Auch habe mich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und werde den Freitag jetzt mal selbstkritisch aus meiner Sicht reflektieren.
Wie mehrfach gepostet hatte ich in den vergangenen Tagen im 60ziger Chart einen bärischen Dax-Keil prognostiziert und war übergeordnet bärisch eingestellt.
Aus diesem Grund hatte ich am Donnerstag zu Börsenschluss – in Erwartung schlechter Unternehmensergebnisse – einen Dax Short sowie einen SP Short ( 1090F) eröffnet.
Als am Freitag Morgen, der Dax nach Schließung des Future GAP´s bei 6185 durch die Keilunterkante fiel, war der Keil ausgelöst.
http://www.ariva.de/forum/...il-Update-397561?pnr=8325534#jump8325534
Durch die Stagnation am TT vom Donnerstag bei 6150 entschloss ich mich zur Gewinnmitnahme beider Short- Trades, da ein Rücklauf bis zum Keilunterkante wahrscheinlich wahr. Beim SP Short war dies allerdings nur ein kleiner Gewinn von zwei Futurepunkten.
Durch diesen „überschießenden“ Rücklauf zur Mittagszeit sowie die Ausbildung einer bärischen Flagge im 15 Chart, ging ich bei 6164 ( gepostet) einen kleinen Dax Long Trade ein. Dieser ging dann auch schnell in den Gewinn.
Durch den starken Kursanstieg zur Mittagszeit sah es zeitweilig so aus, als ob der Dax die Flaggenoberkante bei ca. 6220 oder sogar das TH vom Donnerstag bei 6250 anpeilen sollte.
Auch andere Analysen, bspw. die von cayman, unterstützten dieses Szenario.
Ich ließ in dieser Zeit das übergeordnete Szenario der Keilauflösung etwas außer acht, sondern achtete zu stark auf den 15 Chart mit der dortigen Flaggenbildung.
Mit steigendem Dax wurde natürlich auch der SP-Future hochgezogen, sogar glaube ich bis 1094F.
Kurzfristig also alles „richtig“ gemacht. Short tiefer verkauft, Shortrückkauf höher geplant.
ABER!
Ergebnisse:
Durch Bekanntgabe der Quartalsergebnisse der US-Großbanken, änderte sich jedoch der Kursverlauf plötzlich rapide, ohne zuvor die 6220 zu erreichen. Der Dax rutschte heftig nach unten und erreichte den prognostizierten Zielbereich bei 6030 -6060. Durch die einsetzende Dynamik kam ich nicht jedoch mehr in den Shorttrade zurück.
Der DaxLOng bei 6164 per SL zum Einstand verkauft. Das von 6208 angepasste Kursziel 6220 wurde um 10 Punkte verfehlt.
Nachmittags ging ich bei 6050 einen DAX Long ein, der aufgrund der Abwärtsdynamik zum Einstand wieder geschlossen wurde.
Der bei Erreichen des Aufwärtstrend eingegangene SP Long wurde per SL mit Verlust verkauft.
In Summe also trotz eingetroffenem Szenario am Ende des Tages ein kleiner Verlust, anstatt eines ORDENTLICHEN Shortgewinns.
Aufgrund des „Klein Klein´s “, dem Versuch einen besseren Shortrückkauf zu erwischen - was kurzfristig auch der Fall war - entging mir ein ansehnlicher SHORT-Gewinn.
Rückschlüsse:
Dies lag in Rückblende daran, dass ich dem 15 Chart zur Mittagszeit mehr Beachtung, als dem übergeordnet wichtigeren 60ziger Chart schenkte.
Fazit:
a.)
Dem zeitlichen größeren Chartbild ist in der Einschätzung, dem zeitlichen kurzfristigen Chartbild IMMER der Vorrang einzuräumen.
b)
Man kann den Markt nicht „überall“ und zu jeder Zeit handeln. Dieses „Klein Klein“ um wenige bessere SHORT-Punkte, verhinderte den eigentlichen großen SHORT-Gewinn des Abverkaufs.
Rückblickend betrachtet war der Dax-Long bei 6164 völlig in Ordnung. Allerdings hätte ich parallel NICHT die bestehenden beiden SHORT-Positionen im Dax und SP schließen dürfen.
Der spätere SP Longtrade bei Erreichen der Aufwärtstrendlinie war inhaltlich ebenfalls i.O., da nach dem moderaten Kursverfall der vergangenen Tage, zumindest ein Abprall im 1. Versuch wahrscheinlich gewesen wäre.
Der heftige Kursrutsch in dieser Dimension kam für mich auch überraschend.
