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Premiere peilt die Börse an


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bammie:

Premiere peilt die Börse an

 
09.08.04 14:12
News - 09.08.04  13:55


Premiere peilt die Börse an
 
Der Abo-Sender Premiere hat dank Preiserhöhungen und neuer Angebote die Gewinnzone erreicht. Für das kommende Jahr schließt Senderchef Georg Kofler einen Gang aufs Börsenparkett nicht aus.


Der Bezahlsender Premiere hat im zweiten Quartal operativ schwarzen Zahlen geschrieben und seinen Umsatz gesteigert. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sei ein Ergebnis von knapp 21 Mio. Euro erzielt worden, nach einem Verlust von knapp 7 Mio. Euro im Vorjahr, teilte Premiere am Montag in München mit. Auf dieser Basis hatte das Unternehmen bereits 2003 für ein Quartal die Gewinnschwelle überschritten. Der Umsatz stieg zwischen April und Juni um 9,2 Prozent auf 255,1 Mio. Euro.

Während dabei wie geplant die Erlöse aus Verkauf und Vermietung von Empfangsgeräten (Receivern) um zwei Drittel sanken, konnte Premiere den Umsatz mit Pay-TV-Abonnements um 25,1 Prozent auf 207,3 Mio. Euro steigern. Dies, obwohl der Sender zuletzt seine Preise erhöht hatte - was knapp 62.000 Kunden zur Kündigung veranlasste. Die zum Quartalsende registrierten rund 2,89 (Ende März: 2,96) Millionen Kunden sorgen nun aber mit im Schnitt rechnerisch 316,15 (Vorjahr 258,54) Euro für einen deutlichen höheren Jahresumsatz.

Konzernchef Georg Kofler bekräftigte das Ziel, im kommenden Jahr schwarze Zahlen auch unter dem Strich zu liefern und den Gang an die Börse zu wagen. "Das ist das erste Mal, dass ich sagen würde, Premiere ist operativ nachhaltig in den schwarzen Zahlen", sagte Kofler am Montag und fügte hinzu: "Wir haben alle Erbschaften verdaut." Premiere werde auch im Gesamtjahr 2004 vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) schwarze Zahlen in zweistelliger Höhe schreiben.


IPO auch 2004 möglich


"Wir bereiten uns darauf vor, den Börsengang für den Jahresverlauf 2005 ins Auge zu fassen", sagte Kofler. 2004 sei nicht gänzlich ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich. Bei der Auswahl der Banken und Berater sei noch keine Entscheidung getroffen. "Da sind Gespräche unterwegs - alles ohne großen Entscheidungsdruck." Kofler wollte nicht sagen, welchen Unternehmenswert er für Premiere als angemessen hält.

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Münchener wird wegen des Gesellschafterwechsels im Februar 2003 von hohen immateriellen Abschreibungen (Goodwill) belastet, die jährlich mit rund 111 Mio. Euro zu Buche schlagen.

"Abonnentenzahlen sind wichtig", sagte Kofler. "Aber das ist nicht die einzige Größenordnung." Dennoch wolle Premiere zum Jahresende über 3,2 Millionen Kunden "plus/minus ein Prozent" verfügen. Er sei überzeugt davon, dass sich der Umsatz je Kunde noch weiter steigern lasse - wenn auch nicht in dem zuletzt erreichten Tempo.


Schub durch Bundesliga


Der Beginn der Bundesliga-Saison habe Premiere zu einem Schub verholfen. "Das ist jedes Jahr so", sagte Kofler. So habe der Bezahlsender in der vergangenen Woche pro Tag rund 3000 bis 4000 Neu- Abonnenten gezählt. Üblich seien im Schnitt etwa 1500 bis 2500 pro Tag.

Kofler hatte bereits angekündigt, sich gegen die Vergabe der olympischen Fernsehrechte 2010 und 2012 an die Europäische Rundfunk-Union, der auch ARD und ZDF angehören, juristisch zu wehren. "Wir sind an den rechtlichen Vorbereitungen", sagte der Sender-Chef. Konkrete Maßnahmen gebe es aber bislang noch nicht.

Hinsichtlich der erwogenen Verlegung des Firmensitzes weg aus München ist nach Koflers Worten weiter alles offen. "Wir wollen im Herbst entscheiden", sagte er. Premiere werde bei den Verhandlungen mit den interessierten Städten - im Gespräch waren neben München unter anderem Berlin oder Köln - auf ein ganzes Bündel an Kriterien achten. Hierzu zählten Gewerbesteuersätze, Immobilienangebot, Infrastruktur sowie die medienpolitische Begleitung durch die jeweilige Landesregierung. Ein Wegzug von Premiere aus München dürfte dem Image von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, der gerne als Anwalt des privaten Fernsehens auftritt, Kratzer zufügen.



Quelle: Financial Times Deutschland
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Zwergenwerf.:

schub bekommen? aber um welchen preis

 
09.08.04 14:35
trommeln die kunden zusammen?

im augenblick im media markt eine digital reciver für 1 euro, wie das möglich ist?

nun, premiere verschenkt die dinger plus 12 monate premiere plus 3 monate premiere sport.

wenn der vertrag rechtzeitig gekündigt wird haben die einfach nur viel geld verschenkt.

die gehen noch kaput dank ihrer marktpolitik.

das muß man sich mal vorstellen eine firma die in deutschland monopolist ist kriegt es nicht gebacken die leute zu motivien ihre ware zu kaufen drum wird sie verschenkt...

und was nichts kostet ist auch nichts!
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bammie:

Dynamisch wachsende Erotik-Sparte

 
23.08.04 09:52
PREMIERE  

Dynamisch wachsende Erotik-Sparte



Aufwärts zeigen die Abo-Zahlen für den Blue-Movie-Channel beim Bezahlsender Premiere. 50.000 zahlende Kunden binnen sechs Monaten haben die Pornofilme bereits angelockt - Tendenz steigend. Regelbedarf sieht Senderchef Georg Kofler beim Thema Jugendschutz. Den halte Premiere bei der Werbung im Gegensatz zu Mitbewerbern ein.

Hamburg - Eines der jüngsten Geschäftsfelder des Bezahlfernsehensenders Premiere generiert hohe Erträge. Premiere- Chef Georg Kofler Premiere kündigt gegenüber dem Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" an: "Bis Ende August werden wir 50.000 Blue- Movie-Abonnenten haben." Am vergangenen Freitag waren es 45.000.
Der Porno-Service, den Premiere selbst lieber als "Vollerotik" verkauft, ist erst seit Februar per Satellit und seit April im Kabel empfangbar - und beileibe kein Schnäppchen: Die notwendige zusätzliche Smartcard kostet einmalig 23,90 Euro inklusive zweier Einzelabrufe für Streifen wie "Dschungel Extrem", die regulär 6 Euro pro Abruf kosten.

Nach ersten Erhebungen buchen Blue-Movie-Kunden bislang im Schnitt zwei Filme im Monat, insgesamt registrieren die Münchner täglich 2000 bis 3000 Abrufe. Kofler, der von einem "dynamisch wachsenden Geschäftsfeld" spricht, wettert derweil gewohnt kampfeslustig gegen eine "massive Wettbewerbsverzerrung": Besonders Porno-Angebote aus dem Ausland, die via Satellit zu empfangen sind und aktiv beworben werden, sind ihm ein Dorn im Auge. "Im Moment sind wir die Blöden, weil wir uns an die Jugendschutzregeln halten", klagt Kofler, während die "halb legale Konkurrenz ungeniert für Angebote ohne jeden Jugendschutz wirbt". Hier seien Landesmedienanstalten und Staatsanwaltschaften gefordert: "Ich erwarte, dass diesen halb legalen Anbietern das Handwerk gelegt wird."
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bammie:

Premiere geht 2005 vielleicht doch nicht

 
08.01.05 19:35
Bezahlsender Premiere geht 2005 vielleicht doch nicht an die Börse

Frankfurt/Main (ddp.vwd). Der Bezahl-Fernsehsender Premiere geht möglicherweise doch nicht in diesem Jahr an die Börse. Das sagte der Chef der Beteiligungsgesellschaft Permira, Thomas Krenz, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Es gebe keine Notwendigkeit, 2005 zu verkaufen. «Wir haben immer gesagt, Premiere ist 2005 börsenreif. Das ist der Fall. Wann dann der richtige IPO-Zeitpunkt ist, werden wir sehen», sagte Krenz weiter. Entscheidend sei das Umfeld an der Börse.

Doch das ist derzeit offenbar noch nicht gut genug. Der Permira-Chef rechnet damit, dass sich das Börsenumfeld in diesem Jahr nur moderat aufhellt. «Das Angebot potentieller Investoren liegt momentan signifikant unter dem fairen Wert, den Investmentbanker nennen», berichtet Krenz. Die Beteiligungsgesellschaft Permira hält 55 Prozent an dem Pay-TV-Sender, 20 Prozent liegen bei Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler. ddp.vwd/rab/gkw  
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bammie:

Premiere will offenbar doch bald die Börse

 
11.01.05 23:01
Berlin (ddp.vwd). Der Pay-TV-Sender Premiere will angeblich noch im ersten Halbjahr an die Börse gehen. Die Planungen liefen derzeit auf einen Emissionstermin «spätestens Anfang Mai» hinaus, berichtet die Zeitung «Die Welt» (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Der Börsengang solle von einem Bankenkonsortium unter Führung von Morgan Stanley und HypoVereinsbank (Xetra: 802200.DE ) erfolgen. Dem Vernehmen nach wollten die Gesellschafter in den nächsten Tagen zusammentreffen, um den genauen Zeitplan festzulegen.

Premiere kommentierte die Informationen nicht. Sender-Chef Georg Kofler hatte Anfang der Woche gesagt, er wolle auf jeden Fall an dem für 2005 geplanten Börsengang festhalten. Gestützt würden die Pläne von der guten Geschäftsentwicklung, sagte Kofler. Die Zahl der Premiere-Abonnenten hatte sich im vergangenen Jahr um den Rekordwert von 340 000 Neukunden auf 3,25 Milllionen erhöht.

Die Investmentgesellschaft Permira als Mehrheitsaktionär von Premiere hatte sich zuletzt zurückhaltend zum Zeitpunkt eines Börsengangs geäußert. Dies sei 2005 nicht unbedingt notwendig, wurde Deutschland-Chef Thomas Krenz zitiert.

Der Pay-TV-Sender hat nach Angaben von voriger Woche seine Neukunden-Ziele 2004 um 50 000 übertroffen. Im vierten Quartal sei mit rund 236 700 Abonnenten der bislang größte Dreimonatszuwachs in der Unternehmensgeschichte erzielt worden. Premiere-Kunden sehen laut Kofler im Jahresdurchschnitt täglich 217 Minuten fern. Der Schnitt aller Fernsehzuschauer in Deutschland liegt bei 210 Minuten am Tag. ddp.vwd/hpn/mwo  
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Luki2:

Premiere geht im März an die Börse

 
17.01.05 10:43
Premiere geht im März an die Börse

München (dpa) - Der Bezahlsender Premiere will schon im März an die Börse. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung sollen dem Unternehmen dabei mehrere hundert Millionen Euro zufließen, teilte Premiere am Montag in München mit. Mit dem Erlös sollen die Schulden reduziert und das weitere Wachstum finanziert werden. Der Börsengang wird von einem Konsortium aus elf Banken begleitet.



© WELT.de  

Gr.  
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bammie:

Premiere/Kofler: Emissionserlös bis zu

 
17.01.05 13:26
Details über den Börsengang sollen bis Mitte Februar erarbeitet werden, sagte Kofler. Gegenwärtig sind neben ihm die Permira beratende Fonds mit 54,76%, die HVB und die Bayern LB mit je 10% und zwei Einzelaktionäre mit je 0,64% an Premiere beteiligt. Das Grundkapital beziffert das Unternehmen auf derzeit 70 Mio EUR. Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung sollen zum einen bestehende Kredite zurückgeführt, zum anderen das operative Geschäft gestärkt werden. Bei letzterem will Kofler den Schwerpunkt auf das Programm legen. Es solle exklusiver und vielfältiger werden. So plane der Sender mehr Themenkanäle, der Filmbereich solle durch Top-Serien gestärkt werden.

Zurzeit zählt Premiere 3,25 Millionen Abonnenten in Deutschland und Österreich, was einer Marktdurchdringung von rund 8% entspricht, wie der Sender angibt. Kofler hält dabei an seinem Ziel fest, Ende 2007/Anfang 2008 die 4-Millionen-Kunden-Marke zu durchbrechen. Die Gewinnung von 250.000 bis 350.000 Neukunden pro Jahr hält der Premiere-Vorstandsvorsitzende für realistisch. (ENDE) Dow Jones Newswires/17.1.2005/apr/nas  
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lancerevo7:

aus den ard-news

 
17.01.05 19:37
17.01.2005 11:43
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Premiere will im März an die Börse
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Der PayTV-Sender hat seine Börsenpläne konkretisiert: Schon in wenigen Wochen soll der Schritt aufs Parkett erfolgen. Experten schätzen den Unternehmenswert auf 2,5 Milliarden Euro.
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Premiere-Chef Georg Kofler rechnet mit einem Emissionserlös von weniger als 500 Millionen Euro. "Ich werde auch nach dem IPO in prozentual zweistelliger Größenordnung engagiert bleiben", sagte Kofler, der 20,5 Prozent an Premiere hält. Auch wolle er weiter an der Spitze der Gesellschaft stehen.
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Positive Reaktionen
Die bisherigen Reaktionen von Investoren auf den geplanten Börsengang bezeichnete Kofler als "ausgesprochen positiv". Einzelheiten zu der Emission sollten bis Mitte Februar folgen. Fondsmanager hatten in den Vergangenheit den gesamten Unternehmenswert von Premiere auf 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die Emission stehe unter der Führung von HVB, Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston (CSFB). Insgesamt werde die Transaktion von elf deutschen und internationalen Finanzhäusern begleitet. Als Datum nannte das Unternehmen den Monat März. Premiere-Abonnenten sollten Vorteile bei der Zeichnung erhalten. "Die künftigen Aktionäre investieren in ein Unternehmen, das die kritische Masse für profitables Wachstum erreicht hat", sagte Kofler.

