"Wir schauen optimistisch in eine erfolgreiche Zukunft." Nach tagelangem Ringen hatten sich am Wochenende das Land Sachsen, der Mutterkonzern Infineon und die portugiesische Regierung auf finanzielle Hilfen für die von Insolvenz bedrohte Infineon-Tochter geeinigt. Die Infineon-Aktien legten angesichts der Erleichterung über die beschlossene Rettung am Montag um zeitweise über 11 Prozent auf 0,735 Euro zu.
Infineon steuert nur knapp ein Viertel zum Rettungspaket bei
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Qimonda erhält nun neue Darlehen im Umfang von 325 Millionen Euro. 150 Millionen Euro übernimmt der Freistaat Sachsen und 100 Millionen Euro gewährt Portugal aufgrund eines Qimonda-Standortes in Porto mit rund 2000 Beschäftigten. 75 Millionen Euro werden vom Münchener Mutterkonzern Infineon beigesteuert, der 77,5 Prozent Anteile an Qimonda hält. Mit dem Hilfspaket soll unter anderem eine neue Technologie umgesetzt werden, die nach Expertenansicht dem Unternehmen einen technologischen Vorsprung von 18 Monaten bringt.
Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) will an diesem Dienstag seine Kabinettskollegen über das Hilfspaket informieren. Nach Zustimmung durch den Finanzminister muss der sächsische Landtag das Hilfspaket noch genehmigen. Eine Sondersitzung des Landtags noch in diesem Jahr gilt als eher unwahrscheinlich.
"Wir haben für Qimonda eine Lösung gefunden und sind sehr froh darüber, dass der größte Exporteur in Portugal unserem Land erhalten bleibt", sagte der portugiesische Wirtschaftsminister Manuel Pinho. Das Rettungspaket solle Qimonda in die Lage versetzen, einen Zeitraum von sechs oder zwölf Monaten zu überbrücken. "Die Situation war äußerst ernst." In Porto werden im Dresdner Werk produzierte Chips vollendet.
Analysten skeptisch - Rettung nur "vorerst"
"Hier haben sich europäische Länder zusammengefunden, um eine wichtige industriepolitische Entscheidung zu treffen", sagte der IG Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, in einem dpa-Interview. "Ich muss sagen, dass die Beteiligung Portugals für uns überraschend war. Aber rundweg begrüßen wir das." Es werde nun darum gehen, einen Pakt zur Beschäftigungssicherung zu schließen, der die Frage der Arbeitsplätze klärt. "Die sächsische Staatsregierung sollte auf jedem Fall ins Auge fassen, nicht nur als Kreditgeber für Qimonda zu fungieren", betonte er. Es müsse sehr genau auf den Erhalt der Zukunftsfähigkeit geachtet werden.
"Diese Rettungsaktion für Qimonda dürfte nicht ausreichen", betonte der Analyst Bernd Laux von Cheuvreux. Qimonda sei mit Hilfe Sachsens, Portugals und Infineons lediglich "vorerst" vor der Insolvenz gerettet worden.
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