Premiere soll im März an die Börse


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RealDOJO:

Premiere soll im März an die Börse

 
18.01.05 07:56
Taugt das Unternehmen was?

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Premiere soll im März an die Börse

Der Pay-TV-Sender Premiere soll im März an die Börse gehen. Diesen Beschluss hätten Gesellschafter und Vorstand am Wochenende getroffen, teilte die Premiere AG am heutigen Montag in München mit. Das Unternehmen strebt eine Notierung am Amtlichen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) an. Das Konsortium für den geplanten Börsengang bilden insgesamt elf Banken unter Führung der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank, Credit Suisse First Boston sowie Morgan Stanley.

Ein wichtiger Teil der Emission werde aus einer Kapitalerhöhung stammen, hieß es in einer Stellungnahme. Premiere sollen durch die Ausgabe neuer Aktien mehrere hundert Millionen Euro zufließen. Mit dem Erlös sollen die Schulden reduziert und das weitere Wachstum finanziert werden. Premiere-Abonnenten, die ihr Abonnement bis zum 16. Januar 2005 abgeschlossen haben, sollen "eine gewisse Mindestmenge" an Aktien zum Emissionspreis erhalten. Details des Börsenangebots wollen die Premiere-Gesellschafter gemeinsam mit den Banken in den kommenden Wochen festlegen.

Premiere zählt derzeit mehr als drei Millionen Abonnenten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2004 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 720 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 66 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2004 will Premiere am 1. Februar veröffentlichen. Das Grundkapital der Premiere AG beträgt derzeit 70 Millionen Euro, aufgeteilt in 70 Millionen auf den Namen lautende Stückaktien. (pmz)

so long...
JM
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bammie:

hast du Abo ? sonst gibbet nix :) o. T.

 
18.01.05 07:58
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RealDOJO:

Skepsis vor dem Börsengang von Premiere

 
10.02.05 08:44
Skepsis vor dem Börsengang von Premiere

Der Zeitplan für den größten Börsengang in der deutschen Medienlandschaft seit knapp acht Jahren steht: Der Bezahlsender Premiere will am 9. März den Sprung auf das Börsenparkett wagen. "Wir rechnen mit großem Interesse institutioneller Anleger aus Deutschland, Österreich und weiteren Ländern", sagte Premiere-Chef Georg Kofler am heutigen Mittwoch in München. Wegen der populären Marke und des einfachen Geschäftsmodells sei die Aktie zudem auch für Privatanleger attraktiv. In der Branche gibt es aber auch viele skeptische Stimmen. Kofler zeigt sich davon unbeeindruckt. "Skeptiker haben mir noch nie sonderlich imponiert."

Georg Kofler will mit dem Premiere-Börsengang ein Kunststück wiederholen, das ihm schon im Juli 1997 gelungen ist. Damals brachte der umtriebige Südtiroler die ProSieben AG an die Börse und entfachte eine riesige Nachfrage. Für fast 30 Milliarden Euro hätte Kofler Anteilsscheine verkaufen können, die Aktien wurden schließlich verlost. Für die 17,5 Millionen stimmrechtlosen Vorzugsaktien, die die Hälfte des Grundkapitals ausmachten, erlöste Kofler so umgerechnet gut 640 Millionen Euro. Das sei ein "überwältigender Vertrauensbeweis", sagte Kofler damals nach der Emission.

Einen solchen Vertrauensbeweis wird Kofler auch diesmal wieder brauchen. "Wenn es einer schafft, Premiere an die Börse zu bringen, dann der Kofler", sagt ein Fernsehmanager, der beim ProSieben- Börsengang dabei war. Kofler sei ein glänzender Verkäufer und vermutlich "das wichtigste Asset", also der wichtigste Vermögenswert, der Premiere AG. Das Kapitalumfeld sei heute eher schwieriger als damals. "Vor allem aber fragen sich viele: Wo ist die Wachstumsfantasie?"

Die Zahl der Abonnenten hat Premiere mit attraktiven Angeboten und millionenschweren Werbekampagnen auf mittlerweile 3,25 Millionen Kunden gesteigert. Bei seinem Antritt als Premiere-Chef hatte Kofler 4 Millionen als Voraussetzung für den Börsengang genannt. Da die Kosten des Senders aber inzwischen deutlich niedriger sind, senkte er die Messlatte bald. "Das Potenzial für das Bezahlfernsehen in Deutschland müsste langsam ausgereizt sein", heißt es bei einem Privatsender. Wer sich für Fußball und werbefreie Spielfilme interessiere, habe bereits Premiere. Zudem sei die Konkurrenz durch die zahlreichen frei empfangbaren Sender und die öffentlich-rechtliche Konkurrenz groß. "Das kann man nicht so einfach zum Beispiel mit Großbritannien vergleichen, wo die Pay-TV- Marktdurchdringung größer ist." Außerdem erwachse Premiere im digitalen Zeitalter neue Konkurrenz. So bietet neuerdings auch der größte Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland ein Bezahlpaket an, wenn auch bisher mit einer überschaubaren Kundenkartei.

Kofler teilt die Bedenken nicht. "Für mich beginnt die Pay-TV- Branche in Deutschland jetzt erst richtig." Die Pay-TV- Marktdurchdringung sei in Deutschland mit acht Prozent noch immer lächerlich niedrig. "Wir sind in einem Wachstumsmarkt, in dem Premiere die erste Geige spielt." Premiere werde zudem ein sehr profitables Unternehmen sein. Im vergangenen Jahr machte der Sender noch einen Verlust von gut 80 Millionen Euro, schrieb aber zumindest operativ erstmals schwarze Zahlen.

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob Kofler wieder das Aktienfieber entfachen kann. Die Anleger können die Aktien der Premiere AG voraussichtlich vom 23. Februar bis zum 8. März zeichnen. Im gleichen Zeitraum wollen Kofler und sein Finanzvorstand Michael Börnicke auf einer Roadshow bei institutionellen Anlegern für die Aktie werben. (Axel Höpner, dpa)
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