Derzeit werden knapp 55 Prozent an Premiere von dem Finanzinvestor Permira gehalten, weitere 20,5 Prozent liegen bei Senderchef Kofler. HVB und Bayerische Landesbank halten jeweils zehn Prozent.

Startschuss für besseren IPO-Jahrgang?
Die deutsche Finanzbranche hofft, dass ein erfolgreicher Premiere-Börsengang ein besseres Neuemissionsjahr 2005 einläuten könnte (siehe Link zum Ausblick). Im vergangenen Jahr hatten X-Fab und Siltronic mit ihren Absagen den Auftakt gründlich verpatzt. Unternehmen wie Mifa, Wincor Nixdorf und – trotz aller Schwierigkeiten - die Postbank sorgten dann doch noch zumindest für ein wenig Abwechslung auf dem Kurszettel.

zyd
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bammie:

Premiere bevorzugt beim Börsengang Abonnenten

 
18.01.05 06:59
Der Münchener Pay-TV-Sender Premiere will bereits im März 2005 an die Börse gehen. Abonnenten sollen dabei bevorzugt behandelt werden.
"Ein wichtiger Teil der Emission soll aus einer Kapitalerhöhung stammen", teilte der Sender am Montag in München mit, ohne ein genaues Volumen zu nennen. "Premiere werden durch die Ausgabe neuer Aktien voraussichtlich mehrere 100 Mio. Euro zufließen." Das Unternehmen strebt eine Notierung am Amtlichen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse an.
Die Transaktion stehe unter der Führung der  HVB, Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston (CSFB). Insgesamt werde die Transaktion von elf deutschen und internationalen Finanzhäusern begleitet. Angaben zum Emissionsvolumen, zur Preisspanne sowie zur Zeichnungsfrist wurden noch nicht gemacht.
In den ersten neun Monaten 2004 erwirtschaftete Premiere nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 720 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis von 66 Mio. Euro. Die wirtschaftlichen und operativen Kennzahlen des Gesamtjahres 2004 will Premiere am 1. Februar 2005 veröffentlichen. Fondsmanager hatten in der Vergangenheit den gesamten Unternehmenswert auf 2,5 bis 3,5 Mrd. Euro geschätzt.
Abonnenten erhalten Vorteile

"Premiere-Abonnenten erhalten eine bevorrechtigte Zuteilung und werden - auch bei großer Nachfrage - eine gewisse Mindestmenge an Aktien zum Emissionspreis erhalten", teilte der Pay-TV-Sender mit. "Die künftigen Aktionäre investieren in ein Unternehmen, das die kritische Masse für profitables Wachstum erreicht hat", sagte Premiere-Chef Georg Kofler.

Das Unternehmen habe in den vergangenen drei Jahren "einen der größten Turnarounds in der europäischen Mediengeschichte" geschafft. Kofler: "Der Börsengang wird die unternehmerischen Spielräume für Premiere erweitern." Zudem verbessere sich die Finanzstruktur. Derzeit werden knapp 55 Prozent an Premiere von dem Finanzinvestor Permira gehalten, weitere 20,5 Prozent liegen bei Senderchef Kofler. HVB und Bayerische Landesbank (BayernLB) halten jeweils zehn Prozent.
Kofler will langfristig bei Premiere bleiben

Kofler will nach dem geplanten Börsengang langfristig bei dem Unternehmen engagiert bleiben. Sein Vertrag sei kürzlich bis 2009 verlängert worden, sagte Kofler am Montag der Nachrichtenagentur dpa in München. Er wollte zwar nicht ausschließen, dass er im Zuge des Börsengangs Anteile an dem Unternehmen abgibt. Er werde aber auch nach der Kapitalerhöhung und dem möglichen Verkauf von Aktien Großaktionär im zweistelligen Prozentbereich bleiben.
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bammie:

Wir wollen mittelfristig in den MDAX

 
19.01.05 20:41
Der Abo-Sender Premiere möchte im März an die Börse gehen. Damit steht das größte IPO in Deutschland seit dem Debüt der Postbank im vergangenen Jahr an. BÖRSE ONLINE sprach mit Vorstandschef und Großaktionär Georg Kofler über die Emission.

BÖRSE ONLINE: Woher nehmen Sie den Mut, sich als eines der ersten Unternehmen 2005 auf den flauen deutschen IPO-Markt zu wagen?

Georg Kofler: Ich möchte nicht hinterherlaufen, sondern voraus. Im Übrigen hat uns die Sanierung von Premiere viel mehr Mut abverlangt als der Börsengang.

BÖRSE ONLINE: Welche Perspektiven bieten Sie Ihren Investoren?

Kofler: Wir wollen vor allem die Abonnentenzahl weiter steigern. Die Verbreitung von Pay-TV liegt in Deutschland mit acht Prozent weit unter dem europäischen Durchschnitt. Daneben setzen wir auf die beiden Zukunftstrends digitale Videorecorder und hochauflösendes Fernsehen.

BÖRSE ONLINE: Wie viel Geld soll der Börsengang in die Premiere-Kasse spülen?

Kofler: Die Emission wird eine kräftige Kapitalerhöhung beinhalten, die mehrere hundert Millionen Euro bringen soll. Allerdings wird der Zufluss wohl tendenziell unter einer halben Milliarde Euro liegen.

BÖRSE ONLINE: Was haben Sie mit dem frischen Kapital vor?

Kofler: In erster Linie wird die Finanzstruktur verbessert, indem wir Bankverbindlichkeiten abbauen. Damit vergrößert sich auch unser unternehmerischer Spielraum.

BÖRSE ONLINE: Welchen Streubesitz streben Sie an?

Kofler: Nur so viel: Wir wollen mittelfristig in den MDAX. Dazu brauchen wir einen Streubesitz in signifikanter Höhe.  
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bammie:

Anlegergeld für mehr Bundesliga

 
22.01.05 23:36
Georg Kofler hat den einstigen Minus-Sender Premiere profitabel gemacht. Jetzt bringt er ihn an die Börse. 1997 führte er bereits Pro7 aufs Parkett. Der Marketing-Gag diesmal: Abonnenten werden bevorzugt mit Aktien bedacht.

von Hans Sedlmaier

Premiere ist ein Bezahlsender. Über ein Jahrzehnt lang hieß das: Der Eigentümer bezahlt für die Verluste. Die waren so hoch, daß sie sogar Deutschlands größten Medienunternehmer Leo Kirch zu Fall brachten. Erst Georg Kofler gelang es, mit Premiere Geld zu verdienen. Nun will er an die Börse.

Euro: Premiere hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit der Gründung 1991 Geld verdient. Warum sollen Anleger Ihnen Geld geben?

Kofler: Weil wir eine attraktive Marke bieten, ein funktionierendes Geschäftsmodell und weil das Management bewiesen hat, daß es auch unter schwierigsten Bedingungen seine Prognosen erfüllt.

Euro: In welchem Ausmaß sollen Kleinanleger zum Zuge kommen?

Kofler: Das steht noch nicht fest, Premiere wendet sich aber definitiv auch an das breite Publikum. Abonnenten erhalten eine bevorrechtigte Zuteilung und auf jeden Fall eine gewisse Mindestmenge an Aktien.

Euro: Wie ist der weitere Fahrplan?

Kofler: Bis Mitte Februar steht das Timing bis zur Erstnotierung. Die Preisspanne wird etwas später, vor Beginn der Roadshow, veröffentlicht.

Euro: Kritiker sehen den Börsengang als große Marketing-Aktion.

Kofler: Was ist daran kritisch? Ein erfolgreicher IPO unterstützt Image und Wahrnehmung von Premiere.

Euro: Bis wann sind Sie im MDAX (Xetra: Nachrichten) ?

Kofler: Wir wollen es innerhalb der nächsten drei Jahre schaffen.

Euro: Am 1. Februar legen Sie die Bilanz vor. Wie wird sie ausfallen?

Kofler: Premiere hat sich 2004 finanziell gut entwickelt. Die Zahlen werden erfreulich sein.

Euro: Die Deutschen zahlen ungern fürs TV. Wie wollen Sie da wachsen?

Kofler: Ich glaube, das digitale Fernsehen kommt jetzt in Schwung. Bald gibt es auch den Premiere-Digital-Rekorder mit dem ersten Video-On-Demand-Angebot im Fernsehbereich. Und im Herbst wollen wir erstmals hochauflösendes Fernsehen bieten.

Euro: Was macht Sie optimistisch?

Kofler: Die Wahrnehmung hat sich gedreht. Premiere ist jetzt positiv besetzt, wir sind Zukunftsfernsehen.

Euro: Wieviel von den 400 Millionen Euro Premiere-Schulden wollen Sie mit den IPO-Einnahmen abbauen?

Kofler: Das hängt von der Höhe der Erlöse ab. Wir werden eine bessere Finanzstruktur haben und damit mehr unternehmerischen Spielraum.

Euro: Ein Teil der Einnahmen soll in die Kriegskasse. Wofür ist die?

Kofler: Für mehr Exklusivität. Das kann auch heißen, daß bestimmte Sportarten nur bei uns zu sehen sind.

Euro: Karl-Heinz Rummenigge will mehr Geld für die Bundesliga und sagt, Kofler zahlt es. Stimmt das?

Kofler: Herr Rummenigge hat prinzipiell recht, wenn er ein anderes System fordert. Premiere braucht mehr Exklusivität beim Fußball, übers Geld können wir dann reden.

Euro: Fürchten Sie nicht den öffentlichen Aufschrei, den es schon gab?

Kofler: In anderen Ländern ist das selbstverständlich. Es gibt kein Menschenrecht auf Fußball um 18 Uhr.  
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bammie:

Humax entwickelt HDTV-Receiver für Premiere

 
25.01.05 19:17
Premiere hatte bereits im September vergangenen Jahres bekanntgegeben, ab dem 1. November 2005 über ASTRA drei Programme mit Sport, Film und Dokumentationen hochaufgelöst senden zu wollen. Im Dezember 2004 ergänzte der Münchener Pay-TV-Sender dann, dass er alle 64 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in HDTV übertragen wird, hielt sich aber weiterhin bezüglich des Kompressionsverfahren und möglicher Empfangsgeräte bedeckt.

Damit ist jetzt Schluss: Das südkoreanische Unternehmen Humax hat am heutigen Dienstag bekanntgegeben, dass es einen Premiere-geeigneten HDTV-Receiver entwickelt. HDTV-Sendungen soll der Receiver nach Herstellerangaben sowohl in MPEG4- als auch MPEG2-Kodierung empfangen. Premiere will die neuen Kanäle MPEG4-komprimiert übertragen, um die Übertragungsressourcen besser auszunutzen. Nachfragen bei Premiere und Humax, ob der Videostandard MPEG-4 AVC (Advanced Video Coding, auch H.264/AVC oder MPEG-4 Part 10 genannt) gemeint ist, blieben bislang allerdings ergebnislos.

Neben den neuen HDTV-Fernsehkanälen empfängt der Humax-Receiver, der ab dem vierten Quartal 2005 zu einem noch nicht genannten Preis verkauft werden soll, die herkömmlich in PAL-Auflösung übertragenen TV-Sendungen. Damit ist das Gerät auch für den Empfang des heutigen Premiere- und des Free-to-Air-Angebots geeignet.

Update: Mittlerweile bestätigte Premiere gegenüber heise online, dass MPEG-4 AVC alias H.264 als Kompressionsverfahren zum Einsatz kommen soll. Weitere H.264-taugliche DVB-S-Receiver zum Empfang des kommenden Premiere-HDTV-Programms wollen zudem die Firmen Pace und Philips liefern. Alle Geräte werden eine kopiergeschützte digitale Videoschnittstelle nach dem HDMI-Standard besitzen. (nij/c't)  
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bammie:

Premiere schreibt erstmals operativ Gewinn

 
01.02.05 12:51
Auch wenn unter dem Strich noch ein Jahresverlust steht, hat sich das operative Geschäft bei Premiere 2004 deutlich verbessert. Senderchef Kofler, der das Unternehmen 2005 an die Börse bringt, gab aber keinen Ausblick.

Der Bezahlsender Premiere hat im Geschäftsjahr 2004 erstmals in der Firmengeschichte im operativen Geschäft schwarze zahlen geschrieben. Wie das Unternehmen am Dienstag in München mitteilte, wurde vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Restrukturierungskosten ein Ergebnis in Höhe von 82,9 Millionen Euro verbucht. Im Vorjahr war hier noch ein Verlust von 21,2 Millionen Euro angefallen. Unter dem Strich verblieb zwar ein Verlust - das Minus wurde allerdings erheblich reduziert: Der Netto-Fehlbetrag für 2004 wurde mit 80,6 Millionen Euro nach 205,4 Millionen Euro im Jahr 2003 angegeben.

Senderchef Georg Kofler nannte die Ergebnisse «hervorragend». «Seit Beginn der Sanierung im Februar 2002 haben wir – Quartal für Quartal – unsere Prognosen erfüllt oder übertroffen», sagte er. Dabei habe das früher zum Kirch-Konzern gehörende Unternehmen «die letzten großen Altlasten aus der Vergangenheit beseitigt» und könne sich im laufenden Jahr «erstmals mit voller Kraft auf das operative Geschäft konzentrieren». Kofler will Premiere im März an die Börse bringen. Eine Prognose für 2005 blieb der Vorstandschef zunächst allerdings schuldig.

