Frankfurt (Reuters) - Die Siemens AG hat einen Magazinbericht zurückgewiesen, wonach der weltgrößte Netzbetreiber Vodafone beim Start von UMTS nach derzeitiger Planung hauptsächlich auf andere Handyhersteller zurückgreifen will. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet vorab aus seiner Montagsausgabe, dass Siemens im Milliardengeschäft mit den künftigen UMTS-Handys eine "schwere Schlappe einstecken" musste. Grund sei eine veränderte Strategie der großen Mobilfunkgesellschaften. Nach wochenlangen Verhandlungen habe sich Vodafone inzwischen auf drei so genannte Kernlieferanten festgelegt. Dazu zählten Nokia, Motorola und Panasonic. Siemens-Sprecher Peter Gottal, sagte dagegen auf Reuters-Anfrage am Wochenende: "Die Gespräche zwischen Siemens und Vodafone und der Deutschen Telekom dauern noch an".
Bei der Telekom-Tochter T-Mobile (62 Millionen Kunden) sei Siemens neben Nokia, Motorola und Samsung noch in der engeren Wahl, schreibt das Magazin weiter. Allerdings sei über konkrete Mengen bisher nicht gesprochen gesprochen. Genau das könnte zum Problem werden. Denn die technische Leistungsfähigkeit des Konzerns werde von der Branche nicht in Frage gestellt. Allerdings habe Siemens in bisherigen Verhandlungen mit Netzbetreibern nicht gewährleisten können, dass im nächsten Jahr eine genügend große Anzahl an UMTS-Handys für die europaweite Einführung zur Verfügung steht, heißt es in dem Bericht. "Wir halten definitiv an unseren Planungen fest. Ab 2003 rechnen wir mit einem größeren Marktbedarf und größeren Stückzahlen", fügte der Siemens-Sprecher hinzu.
Erst in der vergangenen Woche hatte Siemens-Chef Heinrich von Pierer bessere Ergebnisse der Handy-Sparte für das nächste Jahr in Aussicht gestellt. Zuvor allerdings hatte er rund 2600 Stellen in der Fertigung gestrichen.
Einem weiteren Magazinbericht zufolge hat der Siemens-Konzern im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr einen Milliarden-Verlust verbucht. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet vorab aus seiner Montagsausgabe unter Berufung auf firmeninterne Kreise, dass das Gesamtgeschäft, das heißt die US-Holding Siemens Corp. mit den direkt den Konzernbereichen zugeordneten Aktivitäten, im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust vor Steuern von 1,3 Milliarden Mark nach einem Fehlbetrag von 0,3 Milliarden Mark im Vorjahr verbuchen werde. Ohne Abschreibungen auf zugekaufte Firmen wäre das Ergebnis wie im Vorjahr „ungefähr ausgeglichen" ausgefallen. Ein Siemens-Sprecher sagte auf Anfrage, dass Goodwill-Abschreibungen das Ergebnis belastet dürften. Eine konkrete Zahl wollte er aber nicht nennen. Die endgültigen Zahlen für das US-Geschäft will Siemens den Angaben zufolge am 6. Dezember nennen.