Märkte in Asien kräftig unter Druck- Nikkei unter 17.000
Tokio, 05. Mär (Reuters) - Die Aktienmärkte in Asien sind mit kräftigen Abschlägen in die neue Woche gestartet. Der Nikkei in Tokio fiel unter die Marke von 17.000 Punkten und damit auf den tiefsten Stand in diesem Jahr. Händler machten dafür vor allem den starken Yen, die schwachen Vorgaben der US-Börsen und eine weiter bestehende Verunsicherung der Anleger verantwortlich. "Heute wird es wehtun", hatte Shinji Igarashi von Chuo Securities die Entwicklung in Asien vorhergesagt. "Es gibt wirklich überhaupt keine Gründe, zu kaufen."
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index<.N225> lag in der zweiten Sitzungshälfte 2,8 Prozent im Minus mit 16.739 Punkten. Der breiter gefasste TOPIX<.TOPX> verlor 2,7 Prozent auf 1675 Zähler. Ähnlich sah es an den anderen Plätzen aus: In Südkorea <.KS11>ging es 2,1 Prozent bergab und in Hongkong<.HSI> 3,1 Prozent. Taiwan<.TWII> verlor 3,9 und Singapur gar 4,1 Prozent.
In Schanghai gab der SSE Composite 1,3 Prozent nach. Der dortige Kurssturz am Dienstag hatte für Verunsicherung bei den Anlegern weltweit gesorgt und zu den größten Verlusten seit 2001 geführt. US-Notenbankchef Ben Bernanke und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten die panikartigen Verkäufe jedoch als unbegründet bezeichnet und von einer nicht grundlegenden Änderung des Markttrends gesprochen.
Der Dow-Jones-Index<.DJI> hatte am Freitag ein weiteres Prozent verloren, die Nasdaq<.IXIC> 1,5 Prozent. Im Wochenverlauf büßte der Dow 4,2 und die Nasdaq 5,85 Prozent ein. Das war die schwärzeste Woche in den USA seit rund vier Jahren.
Der Yen kletterte am Montag zum Euro und zum Dollar auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Der stärkere Yen belastet die Gewinne japanischer Exporteure, wenn sie ihre im Dollar-Raum erwirtschafteten Erlöse zurück transferieren. So fielen am Montag etwa die Aktien von Canon um 2,2 Prozent. Der Kamera-Hersteller erwirtschaftet rund 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Sony gaben 2,4 Prozent nach, Toyota 2,9 Prozent.
Für die Verluste wurden erneut auch Carry Trades verantwortlich gemacht. Dabei leihen sich Anleger Geld in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen und legen die Mittel in Hochzinswährungen wie Euro oder Dollar an. "Hedge-Fonds-Manager und Spekulanten, die Aktien mit Geld aus Carry Trades gekauft haben, müssen ihre Aktien jetzt verkaufen, um ihre Währungspositionen zu schließen", sagte Kenichi Hirano von Tachibana Securities.
Zu den wenigen Werten, die sich am Montag gegen den Trend stemmen konnten, gehörte JVC. In Kreisen hatte es geheißen, die Finanzinvestoren Texas Pacific Group und Cerberus würden wohl in diesem Monat ihre Angebote für eine Mehrheit an JVC vorlegen. JVC-Aktien Aktien stiegen um 0,3 Prozent.
Gruß TDM850