So viele Kunden gewonnen wie nie

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, erhöhte sich der Jahresumsatz um 7,2 Prozent auf 984,8 Millionen Euro. Während die Verkäufe von Technik wie etwa Digitaldecodern «planmäßig» zurückgegangen seien, hätten die Abonnentenzahlungen um 19,3 Prozent zugelegt. Sie erhöhten sich demnach im Jahresverlauf um 132,1 auf 816,9 Millionen Euro. Basis der Entwicklung sei ein «Rekord-Nettozuwachs» von 339.281 zahlenden Kunden gewesen: Ihre Zahl stieg laut Premiere damit zum Jahreswechsel auf gut 3,247 Millionen. Das Unternehmen habe damit «sein angepeiltes Jahresziel um rund 50.000 Abonnenten übertroffen».

Die Schulden seien zum Stichtag 31.12.2004 auf 431,2 Millionen Euro zurückgeführt worden, hieß es weiter. Die liquiden Mittel wurden mit 61 Millionen Euro angegeben. Durch den Abbau der Verbindlichkeiten habe sich eine Eigenkapitalquote von 32 Prozent ergeben. Sie werde sich «durch die beabsichtigte Kapitalerhöhung im Rahmen des Börsenganges (...) weiter erheblich verbessern», teilte das Unternehmen weiter mit, ohne aber Details zu nennen. (nz)
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Skepsis vor dem Börsengang von Premiere

 
09.02.05 20:51
Skepsis vor dem Börsengang von Premiere

Der Zeitplan für den größten Börsengang in der deutschen Medienlandschaft seit knapp acht Jahren steht: Der Bezahlsender Premiere[1] will am 9. März den Sprung auf das Börsenparkett wagen[2]. "Wir rechnen mit großem Interesse institutioneller Anleger aus Deutschland, Österreich und weiteren Ländern", sagte Premiere-Chef Georg Kofler am heutigen Mittwoch in München. Wegen der populären Marke und des einfachen Geschäftsmodells sei die Aktie zudem auch für Privatanleger attraktiv. In der Branche gibt es aber auch viele skeptische Stimmen. Kofler zeigt sich davon unbeeindruckt. "Skeptiker haben mir noch nie sonderlich imponiert."

Georg Kofler will mit dem Premiere-Börsengang ein Kunststück wiederholen, dass ihm schon im Juli 1997 gelungen ist. Damals brachte der umtriebige Südtiroler die ProSieben AG an die Börse und entfachte eine riesige Nachfrage. Für fast 30 Milliarden Euro hätte Kofler Anteilsscheine verkaufen können, die Aktien wurden schließlich verlost. Für die 17,5 Millionen stimmrechtlosen Vorzugsaktien, die die Hälfte des Grundkapitals ausmachten, erlöste Kofler so umgerechnet gut 640 Millionen Euro. Das sei ein "überwältigender Vertrauensbeweis", sagte Kofler damals nach der Emission.

Einen solchen Vertrauensbeweis wird Kofler auch diesmal wieder brauchen. "Wenn es einer schafft, Premiere an die Börse zu bringen, dann der Kofler", sagt ein Fernsehmanager, der beim ProSieben- Börsengang dabei war. Kofler sei ein glänzender Verkäufer und vermutlich "das wichtigste Asset", also der wichtigste Vermögenswert, der Premiere AG. Das Kapitalumfeld sei heute eher schwieriger als damals. "Vor allem aber fragen sich viele: Wo ist die Wachstumsfantasie?"

Die Zahl der Abonnenten hat Premiere mit attraktiven Angeboten und millionenschweren Werbekampagnen auf mittlerweile 3,25 Millionen Kunden gesteigert. Bei seinem Antritt als Premiere-Chef hatte Kofler 4 Millionen als Voraussetzung für den Börsengang genannt. Da die Kosten des Senders aber inzwischen deutlich niedriger sind, senkte er die Messlatte bald. "Das Potenzial für das Bezahlfernsehen in Deutschland müsste langsam ausgereizt sein", heißt es bei einem Privatsender. Wer sich für Fußball und werbefreie Spielfilme interessiere, habe bereits Premiere. Zudem sei die Konkurrenz durch die zahlreichen frei empfangbaren Sender und die öffentlich-rechtliche Konkurrenz groß. "Das kann man nicht so einfach zum Beispiel mit Großbritannien vergleichen, wo die Pay-TV- Marktdurchdringung größer ist." Außerdem erwachse Premiere im digitalen Zeitalter neue Konkurrenz. So bietet neuerdings auch der größte Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland ein Bezahlpaket an, wenn auch bisher mit einer überschaubaren Kundenkartei.

Kofler teilt die Bedenken nicht. "Für mich beginnt die Pay-TV- Branche in Deutschland jetzt erst richtig." Die Pay-TV- Marktdurchdringung sei in Deutschland mit acht Prozent noch immer lächerlich niedrig. "Wir sind in einem Wachstumsmarkt, in dem Premiere die erste Geige spielt." Premiere werde zudem ein sehr profitables Unternehmen sein. Im vergangenen Jahr machte der Sender noch einen Verlust von gut 80 Millionen Euro, schrieb aber zumindest operativ erstmals schwarze Zahlen.

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob Kofler wieder das Aktienfieber entfachen kann. Die Anleger können die Aktien der Premiere AG voraussichtlich vom 23. Februar bis zum 8. März zeichnen. Im gleichen Zeitraum wollen Kofler und sein Finanzvorstand Michael Börnicke auf einer Roadshow bei institutionellen Anlegern für die Aktie werben. (Axel Höpner, dpa) /
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bammie:

wieso skeptisch ?

 
09.02.05 22:50
Man sollte hier bedenken, das Deutschland in puncto Pay TV, technisch gesehen hinterher hängen. Die amis sind alte Hasen dagegen. Die WM ist in diesem Zusammenhang das erste Signal für Erfolg. Andererseits zeigen die Marktumstände kein positives Umfeld.  

Pay TV hat langfristig im Zuge des Fortschritts im digitalen Zeitalter Zukunft.  
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bammie:

Premiere wagt Blitzstart an der Börse

 
10.02.05 07:10
TV-Papier will schon in einem Monat auf dem Kurszettel stehen

München - Der Münchener Pay-TV-Sender Premiere will binnen eines Monats den Sprung auf den Kurszettel der Frankfurter Börse schaffen. Die Erstnotiz der Aktien im Amtlichen Handel sei für den 9. März geplant, teilte der ehemalige Kirch-Sender am Mittwoch in München mit. "Wir rechnen mit großem Interesse institutioneller Anleger aus Deutschland, Österreich und weiteren Ländern", sagte Vorstandschef Georg Kofler. Premiere wolle private und institutionelle Investoren ausgewogen ansprechen, Abonnenten sollen Sonderkonditionen erhalten.

Die Zeichnungsfrist für die Aktien werde voraussichtlich vom 23. Februar bis zum 8. März laufen, die Preisspanne soll am 22. Februar veröffentlicht werden. Premiere bewirbt den Börsengang seit Tagen in den Medien und investiert hierfür einen hohen einstelligen Millionenbetrag.

Der Börsengang wird federführend von der HVB (Hypo-Vereinsbank), Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston begleitet, insgesamt gehören dem Konsortium elf Banken an. Premiere will im Rahmen des Börsengangs das Kapital erhöhen, so daß dem Unternehmen selbst mehrere hundert Mio. Euro zufließen. Diese sollen zu einem wesentlichen Teil zum Abbau der Schulden verwendet werden.

Auch die Altgesellschafter - darunter der Mehrheitseigner Permira, der knapp 55 Prozent hält - werden voraussichtlich Aktien abgeben. Damit könnte das gesamte Emissionsvolumen in Richtung von einer Milliarde Euro gehen. Senderchef Kofler, der auf längere Sicht ein Listing im Nebenwerteindex MDax anstrebt, hält selbst gut 20 Prozent, HVB und BayernLB kommen auf jeweils zehn Prozent. Fondsmanager taxieren den Wert des gesamten Unternehmens auf 2,5 bis drei Mrd. Euro.

Premiere hatte 2004 bei fast einer Mrd. Euro Umsatz erstmals in der Firmengeschichte ein Geschäftsjahr mit operativ schwarzen Zahlen abgeschlossen. Kofler, der Anfang 2002 antrat, hat das unrentable Decoder-Geschäft weitgehend eingestellt, die Kosten drastisch gesenkt und Premiere auf die Anforderungen des Kapitalmarkts ausgerichtet. Zugleich schaffte er es, immer mehr Kunden für das Bezahl-Fernsehen zu begeistern. Ende 2004 wies Premiere knapp 3,25 Millionen Abonnenten aus.

Allerdings fiel unter dem Strich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 80,6 (205,4) Mio. Euro noch ein hoher Verlust an. Entscheidend für den Erfolg von Premiere dürfte sein, ob der Sender weiter Neukunden gewinnen kann. Die Marktdurchdringung wird derzeit auf etwa 8,5 Prozent geschätzt. In entwickelten Pay-TV-Märkten wie Großbritannien, Frankreich oder Italien liegt sie bei 15 bis 40 Prozent. Allerdings ist die Zahl und Qualität der frei empfangbaren TV-Programme dort zumeist deutlich geringer als in Deutschland.

Analysten äußern sich noch verhalten. "Wir müssen die Preisvorstellungen des Unternehmens abwarten, bevor die Aktie den Anlegern empfohlen werden könnte", heißt es beim Analysehaus Equinet. Bislang fehlten genaue Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2005. Für Premiere spreche das gute Management: "Mit Kofler hat das Unternehmen einen ausgezeichneten Branchenkenner", so der Medien-Experten. Auch der Zeitpunkt des Börsengangs sei gut gewählt, weil Premiere nun den Turnaround geschafft habe. Allerdings weißt der Analyst darauf hin, daß im deutschen Fernsehmarkt mit Pro 7 Sat 1 und RTL ein starker Wettbewerb herrsche und das Wachstumspotential begrenze. Chancen bestünden im Sportbereich. Es sei wünschenswert, daß Premiere den Erlös aus dem Börsengang für den Erwerb weiterer Sportrechte verwende. rtr/stk  
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bammie:

Banken bewerten Premiere mit 2,2 - 3,5 Milliarden

 
14.02.05 06:54
München (Reuters) - Führende Konsortialbanken für den Börsengang von Premiere taxieren den Wert des Münchener PayTV-Senders auf 2,2 bis bis 3,5 Milliarden Euro.

Die breite Spanne in den Schätzungen von drei der insgesamt elf Emissionsbanken zeigt, dass die Meinungen über die Stärke des Medienunternehmens erheblich auseinander gehen.

"Die Bewertung von Premiere zu diesem kritischen Zeitpunkt der Entwicklung ist herausfordernd", heißt es in der Emissionsstudie der Schweizer UBS, die für Premiere einen Firmenwert von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro ansetzt. Der Fernsehsender hat 2004 erstmals überhaupt operativ einen Gewinn geschrieben und zuvor eine massive Restrukturierung unter Senderchef Georg Kofler durchgemacht.

Die Banken sehen nach dem Umbau aber übereinstimmend gute Chancen für den Konzern. "Premiere ist jetzt bereit, aus dem Wachstumspotenzial im unterentwickelten deutschen und österreichischen Markt für Bezahlfernsehen Kapital zu schlagen", schreibt die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB), die wie die Münchener Großbank HVB und Morgan Stanley einer der drei "Global Coordinators" des Börsengangs ist, in ihrer Studie. CSFB bewertet Premiere mit 2,5 bis 3,1 Milliarden Euro. Die HVB greift mit 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro dagegen deutlich niedriger.

HVB, UBS und CSFB heben den exklusiven Rechtebestand, die faktische Alleinstellung des Senders auf dem deutschen Markt für Bezahlfernsehen sowie die Erfahrung des Managements unter Kofler positiv hervor. Als Risiken sehen sie aber die Zurückhaltung der Konsumenten in Deutschland bei PayTV sowie die Konkurrenz durch das frei empfangbare Fernsehen und möglicherweise Kabel Deutschland (KDG). Hinzu kämen etwaige künftige Niederlagen im Wettbewerb mit anderen Interessenten um Film- und Sport-Rechte.

STUDIEN: BUNDESLIGA DÜRFTE WEITER BEI PREMIERE LAUFEN

Senderchef Kofler, der als Börsenindex das Nebenwertesegment MDax im Visier hat, plant für den 9. März den Sprung auf das Parkett. Am 22. Februar soll die Preisspanne für die Aktien genannt werden, die Zeichnungsfrist läuft vom 23. Februar bis zum 8. März. Mit der Transaktion Vertraute sagten, Premiere sollten im Zuge einer Kapitalerhöhung mindestens 250 Millionen Euro zufließen. Hinzu kämen Aktien der bisherigen Eigner, so dass ein Emissionsvolumen von wenigstens 600 Millionen Euro erreicht werde - möglicherweise aber auch weitaus mehr. Momentan gehört der Sender zu rund 55 Prozent dem Finanzinvestor Permira, Kofler hält etwa 20 Prozent. Jeweils ein Zehntel der Anteile liegen bei HVB und BayernLB.

UBS, CSFB und HVB gehen übereinstimmend davon aus, dass Premiere nach einem Nettoverlust von noch 80,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr 2005 auch unter dem Strich schwarze Zahlen schreiben wird. So prognostiziert CSFB einen Gewinn von 40 Millionen Euro, die HVB rund 31 Millionen. Im Jahr 2009 könnte der Überschuss nach Einschätzung der UBS annähernd 341 Millionen Euro erreichen. Einigkeit besteht, dass Premiere kontinuierlich mehr Abonnenten gewinnen wird. 2009 werde der Sender über 4,74 (Ende 2004: 3,25) Millionen Kunden verfügen und damit 11,6 Prozent der Haushalte erreichen nach 8,2 Prozent im vergangenen Jahr, schätzt CSFB. UBS erwartet alleine für das laufende Jahr einen Anstieg der Kundenzahl um 318.000 (2004: 339.000).

