Aufgrund ihrer Schwäche böten sie Sicherheiten an und tieben so die Zinssätze bei GC Pooling.
"Die ganze Börse hängt davon ab,
ob es mehr Aktien gibt als Idioten, oder mehr Idioten als Aktien..."
André Kostolany