Zuversichtlich äußeren sich sowohl CSFB, HVB als auch UBS über die Chancen von Premiere im Kampf um die Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga nach der Saison 2005/06. "Wir glauben, dass Premiere diese Rechte weiter behalten wird", schreibt CSFB. Angesichts des erwarteten Preises sei es für Mitbewerber kaum rentabel, den Pay-TV-Marktführer auszustechen.
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bammie:

Großes Interesse an Premiere-Emission

 
16.02.05 21:15
Kurz vor dem Börsengang (IPO) des Bezahlsenders Premiere zeigen Fondsinvestoren starkes Interesse an der ersten großen Aktienemission in diesem Jahr. Wie aus Bankenkreisen zu hören ist, sind nach knapp einer Woche der Vorvermarktung, die bis zum kommenden Montag geht, sehr positive Signale außerhalb Deutschlands empfangen worden.

DÜSSELDORF. Die Banken könnten die Anfragen kaum befriedigen. Offenbar wollten ausländische Fonds ihre Position bei der Zuteilung bereits jetzt stärken, um auch zum Zug zu kommen. Deutsche Fonds beurteilen die Emission dagegen zurückhaltend, wie eine Handelsblatt-Umfrage ergab.

Banker berichteten, auch der Preisdruck sei weniger stark als bei vergangenen Emissionen. So hatte das Biotechnologieunternehmen Paion beim ersten Börsengang in diesem Jahr den Ausgabepreis stark senken müssen. Vor allem von deutschen Fonds fehlte die erhoffte Nachfrage. In den ersten drei Tagen seit der ersten Börsennotiz hat der Kurs der Paion-Aktie aber um knapp 25 Prozent zugelegt.

Ein gelungener Börsengang könnte der IPO-Konjunktur in Deutschland Schwung verleihen. 2004 war ein mageres Jahr für Börsengänge, und im laufenden Jahr hat nur das Technologieunternehmen Paion den schwierigen Gang an die Börse gewagt. Premiere-Vorstandschef Georg Kofler will mit dem Börsengang zwischen 600 Mill. und einer Mrd. Euro bis zur Erstnotiz am 9. März einsammeln. Wie viele Anteile zum Verkauf stehen, ist aber noch nicht bekannt.

Für den Gesamtwert von Premiere haben Banken bisher unterschiedliche Spannen genannt. Credit Suisse First Boston, die die Emission mit der Hypo-Vereinsbank (HVB) und Morgan Stanley begleitet, geht davon aus, dass Premiere zwischen 2,5 und 3,1 Mrd. Euro wert ist. Die HVB veranschlagt den Wert auf 2,2 bis 2,6 Mrd. Euro. Die Bewertung ist deutschen Fonds zu hoch.

Wenn die Bewertung deutlich über zwei Mrd. Euro liegt, „rate ich vom Kauf der Aktie ab“, erklärt Marcus Stigler, Medienexperte der Fondsgesellschaft Deka Investment. Er geht nicht davon aus, dass Premiere nach 2007 stärker wachsen werde als Pay-TV-Anbieter in anderen europäischen Ländern. Nur bis zu diesem Zeitpunkt könne der Sender auf Erfolge aus der Marketing-Strategie setzen und vom Kurswechsel nach der Kirch-Pleite profitieren. Nach dieser erwarteten Wachstumsphase müsse sich die Premiere-Aktie ab 2007 am durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des europäischen Medienmarkts messen lassen. Ein KGV zwischen elf und zwölf sei wünschenswert. „Die bisher genannten Spannen sind zu hoch, um diese Bewertung zu erreichen“, sagt Stigler.

Auch Stephan Eger von Dit hat Zweifel an der Wachstumsstory. Premiere begründet sein Potenzial in Deutschland mit dem bisherigen Marktanteil von nur acht Prozent, während der Pay-TV-Anteil in Großbritannien bei fast 50 Prozent liege. Britische Sender wie BSkyB seien aber in einem anderen Umfeld gestartet: „Anfang der Neunziger gab es in Großbritannien nur ein relativ geringes Alternativangebot.“

Eger erscheint zudem der Zeitpunkt des Börsengangs zu früh. „Bisher hat Premiere nur zwei gute Quartale zu bieten,“ sagt der Fondsmanager. Auch würden im nächsten Winter die Bundesliga-Rechte neu verhandelt, die Eger zufolge einen „entscheidenden Wettbewerbsfaktor“ darstellen. Vor dem Risiko, Sportrechte zu verlieren, warnt auch Alexander Schuck, Analyst bei der Signal-Iduna Asset Management: „Falls das Abonnenten-Wachstum nicht erreicht wird oder die Kosten für die Senderechte steigen, ergibt sich ein hohes Profitabilitätsrisiko.“

Nach Ansicht von Rolf Drees von Union Investment hängt alles davon ab, „ob es gelingt, die Abonnentenzahlen nach oben zu bringen“. Entscheidend für die Beurteilung ist zudem, wie viele Aktien die Alteigentümer abgeben. „Es ist wichtig, dass sich die Altaktionäre zu dem Unternehmen bekennen. Das wäre ein Vertrauensbeweis zu den Wachstumsaussichten“, sagt Henning Gebhardt von der DWS. Für Premiere spreche das Management und der bekannte Name, sagt Thomas Körfgen von SEB Invest.
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bammie:

Realistische Preisspanne 25 bis 30 EUR/Aktie

 
16.02.05 21:26
MÜNCHEN (Dow Jones-VWD)--Die realistische Preisspanne beim Börsengang der Premiere AG, Unterföhring, bewegt sich Angaben aus Finanzkreisen zufolge gegenwärtig bei 25 bis 30 EUR je Aktie. Besonders ausländische institutionelle Investoren zeigten ein starkes Interesse am IPO des Bezahlfernsehsenders, berichteten Finanzkreise Dow Jones Newswires am Mittwochabend. Premiere will die Bookbuilding-Spanne am 22. Februar bekannt geben. Der Börsengang ist für den 9. März geplant. Gegenwärtig läuft das Pre-Marketing für den IPO des TV-Unternehmens. -Von Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires, +49 (0) 89 5521 4032; archibald.preuschat@dowjones.com (ENDE) Dow Jones Newswires/16.2.2005/apr/cn
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bammie:

Premiere gibt mindestens 20 Millionen Aktien aus

 
18.02.05 10:05
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Bezahlfernsehsender Premiere will beim bevorstehenden Börsengang einem Zeitungsbericht zufolge mindestens 20 Millionen Aktien platzieren. Zehn Millionen Stück stammten aus dem Besitz der Altaktionäre, die insgesamt 70 Millionen Aktien halten, schreibt die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Darüber hinaus sollten bei einer Kapitalerhöhung mindestens weitere zehn Millionen platziert werden.

Premiere will am 9. März an die Börse. Nach Informationen der Zeitung soll das Volumen zwischen 600 Millionen und 1 Milliarde Euro liegen. "600 Millionen Euro sind der Mindestwert", zitiert die "FTD" die Kreise. Am Wochenende wollen die Konsortialbanken laut Bericht die Details für den Börsengang festzurren. Dabei zeichne sich ein Preis von etwa 30 Euro ab. Der endgültige Preis werde davon abhängen, wie viele Aktien platziert werden können. Das Interesse sei im Ausland stark, im Inland aber eher durchwachsen./sb/mur/sk  
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PlatinTrader:

Börsengang interessant ! o. T.

 
18.02.05 10:57
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bammie:

Stimmt die Wachstumsstory?

 
19.02.05 20:37
Am kommenden Dienstag legt Premiere-Chef Georg Kofler die Karten auf den Tisch und wird wichtige Details zum Börsengang am 9. März nennen. Am IPO zweifelt niemand. Die möglichen Chancen des Bezahlsenders beurteilen Experten aber durchaus kritisch, zumal die Konkurrenz nicht schläft.

Hamburg/Frankfurt/München - Wenn der TV-Bezahlsender Premiere wie angekündigt am 9. März an die Börse gehen sollte, wäre das ein Blitzstart. Zwischen der offiziellen Ankündigung und der Erstnotiz der Aktie lägen dann gerade einmal gut sieben Wochen. Am kommenden Dienstag will Vorstandschef Georg Kofler die Karten für das größte IPO seit dem Postbank-Börsengang nun auf dem Tisch legen. Dann sollen wichtige Details wie die Bookbuilding-Spanne oder auch das Volumen der Transaktion bekannt werden.

Im Vorfeld zeigte sich Kofler sehr optimistisch. "Die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Börsengang von Premiere sind gut", sagte er vor wenigen Tagen. Die Geschäftszahlen der Premiere AG für das Jahr 2004 seien vom Kapitalmarkt gut aufgenommen worden. Premiere hatte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von rund 985 Millionen Euro erstmals in seiner Firmengeschichte ein Geschäftsjahr mit operativ schwarzen Zahlen abgeschlossen. Unter dem Strich stand allerdings noch ein Nettoverlust von 81 Millionen Euro.

Andererseits konnte der Bezahlsender im vergangenen Jahr seine Kundenzahl um rund 340.000 auf 3,25 Millionen Abonnenten ausbauen. "Wir sind zuversichtlich, dass der Kapitalmarkt diese Entwicklung honorieren wird", sagte Kofler. Er rechne mit großem Interesse institutioneller Anleger aus Deutschland, Österreich und anderen Ländern. Außerdem sei Premiere eine populäre Marke mit einem leicht verständlichen Geschäftsmodell - und daher auch für Privatanleger attraktiv.

Wer zahlt schon bis zu 75 Euro für exklusives TV?

Ob dem so ist, muss sich erst noch beweisen. Medien- und Finanzmarktexperten haben aber vor allem Zweifel an den hochgesteckten Zielen Koflers, der langfristig ein Fünftel aller Haushalte in Deutschland erreichen will. Bislang sind es gerade 'mal 8 Prozent. Kaum ein Haushalt in Deutschland, der nicht über Kabel oder via Satellit mit den Programmen dutzender TV-Sender versorgt wird. Für das vielfältige Angebot zahlt er bereits heute monatlich rund 30 Euro an Rundfunk- und Kabelgebühren. Zusätzlich kämen für den exklusiven Premiere-Empfang von Sportereignissen, Themenkanälen, Spielfilmen und Serien noch einmal bis zu 45 Euro hinzu.

Das Kundenwachstum entscheidet

Andere PayTV-Märkte wie etwa in Frankreich oder Großbritannien mögen deshalb funktionieren, weil das Angebot an frei empfangbaren Sendern viel kleiner ist. Bereits heute zahlt jeder zweite französische Haushalt für sein TV-Vergnügen. In Großbritannien erreicht der Sender BSkyB eine Marktpenetration von 43 Prozent. Und in Spanien erreicht Sogecable rund 21 Prozent der potenziellen Kunden. Davon ist man hier zu Lande noch weit entfernt. Selbst Analysten der im Konsortium sitzenden Schweizer Bank UBS sagen Premiere lediglich eine Marktpenetration von 14,5 Prozent voraus - für das Jahr 2014 wohlgemerkt.

Angesichts der vielen frei empfangbaren Sender in Deutschland ist mit einem schnellen Kundenwachstum nach Einschätzung von Experten deshalb nicht zu rechnen. "Ich denke nicht, dass die Penetrationsrate stark steigen wird und sehe Premiere deshalb nicht als mittel- oder langfristige Wachstumsstory", sagt zum Beispiel Marcus Stigler von Deutschlands zweitgrößter Fondsgesellschaft Deka Investment.

Bewertungen liegen meilenweit auseinander

Mit Skepsis begegnen Experten deshalb auch Angaben der Emissionsbanken, die den fairen Wert des Unternehmens auf bis zu 3,5 Milliarden Euro taxieren. Die meisten Analysten und Fondsmanager halten eine Bewertung von rund zwei Milliarden Euro für angemessen - so etwa Heinrich Ey, Portfoliomanager für Telekom und Medien bei der Fondsgesellschaft dit. Stigler von Deka Investment hält Premiere bei einer Bewertung von rund 1,7 Milliarden Euro für interessant.

Abonennten sollen Aktionäre werden

Credit Suisse First Boston als einer der der Konsortialführer bewertet das Eigenkapital dagegen auf bis zu 2,7 Milliarden Euro. UBS kommt sogar auf bis zu 3,5 Milliarden Euro. Der Börsengang wird federführend von der HypoVereinsbank, Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston begleitet, insgesamt gehören dem Konsortium elf Banken an.

Dass der Börsengang abgesagt wird, glauben Experten indes nicht. So hofft Premiere neben institutionellen Adressen im Bereich der Privatanleger vor allem bei seinen eigenen Kunden durch Sonderkonditionen neue Investoren zu gewinnen. Auch scheinen ausländische Investoren, die mit dem deutschen Markt weniger vertraut seien, den Börsengang zuversichtlicher zu beurteilen, heißt es in Frankfurt. Sie beurteilten das Marktpotenzial von Premiere in Deutschland vor allem anhand der niedrigen Marktdurchdringung im Vergleich zu bereits etablierten PayTV-Märkten, merkt ein anderer Fondsmanager kritisch an.

Die möglichen Risiken

Dabei ist noch nicht einmal ausgemacht, ob der Bezahlsender in Zukunft womöglich mit anderen Bezahlangeboten etwa von Bertelsmann oder ProSiebenSat.1 konkurrieren muss. Bei der RTL-Gruppe zumindest scheinen die Pläne zum Einstieg in das PayTV-Geschäft schon relativ weit gediehen zu sein. "Nicht alle Sender können allein mit Werbung bezahlt werden. Deshalb werden wir Sender gründen, für die der Zuschauer auch eine Gebühr zahlen muss", sagte der RTL-Vorstandsvorsitzende Gerhard Zeiler dem Handelsblatt (Montagausgabe) einer Vorabmeldung vom Freitag zufolge. Ob auch digitale Pay-TV-Kanäle in Deutschland geplant seien, ließ Zeiler zunächst offen.

Jenseits dieser offenbar wachsenden Konkurrenz könnte Premiere zudem ein wichtiges Asset verlieren. Mitte 2006 laufen die Live-Übertragungsrechte für die Spiele der 1. und 2. Fußballbundesliga aus, merkt ein Analyst kritisch an, der nicht für die Konsortialbanken arbeitet.

Einige Altaktionäre werden Kasse machen

Die mögliche Preisspanne, die am kommenden Dienstag bekannt gegeben werden soll, könnte nach Informationen aus Finanzkreisen zwischen 25 und 30 Euro liegen. Premiere und sein Mehrheitsaktionär Permira rechnen nach Informationen aus diesen Kreisen mit einem Emissionsvolumen von mindestens 600 Millionen Euro, inklusive einer Kapitalerhöhung, deren Volumen noch unklar ist.

Während Kofler seine Anteile (rund 20,50 Prozent) dem Vernehmen nach nicht so schnell versilbern will, dürften aber zumindest einige Altaktionäre Kasse machen. So gilt als sicher, dass sich der Finanzinvestor Permira (derzeit 55 Prozent) möglicherweise aber auch beteiligte Banken von Premiere-Anteilen trennen werden. So halten die HypoVereinsbank und die BayernLB jeweils rund 10 Prozent an dem Bezahlsender.
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bammie:

Premiere-Aktie soll bis zu 32 Euro kosten

 
20.02.05 10:44
Hamburg (dpa) - Die Aktie der Bezahlsenders Premiere könnte nach Informationen aus Finanzkreisen bis zu 32 Euro kosten. Laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und "Spiegel" wird das untere Ende der Preisspanne dabei bei 24 Euro angesetzt.

Die Preisspanne soll am Dienstag bekanntgegeben werden. Die Erstnotierung ist für den 9. März angesetzt. Im "Spiegel" werden als oberes Ende der Preisspanne 29 Euro genannt. Weitgehende Übereinstimmung gibt es über die Zahl der Aktien, die platziert werden. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge ist in Finanzkreisen die Rede von mindestens 30 Millionen Stück. Der "Spiegel" berichtet von 26 bis 30 Millionen Aktien. Einigkeit herrscht darüber, dass etwa 10 Millionen Aktien auf eine Kapitalerhöhung entfallen dürften.

Das Volumen des Börsengangs wird mit den Angaben auf 600 Millionen bis fast eine Milliarde Euro angesetzt. Der Gesamtwert des Unternehmens könnte damit bei 1,7 bis gut 2,5 Milliarden Euro liegen
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bammie:

Premiere geht auf die Investoren zu

 
20.02.05 23:57
Financial Times Deutschland
Premiere geht auf die Investoren zu

Ursprünglich waren bis 32 Euro im Gespräch. Stattdessen kämen nun aber weit mehr Aktien an den Markt als einst vorgesehen. Insgesamt sollen "deutlich über" 30 Millionen Aktien emittiert werden, davon zehn Millionen aus einer Kapitalerhöhung.

Premiere reagiert damit auf die Preissensibilität der Anleger. Die großen deutschen Fonds sehen die faire Bewertung des Unternehmens am unteren Rand der anvisierten Bewertungen. Die Spannen der Konsortialbanken gehen weit auseinander: Sie reichen von einem Firmenwert vor der geplanten Kapitalerhöhung über rund 2 Mrd. Euro bis hin zu 3,5 Mrd. Euro.

Resonsanz im Ausland besser

"Das macht die Sache für Investoren nicht einfacher", sagt Klaus Kaldemorgen, Geschäftsführer bei Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS. Voraussichtlich werden gut 2 Mrd. Euro den oberen Rand der Bewertung von Premiere darstellen.

Am Dienstag wird der Sender Details zu seinem Angebot bekannt geben. Das für den 9. März vorgesehene Initial Public Offering (IPO) wird der größte Börsengang in Deutschland seit der Postbank im Sommer 2004. Die Konsortialführer Credit Suisse First Boston, Morgan Stanley und HypoVereinsbank (Xetra: 802200.DE - Nachrichten - Forum) zurrten am Wochenende die Einzelheiten der Transaktion fest.

Mit dem Börsengang betraute Investmentbanker zeigten sich angesichts der Investorenresonanz zuversichtlich, aber nicht euphorisch: "Die Nachfrage nach persönlichen Gesprächen mit dem Management während der Road Show ist groß. Es gibt aber auch die üblichen Spiele um die preisliche Einschätzung." Preiskritik gebe es vor allem von deutschen "Kerninvestoren". Die Resonanz im Ausland sei durchweg besser, heißt es bei den Banken. "Die deutschen Investoren kennen Premiere noch aus der Zeit, als sie fast pleite waren. Im Ausland sieht man eher das ungeheure Potenzial", sagt ein Insider den Unterschied.

Der Börsengang wird durchgezogen

Die Aktien, die Premiere beim Börsengang verkauft, stammen zum Teil aus dem Bestand der Altaktionäre, zum Teil aus einer Kapitalerhöhung. Das gesamte Emissionsvolumen soll bis zu 1 Mrd. Euro betragen. Das Geld wird dem Unternehmen zufließen, um damit Altschulden zu bezahlen. Besonders kritisch haben sich deutsche Fonds bereits im Vorfeld darüber geäußert, wie viele Aktien Senderchef Georg Kofler beim Börsengang verkaufen werde. Nach Angaben aus Finanzkreisen sollen es so viele Stücke sein, dass er seine Kredite aus der Übernahme der Premiere-Anteile zurückführen kann. Kofler gehören gut 14 Millionen Aktien.

Dass der Börsengang durchgezogen wird, darin sind sich die Experten einig. Premiere sei eine "starke Marke", sagt Kaldemorgen. Marcus Stigler, Fondsmanager bei der Deka, wirft auch Koflers guten Ruf am Kapitalmarkt in die Waagschale. Mit rund 2 Mrd. Euro sei Premiere gut bewertet, sagte Stigler. Die langfristige Entwicklung des Pay-TV-Senders sei mit Unwägbarkeiten verbunden. "Quasi jeder Deutsche hat bereits ein vernünftiges Free-TV-Angebot", sagt Stigler. In Ländern, in denen Bezahlfernsehen funktioniert, sei dies nicht so. "Daher ist fraglich, ob Premiere die anvisierten Abozahlen wirklich erreicht." Öffentlich gibt der Sender keine Prognosen ab. In der Branche wird aber über ein mittelfristiges Ziel von fünf Millionen bis sieben Millionen Abonnenten gemunkelt.

Nachholbedarf in Sachen Pay-TV

Während Bezahlsender in Großbritannien und Frankreich auf eine Marktdurchdringung von 40 Prozent kommen, leisten sich nur 8 Prozent der deutschen Haushalte Premiere. "Hinter die Wachstumsstory, die Premiere verkaufen will, würde ich deshalb ein Fragezeichen setzen", sagt ein Fondsmanager. Doch was die einen als Risiko betrachten, ist Koflers liebstes Argument: Die Deutschen haben Nachholbedarf in Sachen Pay-TV. Auch wenn die Marktdurchdringung keine 40 Prozent erreichen wird - das Bezahlfernsehen in Deutschland könnte bis 2015 immerhin auf gut 17 Prozent kommen, schätzen etwa die Analysten der HypoVereinsbank, die zugleich auch Anteilseigner ist, in ihrem Research-Bericht. Zudem hat es Kofler trotz aller Skepsis immerhin auf 3,25 Millionen Abonnenten gebracht. Allerdings hat sich der Sender dafür kräftig anstrengen müssen: 184 Euro investierte Premiere 2004 in die Gewinnung jedes Neukunden, 6 Prozent mehr als 2004 - der durchschnittliche Umsatz je Kunde liegt bei 286 Euro.

Jenseits der Glaubensfrage birgt die Premiere-Aktie aber noch Risiken, die zumindest beim Geschacher um den Ausgabepreis eine Rolle spielen dürften. So wird Kofler voraussichtlich in den kommenden Jahren mehr für die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga zahlen müssen. 2006 werden die Fernsehübertragungsrechte neu verteilt: Statt bisher drei wird es dann zehn Lizenzpakete geben. Dann können es sich auch kleinere Konkurrenten leisten, für einzelne Pakete zu bieten. Allerdings: Wo mehr Bieter sind, steigt auch der Preis.
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bammie:

FR online: Zweifel an Zukunftschancen für Premiere

 
21.02.05 05:57
Bezahlsender will mit Börsengang mehr als 600 Millionen Euro einnehmen / Fondsmanager warnen vor Konkurrenz
Die Aktien des Pay-TV-Senders Premiere sind nach Ansicht von Experten nur für Investoren geeignet, die bereit sind, ein hohes Risiko einzugehen.

München/Frankfurt a.M. · 20. Februar · tma/fw · Der Bezahlsender geht am 9. März an die Börse. Firmenchef Georg Kofler peilt eine Notierung im Nebenwerte-Index M-Dax an. Von Mittwoch an können Anleger sich um Anteile bewerben. Die Preisspanne für die Aktien wird tags zuvor genannt. Am Wochenende legten die Banken, die den Börsengang organisieren, Details fest. Nach Informationen von Insidern zeichnet sich ein Preis zwischen 24 und 30 Euro pro Aktie ab. Es wird der größte Börsengang nach dem der Postbank 2004.

In einer Mischung aus Kapitalerhöhung und dem Verkauf alter Papiere dürften mindestens 20 Millionen Titel offeriert werden und in jedem Fall 600 Millionen Euro in die Kassen von Premiere fließen.

Dabei galt die Firma noch vor drei Jahren als Pleite-Kandidat. Doch Firmenchef Georg Kofler schaffte es, in zähen Verhandlungen mit Hollywoodstudios die Kosten für Spielfilme drastisch zu senken. Auch bei den Rechten für die Übertragung der Fußball-Bundesliga konnte er Preissenkungen durchsetzen. Kofler fädelte den Einstieg des Finanzinvestors Permira ein, und er kappte fast 1000 Stellen - derzeit beschäftigt Premiere knapp 1600 Frauen und Männer. Mit einem Startangebot von fünf Euro pro Monat hievte der Sender die lange stagnierende Zahl der Abonnenten auf 3,25 Millionen.

Heute taxieren manche Branchenkenner den Wert des Unternehmens auf mehr als vier Milliarden Euro. Andere Börsenprofis verweisen auf vergleichbare Gesellschaften wie die britische BSkyB und halten weniger als zwei Milliarden Euro für realistisch.
Der Grund für die unterschiedlichen Bewertungen: Die Einschätzungen über die Zukunftschancen von Premiere gehen weit auseinander. Bankanalysten von UBS, Dresdner oder Hypo-Vereinsbank (HVB), deren Institute am Börsengang verdienen, bescheinigen dem Sender unisono eine große Zukunft. 2004 setzte der Pay-TV-Kanal fast eine Milliarde Euro um, musste unterm Strich aber noch 80 Millionen Euro Verlust verbuchen. UBS rechnet bis 2009 mit knapp 4,8 Millionen Abonnenten und 341 Millionen Euro Jahresüberschuss.

Viele Investmentfonds sind erheblich skeptischer und verweisen dabei auf das große Angebot frei empfangbarer TV-Sender hier zu Lande. "In Deutschland hat inzwischen fast jeder Haushalt Kabel oder Satellit und damit ein vernünftiges Programmangebot", sagt Marcus Stigler von Deka-Investment. Es sieht deshalb bei Premiere keine "mittel- oder langfristige Wachstumsstory". Kritisiert wird von Fondsmanagern auch, dass Premiere nach wie vor Verluste schreibt.

Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger betont, Premiere stecke noch in der Sanierung. Ob die Strategie tragfähig sei, stehe in den Sternen. Immerhin wollen TV-Konzerne wie Pro Sieben-Sat 1 und RTL sowie Kabelnetzbetreiber ebenfalls ins Pay-TV-Geschäft einsteigen wollen. "Das Papier ist was für ganz Mutige", warnt Schneider.

Selbst der Chef der BayernLB, Werner Schmidt, soll Ende Dezember erklärt haben, Premiere sei erst bei vier Millionen Kunden börsenreif. Von der Bank wird das heute bestritten. BayernLB und auch HVB gehörten einst zu Kirch-Gläubigern, die Kredite in Premiere-Anteile umwandelten und diese nun beim Börsengang zum Teil versilbern wollen. Das gilt auch für Kofler, der mit gut 20 Prozent an Premiere beteiligt ist.
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Luki2:

Aktien kosten 24 bis 28 Euro

 
23.02.05 12:30
Premiere-Aktien kosten 24 bis 28 Euro

22. Februar 2005 Der Münchner Bezahlfernsehsender Premiere bietet seine Aktien in einer Preisspanne zwischen 24 und 28 Euro zur Zeichnung an; die 14tätige Frist beginnt am diesem Mittwoch. Mit einem Emissionsvolumen von bis zu knapp 1,2 Milliarden Euro ist der für den 9. März geplante Börsengang damit eine der größten Neuemissionen der vergangenen Jahre und die bislang größte eines deutschen Medienunternehmens überhaupt. Mit bis zu 42,1 Millionen Aktien fällt das Volumen deutlich höher aus als die in den vergangenen Tagen in Finanzkreisen erwarteten 26 Millionen bis 30 Millionen Aktien. Das Unternehmen strebt die Aufnahme in den Nebenwerteindex M-Dax an.

Die Preisspanne liegt eher am unteren Rand der zuletzt genannten Zahlen. Ende vergangener Woche hieß es noch in Branchen- und Finanzkreisen, ein Preis zwischen 23 Euro und 33 Euro sei realistisch. Analysten von Banken, die den Börsengang begleiten, nannten sogar faire Preise zwischen 27,70 bis 40,80 Euro. Allerdings zeigen sich bislang offenbar vor allem institutionelle Anleger aus dem Inland eher zurückhaltend, während ausländische Investoren aufgeschlossener seien. „Wir sind den Anlegern entgegengekommen”, sagte Premiere-Vorstandschef Georg Kofler am Dienstag.

Positive Resonanz

Im außerbörslichen Handel stießen die Papiere des Börsenkandidaten zunächst auf eine positive Resonanz. Beim Wertpapiermakler Lang & Schwarz wurde die Premiere-Aktie am Dienstag mit 26,75 Euro bis 27,50 Euro taxiert. „Im Gegensatz zu den vergangenen Börsengängen ist das Interesse an Premiere schon am ersten Tag des außerbörslichen Handels groß”, sagte ein Händler am Mittag. Anfang Februar ist bereits das Biotechnologieunternehmen Paion an die Börse gegangen, hatte zuvor jedoch seine Preisspanne senken müssen.

Der Großteil des Premiere-Emissionserlöses soll nicht dem Unternehmen zufließen, das unter dem Strich 2004 noch Verluste machte, sondern den Altaktionären. Von den 42,1 Millionen Aktien entfallen bis zu 5,5 Millionen Titel auf eine sogenannte Mehrzuteilungsoption (Greenshoe). Lediglich 12 Millionen Aktien oder 28,5 Prozent des Emissionsvolumens, stammen aus einer Kapitalerhöhung. Nach Abzug der Kosten für den Börsengang würden dem Unternehmen netto 260 bis 300 Millionen Euro zufließen.

Mindeshaltefrist

Damit soll vor allem die Verschuldung gesenkt werden. Die restlichen Anteile stammen aus dem Besitz der Altgesellschafter. Haupteigentümer ist bislang mit 54,8 Prozent die Risikogesellschaft Permira, deren Anteil durch Verkäufe und den Verwässerungseffekt der Kapitalerhöhung nach dem Börsengang auf 21,3 Prozent sinken soll. Der Anteil Koflers würde von 20,5 Prozent auf 14,9 Prozent schrumpfen. Auch die ebenfalls beteiligten Premiere-Gläubigerbanken Hypo-Vereinsbank, BayernLB und Bawag trennen sich teilweise von ihren Aktien.

Fondsmanager hatten in den vergangenen Wochen darauf hingewiesen, daß ein Aktien-Verkauf von Kofler das Vertrauen der Anleger in die Zukunft des Unternehmens nicht stärken werde. Kofler wies dies jedoch am Dienstag zurück. „Ein klareres Bekenntnis zur Zukunft von Premiere kann ich kaum abgeben”, sagte der Senderchef. Er und seine in kleinerem Umfang beteiligten Vorstandskollegen haben sich verpflichtet, nach dem Börsengang zwölf Monate lang keine weiteren Aktien zu verkaufen (Lock up Period). Die anderen Altaktionäre versprechen eine Mindeshaltefrist von sechs Monaten.

Erstmals ein ausgeglichenes Betriebsergebnis

Aus der Emissionsspanne läßt sich ein Wert des Premiere-Eigenkapitals von 1,68 bis 1,96 Milliarden Euro ableiten, der damit deutlich niedriger liegt, als von den Analysten der Emissionsbanken geschätzt. Der einzige deutsche Bezahlsender ist zwar bereits seit 1991 auf Sendung, hat aber unterm Strich noch nie dauerhaft einen Gewinn erzielt. Vor drei Jahren waren die Milliardenverluste von Premiere sogar die Hauptursache für die Insolvenz des damaligen Haupteigentümers Kirch.

„Mittlerweile haben wir Premiere von Grund auf neu gebaut”, sagte Kofler. 2004 hat das Unternehmen erstmals ein ausgeglichenes Betriebsergebnis (Ebit) erzielt. Seit 2001 ist die Zahl der Abonnenten von 2,4 Millionen auf 3,2 Millionen Kunden gestiegen. Die Sanierung des Senders unter der Regie Koflers ist gleichwohl vor allem das Ergebnis drastischer Kostensenkungen. Insgesamt haben sich diese in den vergangenen vier Jahren praktisch halbiert. Der Umsatz legte im selben Zeitraum lediglich um 23 Prozent auf zuletzt knapp eine Milliarde Euro zu.

Kofler lehnte es ab, konkrete Prognosen für die zukünftige Entwicklung von Umsatz, Ergebnis und Abonnentenzahlen zu nennen, weil er dies aus rechtlichen Gründen nicht dürfe. Der Senderchef zeigte sich trotzdem sehr optimistisch: „Bezahlfernsehen ist das neue Wachstumssegment im deutschen Fernsehmarkt.” Das bislang dominierende werbefinanzierte Fernsehen stagniere dagegen. Gleichwohl schloß Kofler am Dienstag erstmals nicht aus, daß auch sein Abo-Sender mittelfristig ins werbefinanzierte Fernsehen einsteigen könnte.

Text: theu., F.A.Z., 23.02.2005, Nr. 45 / Seite 21


Q: www.faz.net/

Gr.
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bammie:

Fonds wollen Premiere-Preis drücken

 
23.02.05 18:32
Zwei Wochen vor dem Börsengang des Bezahlsenders Premiere ist das Ringen um die angemessene Bewertung des Unternehmens entbrannt. Fonds sind von der gestern vorgestellten Preisspanne von 24 bis 28 Euro für eine Aktie wenig überzeugt.

HB MÜNCHEN/FRANKFURT. Die angestrebte Preisspanne von 24 bis 28 Euro je Aktie sei ambitioniert, weil Premiere noch keinen Gewinn mache, sagte ein Union Invest-Sprecher am Mittwoch. Auch die Fondsgesellschaft DWS kündigte harte Preisverhandlungen an. Am Vortag hatte Premiere die Preisspanne für den Börsengang bekannt gegeben. Das Unternehmen wird dabei mit bis zu 2,3 Milliarden Euro bewertet.

Nach Einschätzung von Premiere-Chef Georg Kofler liegt die Preisspanne damit am unteren Ende der Analystenerwartungen. Auch ein DWS-Sprecher verwies auf die noch schwache Ertragslage von Premiere. Das Unternehmen schreibe gerade erst seit einem Jahr operativ schwarze Zahlen. Daher werde mit der Aktie viel Zukunft gehandelt. „Deswegen ist die Risikoprämie, die wir erwarten relativ hoch“, sagte der Sprecher. Grundsätzlich begrüße die DWS den Börsengang. „Damit wird der Kurszettel um ein interessantes Unternehmen bereichert.“

Auch Medienfondsmanager Marcus Stigler von Deka Invest setzt auf einen Preis am unteren Ende der Spanne. „Die Preisspanne ist am oberen Ende zu hoch“, sagte er. „Aber am unteren Ende könnte die Bewertung durchaus attraktiv sein.“

HANDELSBLATT, Mittwoch, 23. Februar 2005, 16:31 Uhr
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bammie:

Free-TV ist wahrer Konkurrent von Premiere

 
24.02.05 06:14
Mit dem Börsengang von Premiere wird «sehr viel Zukunft gehandelt». Das Papier sei «reizvoll», aber «man muss sich über die Risiken im Klaren sein», sagte Aktionärsschützerin Keitel der Netzeitung.


Der Erfolg des Bezahlsenders Premiere als börsennotiertes Unternehmen hängt vor allem von der Konkurrenz ab. «Das frei empfangbare Fernsehen ist der größte Konkurrent von Premiere», sagte Reinhild Keitel, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), am Mittwoch der Netzeitung. Je attraktiver die Angebote der freien Sender, desto schwieriger werde es für den Bezahlsender, sich zu behaupten, so die Aktionärsschützerin.

Für den Medienanalysten Ralf Marinoni von Equinet sind deshalb die Alleinstellungsmerkmale von Premiere wichtig: «Entscheidend ist, was auf der Haben-Seite steht und welche Rechte man einkauft», sagte Marinoni der Netzeitung. Je exklusiver die Angebote, desto höher die Erfolgsaussichten, sagte er mit Blick auf Bundesliga-Übertragungsrechte von Premiere.

Die Aktionärsschützerin Keitel sieht Fußball-Übertragungsrechte als Zugpferd von Premiere dagegen zwiespältig. Auch ARD und ZDF berichteten zusammenfassend darüber, betonte sie. Insofern liege keine «absolute Exklusivität» vor, abgesehen von der Live-Übertragung.

Wachstumspotenzial ist gegeben

Um das Wachstumspotenzial von Premiere besser einschätzen zu können, wäre es spannend zu wissen, wie der Premiere-Abonnent das Programm nutzt, sagte Keitel. Bisher hält sich Premiere aber über das Nutzungsverhalten seiner Abonnenten bedeckt.

Medienanalyst Marinoni hält Wachstumsraten bei den Abonnentenzahlen von jährlich zehn Prozent für durchaus realistisch. Premiere selbst bezifferte das Wachstumspotenzial auf 300.000 bis 350.000 Abonnenten pro Jahr. Derzeit hat der Sender nach eigenen Angaben rund drei Millionen Kunden.

Die sieben Millionen Kunden des britischen Pay-TV-Sender BskyB wird Premiere aber trotz der guten Wachstumschancen nach Meinung des Analysten aber nicht erreichen. Dafür sei «das Free-TV-Angebot in Deutschland einfach zu attraktiv», so Marinoni. Den Börsengang hält er durchaus für sinnvoll.

Premiere ein «besonderes Papier»

Auch für Aktionärsschützerin Keitel ist Premiere ein «besonderes Papier». Die Aktie sei «reizvoll», aber «man muss sich über die Risiken im Klaren sein». Zwar hätte Premiere im vergangenen Jahr zum ersten Mal operativ schwarze Zahlen geschrieben, aber unter dem Strich habe das Unternehmen noch keinen Gewinn ausgewiesen, gibt Keitel zu Bedenken.

Operatiiv hat Premiere im vergangenen Geschäftsjahr knapp 83 Millionen Euro verdient. Mit dem Nettoergebnis von minus 80,6 Millionen Euro lag der Sender aber nach Abzug aller Kosten noch deutlich in der Verlustzone. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen aber noch einen Netto-Verlust von über 250 Millionen Euro ausgewiesen.

Preisspanne «akzeptabel»

Die Preisspanne von 24 bis 28 Euro pro Aktie hält SdK-Vorstand Keitel für «passabel und realistisch». Auch Medienanalyst Marinoni findet den Preis am unteren den der Spanne «attraktiv». Die Fondsgesellschaft DWS begrüßte zwar den Börsengang von Premiere, weil es den «Kurszettel um ein interessantes Unternehmen bereichert», kündigte aber gleichzeitig «harte Preisverhandlungen» an, wie ein Sprecher der Tochter der Deutschen Bank am Mittwoch in Frankfurt sagte.

Als Grund führte die DWS an, dass das Unternehmen gerade ein Jahr Gewinn geschrieben habe und sehr viel Zukunft gehandelt werde. «Deswegen ist die Risikoprämie, die wir erwarten relativ hoch», so der Sprecher. Premiere bietet im Rahmen seines Börsengangs bis zu 42,1 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 24 bis 28 Euro an. Das Emissionsvolumen liege bei bis zu 1,179 Milliarden Euro.
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tom68:

Ad-hoc-Meldung nach §15 WpHG

 
24.02.05 17:18
24.02.2005 - 13:30 Uhr
DGAP-Ad hoc: TC Unterhaltungselek. AG < DE0007454209> deutsch

Ad-hoc-Meldung nach §15 WpHG

Internet Pay TV DSL Fernsehen Recht Premiere Prozesse Einstweilige Verfügung

Einstweilige Verfügung Premiere gegen TCU AG wegen Pay-TV-Sharing, DSL TV

Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.


Der Pay-TV-Sender Premiere hat der TCU AG im Schnellverfahren die Markteinführung einer neuen TV-Technologie verbieten lassen, mit deren Hilfe es technisch erstmals möglich ist, Fernseh-Inhalte aus aller Welt kostenlos &
anonym zu tauschen, ähnlich den Dateitauschbörsen, die weltweit legal von ca. 300 Mio. Usern benutzt werden.

Heute wurde uns bekannt, daß die erste mündliche Verhandlung zur Einstweiligen Verfügung gegen die neue Internet-Fernseh-Tauschbörse voraussichtlich schon am 22. März 2005 vor dem Landgericht Hamburg stattfindet. Experten gehen davon aus, daß sich das Verbot für diese neue Technologie danach nicht mehr aufrecht erhalten läßt.

Mit drastischen Worten hatte Premiere die einstweilige Verfügung beantragt, Zitat: " dies würde den wirtschaftlichen Ruin von Premiere bedeuten" Zitat Ende.

Tatsächlich kann der Betreiber einer solchen Tauschbörse einzelne Anwender nicht davon abhalten, beliebige TV-Streams über das anonyme System zu verbreiten. Allerdings war die TCU AG zu keinem Zeitpunkt Betreiber eines solchen Systems, sondern hat lediglich Webspace (www.cybertelly.com) für das innovative 3rd Party-Projekt " ByteTornado" zur Verfügung gestellt.

Hierzu die Vorstandsvorsitzende Petra Bauersachs: " Die TCU AG hat zu keinem Zeitpunkt dazu aufgerufen, die neue Technik außerhalb der legalen Grenzen zu benutzen oder gar Premiere Programme kostenlos zugänglich zu machen."

Die TCU AG behält sich vor, die neue TV-Tauschbörsen-Software in ihrem TVOON Mediacenter einzusetzen, sobald die Rechtmäßigkeit geklärt ist.

Hierzu wurde bereits ein Rechtsgutachten angefertigt. Demnach geht unsere Gesellschaft davon aus, daß am 22. März die einstweilige Verfügung sowohl gegen die TCUAG als auch gegen den Betreiber aufgehoben wird und die neue kostenlose Software " Cybersky" großflächig vom Betreiber verteilt wird.

TC Unterhaltungselektronik AG Koblenzer Straße 132 56073 Koblenz Deutschland

ISIN: DE0007454209 WKN: 745420 Notiert: Geregelter Markt in Frankfurt (General Standard); Freiverkehr in Berlin-Bremen und Stuttgart

Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 24.02.2005

Informationen und Erläuterungen des Emittenten zu dieser Ad-Hoc-Mitteilung:

Die TCU-AG aus Koblenz wurde bislang bekannt, durch die Durchsetzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung in Form der Ausblendung von TV-Werbung, zuletzt obsiegt gegen RTL vor dem BGH am 24.6.2004. Dieser Werbeblocker wird seither in diversen Set-Top-Boxen eingesetzt und im TVOON Media Center, einer kostenlosen Home Theater PC Software. (www.tvoon.de)

Ende der Meldung (c)DGAP
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baanbruch:

Lasst bloss die Finger weg davon !

 
24.02.05 18:46

1) Werde ich mit Briefen zugeschüttet, dass ich den Dreck
   doch zeichnen möge. Wenn man derartig viel Werbung und
   Bankenhilfe nötig hat .....

2) Seht Euch mal an, wo das Emmissions-Geld hingehen soll !!!

Antworten
bammie:

yep, da wird vorrangig Kasse gemacht,

 
24.02.05 19:16
auf jedenfall erstmal abwarten, seh ich auch so. Die Zocker können natürlich rumspielen, sofern es die Nerven auch mitmachen :)

"Der Preis ist heiß"

Die Tauschbörsen SW wird ne harte Nuss. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann also jeder sein komplettes Kabel Programm incl. Premiere, ins Internet streamen ?

Ansonsten, sowas ähnliches für PC, World Online TV, gibts auch bei T-Online zu kaufen.
 

 
Antworten
bammie:

Premiere-Börsengang bereits überzeichnet

 
25.02.05 18:40
Kreise: Premiere-Börsengang bereits überzeichnet - 'Oberer Rand der Spanne'

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Pay-TV-Sender Premiere kommt nach Informationen aus Kreisen mit seinem geplanten Börsengang gut voran. "Die Bücher füllen sich schneller als erwartet", erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag aus den Kreisen. Nur drei Tage nach dem Beginn der Zeichnungsfrist sei der Börsengang damit überzeichnet. Angeboten werden insgesamt 42,1 Millionen Euro zum Preis von 24 bis 28 Euro.


Die Preise bewegten sich derzeit am oberen Rand der Spanne Euro, also bei 27 und 28 Euro, hieß es weiter aus den Kreisen. Unterdessen habe auch das Interesse deutscher Fonds deutlich zugenommen. So sei das Verhältnis von inländischen und ausländischen Interessenten inzwischen ausgewogen.

Der Chef des Bezahlsenders, Georg Kofler, wollte die Informationen am Freitag nicht kommentieren. "Ich bin optimistisch, dass der Premiere-Börsengang ein großer Erfolg wird", sagte er jedoch./tav/she  
Antworten
geldschneider:

Ich sehe Bezahlt- TV auch als sehr kritisch

 
27.02.05 07:21
Begründung:

In Deutschland gibt es die meisten Privat TV´Sender

Digataler Satelittenempfang und Kabelfernsehen, macht die Senderanzahl vielfältig .

Digitale Empfänger können heute durch Einbau in einen Digitalrecorder die Werbesendungen ausfiltern, siehe Empfang über Festplatte, im eingebautem Satelitenrecorder.

Derzeit ist Premiere nur für fußbalfans interessant, weil die Fußbalweltmeisterschaft nur noch Life über Premiere übertargen wird.

Meine Meinung: Der Verdienst des Durchschnittes der Bevölkerung wird immer kleiner, bzw. wächst nicht mehr, weil die Belastungen, Abgabe und Lebenshaltungskosten immer gröößer wird.

Durch Handy, SMS Nachrichten und Internetzugang sind  die monatlichen Kosten des Einzelnen aber bereits immens gestiegen. Stellenabbau, dadurch Arbeitslosigkeit und immer kleinere Renten im Alter zwingen die Bevölkerung immer mehr zu sparen.

Fazit, Premiere wird nciht die Zuwachsraten mehr haben wie bisher.

Deshalb  würde ich Premiere keine große Zukunft geben.


Antworten
Inspektor Can.:

Soll man Premiere zeichnen?

 
27.02.05 09:52
Wenn ich hier mein persönliches Statement abgeben darf: Ich denke man sollte der Emission von Premiere nicht allzu kritisch gegenüberstehen. Nach der flauen Entwicklung des jüngsten IPO-Marktes sind meiner Meinung nach die Investment-Banken doch darauf bedacht, hier erstmal wieder Vertrauen aufzubauen. Daher sollte auch der Fokus derenseits auf die Kursentwicklung nach der Emission liegen, um die neuen Zaghaften Anleger nicht zu enttäuschen. Daher werden Dier Emissionspreise eher tendenziell am unteren Ende der Spanne liegen, das hier eine Gute Kursentwicklung nach der Platzierung gegeben ist. Die letzten IPO´s sind (fast) allesamt gut gelaufen, bis auf Epigenomics konnten im Schnitt immer ein Plus verzeichnen. Das es auch gut laufen kann, zeigt ja wohl Wincor Nixdof eindrucksvoll.
Ich denke (besonders bei einem so großen und wichtigem IPO). Auf den jüngsten Gewinn sollte man allerdings nicht geben, aber ich denke das Risiko sollte nach unten in der ersten Phase begrentzt sein, wer Geld übrig hat kann ruhigen Gewissens zeichnen, muß ja keine langfristige Anlage sein...

Gruß Inspector
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bammie:

Abonnieren Sie eine gute Zeit!

 
27.02.05 17:39
Am 9. März startet die Premiere-Aktie (EuramS)

Beim größten Börsengang seit der Postbank werden vor allem Privatanleger umworben. Sie müssen sich für oder gegen eine spannende, aber riskante Aktie entscheiden.

von Hans Sedlmaier und Sven Parplies

Abonnieren Sie eine gute Zeit!" Was Premiere in seiner Werbung verspricht, das verkörpert keiner besser als Senderchef Georg Kofler. Wer im Büro des Südtirolers sitzt und sich mit ihm über die Zukunftsaussichten von Bezahlfernsehen in Deutschland unterhält, wird sich nicht langweilen.

Nicht nur, weil dort ein halbes Dutzend Fernseher wie Bullaugen in bunte Parallelwelten wirken, überragt von einem riesigen Flachbildschirm mit gestochen scharfen HDTV-Bildern. Die beste Unterhaltung liefert Kofler selbst, wenn er die seiner Meinung nach glänzenden Perspektiven von Premiere gestenreich propagiert.Ein "junges Wachstumsunternehmen" sei Premiere, das aber bereits einen uneinholbaren Vorsprung vor der Konkurrenz habe, die "kritische Masse" bei den Abonnentenzahlen sei erreicht, und mit dem Börsengang wolle man nun "eine echte Publikumsgesellschaft werden".

Seit Herbst vergangenen Jahres ist der 47jährige Kofler im richtigen Leben Vater einer Tochter. Premiere ist schon länger sein Baby. Im Februar 2002 übernahm der Sohn eines Holzfällers und promovierte Medienwissenschaftler den Sender, dessen Milliardendefizit das Medienreich von Leo Kirch zum Einsturz gebracht hatte. Was die wenigsten glaubten: Medienprofi Kofler, der bereits 1997 Pro7 erfolgreich an die Börse gebracht hatte, schaffte tatsächlich den Sprung vom Pleitesender zur großen Profithoffnung.

Kofler nutzte das Ende des Kirch-Imperiums, um sich mit der Investorengruppe Permira neue Finanziers ins Boot zu holen. Gleichzeitig handelte er die Verträge mit Programmlieferanten neu und für Premiere preisgünstiger aus. Sein schlagendes Argument: Wenn Ihr nicht mit weniger zufrieden seid, werdet Ihr gar nichts bekommen. So schaffte es Kofler, dem Sender eine Kostenstruktur zu geben, die deutlich günstiger ist als die der europäischen Konkurrenz.

Einer der größten Fehler Leo Kirchs war der Versuch, die Premiere-Decoder monopolartig selbst zu produzieren und zu vertreiben. Kofler machte einen Schnitt. Er verkaufte das Geschäft mit Decodern, stieg auf ein System um, das nicht so leicht zu knacken war, und überließ den Vertrieb Dritten. Mittlerweile gibt es ganz verschiedene Anbieter, die neue und sichere Empfangsgeräte für Premiere verkaufen.

Vor allem aber räumte Kofler bei Premiere radikal auf. 800 von 2400 Mitarbeitern mußten gehen. Dafür stieg seither die Zahl der Abonnenten. Mit attraktiven Programmpaketen, die man bereits ab fünf Euro im Monat buchen kann, lockte das neue Premiere neue Zuschauer an. Bezahlten 2002 noch 2,59 Millionen Abonnenten Geld für Top-Filme und mehr Fußball als im öffentlich-rechtlichen TV, so waren es 2004 bereits 3,25 Millionen. Das nötigt auch Finanzmarktexperten wie Henning Gebhardt, Leiter des Aktienmanagements Deutschland bei der Fondsgesellschaft DWS, Respekt ab: "Es ist beeindruckend, was Kofler in den vergangenen Jahren geleistet hat. Die Frage ist, ob Premiere die Wachstumsraten beibehalten kann."

Kofler ist davon überzeugt. Diesmal steht er auch als Eigentümer eines 20,5-Prozent-Anteils an Premiere voll im Risiko. Klappt der Börsengang, wird Kofler reich. Die Anspannung, die auf ihm lastet, war dem sportlichen Senderchef bei der Präsentation des Börsenprospekts am Dienstag in einem Münchner Nobelhotel anzumerken: Mehrfach geriet er bei seinem Vortrag außer Atem.

Für die Börsenreife von Premiere gibt es gute Argumente – dagegen auch. Der Sender wird nach allgemeiner Einschätzung in diesem Jahr auch nach Steuern schwarze Zahlen schreiben. 2001 machte er noch 775 Millionen Euro Verlust. Die Kündigungsquote ist seit damals von 20,3 auf 13,6 Prozent gesunken, der Umsatz pro Abonnent dagegen von 250 auf 286 Euro gestiegen.

Bezahlfernsehen ist ein Wachstumsmarkt in Deutschland – im Gegensatz zum werbe- oder gebührenfinanzierten TV, wie man an Premieres Umsatz sieht. Er stieg von 805 Millionen Euro (2002) auf 985 Millionen im vergangenen Jahr. Der Trend ist für Jo Groebel, Direktor des Europäischen Medieninstituts, klar: "Das Nutzerverhalten wird sich fundamental ändern. Gerade für junge Leute wird es bald selbstverständlich sein, daß sie nicht warten, bis bestimmte Inhalte im Free-TV zu sehen sind. Sie wollen selbst entscheiden, wann sie Zugriff haben."

Exklusive Inhalte, wie die Live-Übertragung von Bundesligaspielen, und fast kinofrische Spielfilme hat Premiere bereits. "Tatsächlich sind attraktive Inhalte der Knackpunkt", sagt Joan Kristin Bleicher, Medienwissenschaftlerin an der Uni Hambug. Attraktiv finden Premiere-Zuschauer auch das "Vollerotik"-Angebot. Zusätzlich zum Abo bestellen sie sich monatlich 100000 Pornos für sechs Euro pro Film.

Das zeitunabhängige Abrufen von Inhalten – video on demand genannt – bietet Premiere in Kürze mit einem neuen Digitalrecorder. Den kann der Zuschauer selbst zum Aufnehmen von Sendungen nutzen. Er dient aber auch als Spielfilmspeicher, aus dem man sich insgesamt 30 Kinohits monatlich auf den Bildschirm zaubern kann, rund um die Uhr. Für den Medienexperten Groebel ist klar: "Der Wandel ist dramatischer als die Einführung des Privatfernsehens vor 20 Jahren." Das sehen auch die großen Privatsender so. Pro7Sat.1 und RTL spielen schon lautstark mit dem Gedanken, künftig ebenfalls Bezahlfernsehen anzubieten. Doch bisher hat Premiere mit 3,25 Millionen Abos in Deutschland noch ein Quasi-Monopol. 170000 Kunden überweisen nach Unternehmensangaben Geld an Kabel Deutschland (KDG) – "das ist eine andere Liga", so Kofler trocken.

Wie unterentwickelt der deutsche Bezahlfernsehmarkt ist, zeigt allein eine Zahl: Erst acht Prozent aller Haushalte hierzulande nutzen Pay-TV, in Frankreich sind es 47 Prozent. Doch wo Optimisten wie Kofler den Nachholbedarf als jährliche Zuschauerzuwachsraten von zehn Prozent schon fest einplanen, kommen Kritiker zu einem ganz anderen Schluß. Medienwissenschaftlerin Bleicher: "Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern und den USA ist das Free-TV-Angebot in Deutschland so groß, daß es das Bezahlfernsehen sehr schwer haben wird. Das Potential für Premiere ist begrenzt."

Tatsächlich waren und sind in Deutschland gute Filme und Serien auch ohne ein Premiere-Abo zu empfangen. Satellitenschüsseln und Kabelfernsehen haben die Programmvielfalt sogar noch deutlich erhöht. Dazu kommt zunehmend das Digitalfernsehen über Antenne, das in Berlin schon Realität ist und schrittweise in anderen Ballungsräumen eingeführt wird.

Es ermöglicht via Antenne den Empfang von Programmen wie 3Sat, Arte (Mailand: ART.MI - Nachrichten) , Kabel 1 oder N24, die bisher nur über Kabel oder Satellit gesendet wurden – und zwar in digitaler Qualität. Auch wenn Kofler das neue Angebot, das zum Beispiel schon ab Ende Mai in München zu empfangen sein wird, als "Schmalspur-Digitalfernsehen" schmäht, so könnte es ihn doch den einen oder anderen potentiellen Kunden kosten.

Gefahr droht Premiere auch von der Werbefront. Bisher ist es auch die ständige Unterbrechung von Filmen und Serien durch Reklameblöcke, die genervte Zuschauer in die Arme des weitgehend werbefreien Bezahlfernsehens treibt. Doch seit einiger Zeit gibt es Werbeblocker, die – eingebaut in Digitalrecorder – Spots herausfiltern können. Sowohl Free-TV wie auch Pay-TV fürchten sie wie der Teufel das Weihwasser.

Fänden Werbeblocker Eingang in den Massenmarkt, würden die Sender keine Werbezeit mehr verkaufen können – ein finanzielles Desaster. Auch für Premiere: Könnten Zuseher die Werbung ausblenden, hätten sie einen wichtigen Grund weniger, auf Koflers Sender umzusteigen. Dazu kommt eine technische Innovation, die man in der Firmenzentrale in Unterföhring bei München mit großer Nervosität sieht. Nach einer Ad-hoc-Meldung des Unternehmens TCU vom Donnerstag hat Premiere eine Einstweilige Verfügung gegen TCU erwirkt, um so die Einführung einer Software zu blockieren, mit der man weltweit und anonym Fernseh-Inhalte tauschen kann. Eine Art Napster-TV.

Das wäre eine Katastrophe für die Fernsehsender – im schlimmsten Fall mit ähnlichen Folgen wie sie die Musik-Tauschbörsen für die Musikindustrie brachten. Deren Umsätze sind seit dem Auftreten von Napster (NASDAQ: NAPS - Nachrichten) und anderen kostenlosen Download-Möglichkeiten aus dem Internet dramatisch eingebrochen.

Die Zukunft des Bezahlsenders hängt aber vor allem vom Fußball ab. In der Übertragung der Bundesliga- und Champions-League-Spiele liegt in erster Linie die Exklusivität, die die Zuschauer zu Premiere treibt. "Pay-TV kann nur erfolgreich sein, wenn es gelingt, Inhalte im Free-TV zu verknappen. Das schafft Premiere mit Einschränkung im Sport", gesteht auch die kritische Medienwissenschaftlerin Bleicher zu.

Bis Ende 2006 hat Premiere exklusive Übertragungsrechte für die Bundesliga. Danach hätte sie Georg Kofler gerne noch etwas exklusiver. Sein Traum, den er in Österreich schon verwirklicht hat: Bis 22 Uhr sind die Spiele der Ersten Liga nur über den Premiere-Decoder zu sehen. Dort bringt ihm diese Regelung zwar bis zum heutigen Tag Drohbriefe ein – aber eben auch ein Abonnentenplus um die 50 Prozent im vergangenen Jahr. Nicht nur Privatfernseh-Pionier Helmut Thoma bezweifelt im EURO-Interview, daß das in Deutschland durchzusetzen ist (siehe unten).

Koflers Albtraum wäre ein Bietergefecht um die Bundesliga, das er sich mit einem Konsortium von Privatsendern um die Übertragungsrechte nach 2006 liefern müßte. Allerdings, so machte er sich bei der Börsenpräsentation Mut, "müßte einer schon eine Milliarde Euro in die Hand nehmen", um sich die Bundesligarechte für 2007 bis 2009 zu holen. Kofler hält das für "kaufmännisches Harakiri".

Doch auch wenn für Premiere alles nach Plan läuft, dürfte die nächste DFL-Runde deutlich teurer werden. Bayern-Manager Uli Hoeneß hat unlängst öffentlich gegrummelt, daß "in allen anderen Ländern die Fernsehhonorare extrem steigen". Mindestens 500 Millionen Euro müßten für die Bundesligarechte auf den Tisch. Heute bekommt die DFL 300 Millionen, knapp 200 Millionen davon zahlt Premiere.

Ein Blick in die Zukunft: Trotz heftiger, öffentlicher Proteste läuft im Jahr 2008 Bundesliga-Fußball bis zum späten Samstagabend nur auf Premiere. Kofler hat viel Geld dafür hingeblättert, doch der Erfolg gibt ihm Recht. Vier Millionen Haushalte zahlen fürs Premiere-Programm, weil man ansonsten nirgends mehr in der ersten Reihe sitzt. Das ist Koflers Zukunftsvision. Ob das den Fernsehzuschauern genausogut gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Gewiß ist: Ohne die Milliarde aus dem Börsengang hat sie keine Chance.  
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Schorsch Dab.:

Morgan Stanley ist betreuende Emissionsbank

 
27.02.05 17:59
Wenn man deren Emissionen seit 2000 ansieht, ich glaube es waren 8, dann sind sieben davon echte Rohrkrepierer und Kapitalvernichter (>> 50% Verlust).
Insofern kann man die Emission auch als Drohung ansehen, zumal es hier eher nach Kasse machen aussieht als nach einer kommenden Wachstumsstory.
Antworten
bammie:

hier werden Prioritäten gesetzt

 
27.02.05 18:05
Primär wollen die Altaktionäre Kasse machen, dazu muss man sich nunmal bestens verkaufen. Sekundär kommt die Wachstumsstory mit Blick auf die kommende WM. Möglichkeiten zum einsteigen hat man noch allemal. Ich denke, das hier nach langer Zeit, wieder kräftige Zeichnungsgewinne mitgenommen werden.

Antworten
bammie:

Nachfrage übersteigt das Angebot

 
28.02.05 19:21
PREMIERE-IPO

Nachfrage übersteigt das Angebot

Die Aktien des Börsenkandidaten Premiere sind gefragt. Am unteren Ende der Preisspanne seien die Titel sogar zweifach überzeichnet, heißt es. Wider Erwarten sind nach Angaben von Händlern offenbar auch zahlreiche Privatanleger an den Papieren interessiert.

München/Frankfurt am Main - Wenige Tage vor seinem Börsengang hat sich der Münchener Pay-TV-Sender Premiere am Montag institutionellen Anlegern in Großbritannien vorgestellt. Ein Premiere-Sprecher erklärte, dass das Interesse am Börsengang sehr groß sei. Seitens einer Konsortialbank verlautete, dass die Emission bereits "weit überzeichnet" sei. Die Bookbuilding-Spanne, innerhalb derer der Preis je Aktie festgelegt wird, beträgt 24 bis 28 Euro je Papier.

Kreisen zufolge ist das Interesse an der Aktie am unteren Ende der Preisspanne doppelt so groß wie das Angebot. Aber auch am oberen Ende der Preisspanne sei das Papier immer noch anderthalb Mal überzeichnet. Insbesondere institutionelle Anleger hätten zu einem sehr frühen Zeitpunkt große Zeichnungsbereitschaft signalisiert. In Einzelfällen habe sie sogar im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gelegen.

Premiere gibt inklusive Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) 42,1 Millionen Aktien in einem Volumen von knapp 1,2 Milliarden Euro an den Markt. Die Zeichnungsfrist endet am 8. März, tags drauf ist die Erstnotiz vorgesehen.

Handelshaus spricht von regem Interesse

"Bei einigen Anlegern scheint es durchaus Fantasien nach oben zu geben", sagte Stefan Chmielewski vom Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz. Das durchschnittliche Ordervolumen habe sich in den vergangenen Tagen etwa im mittleren fünfstelligen Bereich bewegt. Derzeit stehe die Aktie zwischen 27,00 und 27,25 Euro. "Vor allem Privatanleger haben Interesse. Wir verzeichnen viele kleinere Orders so um die 100 bis 500 Stück." Dabei hatten Aktionärsschützer in den vergangenen Wochen Privataktionären von einer Zeichnung abgeraten.

Die überwiegende Zahl der Vormerkungen kämen derzeit aus dem Inland. Das die obere Grenze der Preisspanne von 24 bis 28 Euro erreicht werde, halte er für gut möglich. "Momentan sieht das alles problemlos aus. Aber so was kann sich auch schlagartig ändern."

In der vergangenen Woche hatte sich Premiere während seiner "Roadshow" auf Deutschland, Österreich und die Schweiz konzentriert.

Im Rahmen der angegebenen Preisspanne wird Premiere mit 1,68 Milliarden bis 1,96 Milliarden Euro bewertet, einschließlich der Platzierungsreserve wären es bis zu 2,3 Milliarden Euro. Im Vorfeld des Börsengangs hatten große Investmentfonds den fairen Wert des Unternehmens mit unter zwei Milliarden Euro deutlich geringer eingeschätzt als die Emissionsbanken, deren Bewertungen bei 2,1 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro lagen.

2004: Unter dem Strich stand noch ein Verlust

Premiere hatte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von rund 985 Millionen Euro erstmals in seiner Firmengeschichte ein Geschäftsjahr mit operativ schwarzen Zahlen abgeschlossen. Unter dem Strich stand allerdings noch ein Nettoverlust von 81 Millionen Euro. Der Bezahlsender konnte im vergangenen Jahr seine Abonenntenzahl um rund 340.000 auf 3,25 Millionen ausbauen.

Premiere-Chef Georg Kofler will nach eigenen Aussagen langfristig ein Fünftel aller Haushalte in Deutschland erreichen. Bislang sind es lediglich 8 Prozent. Angesichts der Vielzahl der frei empfangbaren Sender und des großen Angebots haben Analysten diese Ziele im Vorfeld des Börsengangs allerdings skeptisch beurteilt. "Ich denke nicht, dass die Penetrationsrate stark steigen wird und sehe Premiere deshalb nicht als mittel- oder langfristige Wachstumsstory", sagte zum Beispiel Marcus Stigler von Deutschlands zweitgrößter Fondsgesellschaft Deka Investment.
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bammie:

Premiere bringt IPO-Markt wieder in Schwung

 
04.03.05 06:50
Emission bereits vierfach überzeichnet - Privatanlegeranteil soll 25 bis 35 Prozent sein - Kritiker warnen vor Risiken

von Karsten Seibel

Frankfurt/Main - Die Zeichnungsfrist für die Aktie des Bezahlsenders Premiere läuft noch bis Dienstag nächster Woche. Doch schon jetzt gibt es kaum noch Zweifel: Die Neuemission (IPO) wird ein Erfolg. Erstmals seit dem Börsengang des Flughafenbetreibers Fraport vor fast vier Jahren steht eine große Emission in Deutschland offenbar nicht vor dem Problem, händeringend nach Käufern für die angebotenen Aktien suchen zu müssen - wie dies noch bei der Postbank der Fall war. "Das IPO ist bereits heute vierfach überzeichnet", heißt es in Finanzkreisen. Schon in den ersten 48 Stunden der Zeichnungsphase sollen genug Aufträge für die 36,6 Mio. Stücke vorgelegen haben - vor allem von institutionellen Investoren im Ausland.

Privatanleger hielten sich dagegen lange zurück. Doch auch von ihnen kamen dem Vernehmen nach in den vergangenen Tagen stetig mehr Orders herein - müssen auch, auch aus Sicht von Premiere. Schließlich hat Vorstands-Chef Georg Kofler im Vorfeld davon gesprochen, daß er "am liebsten 50 Prozent" der Aktien an kleine Sparer ausgeben würde. Dieser Wert wird wohl nicht ganz erreicht, ist nun aus dem Umfeld des Unternehmens zu hören: "Ein Anteil von 25 bis 35 Prozent erscheint realistisch." Allerdings sei vorgesehen, daß Privatanleger im Vergleich zu institutionellen Investoren überdurchschnittlich stark berücksichtigt werden. Premiere-Abonnenten könnten davon ausgehen, daß sie in jedem Fall Aktien bekämen.

Zum möglichen Preis gibt es derzeit noch keine klaren Aussagen. Im vorbörslichen Handel wurden in den vergangenen Tagen stets mehr als 27 Euro für eine Aktie gezahlt. "Kofler muß ein Interesse haben, daß der Preis auch nach der Plazierung am 9. März noch oben geht", erwartet Florian Weber, verantwortlich für den vorbörslichen Handel beim Börsenmakler Schnigge in Düsseldorf, den Ausgabepreis eher in der Mitte der Spanne von 24 bis 28 Euro. Ob und wie weit Premiere sich dieser Meinung anschließt, bleibt abzuwarten. "Der Preis wird sicherlich nicht genau bei 26 Euro liegen", so eine Stimme aus dem Umfeld.

Aktionärsschützer warnen Privatanleger davor, nur auf mögliche Zeichnungsgewinne zu setzen. "Niemand sollte aus dem Auge verlieren, daß Premiere kein Unternehmen ist, das über ein bewährtes Geschäftsmodell verfügt und seit Jahren Gewinne macht", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Für das laufende Geschäftsjahr ist erstmals ein Jahresüberschuß geplant. Zudem ist auch unter institutionellen Investoren umstritten, wie stark der Fernsehmarkt in Deutschland Wachstumspotenzial für einen Bezahlsender bietet. Seit Anfang der 90er Jahre konnte Premiere lediglich einen Marktanteil von acht Prozent erreichen. Zum Vergleich: in Großbritannien und Frankreich liegt die Quote bei mehr als 40 Prozent. Während Kofler darauf verweist, daß erst in den vergangenen zwei Jahren, seit Leo Kirch nicht mehr das Sagen hat, das Thema in Deuschland überhaupt richtig angegangen worden sei - zum Beispiel mit Hilfe wesentlich günstigerer Decoder. Sehen Kritiker die Möglichkeiten auf dem deutschen Markt wegen der großen Konkurrenz durch öffentlich-rechtliche und privater Sender begrenzt. Zudem wird bei den Risiken darauf verwiesen, daß der Erfolg von Premiere sehr von den Fußballrechten abhänge, die schon bald wieder neu verteilt werden. Kofler sieht dagegen kaum Konkurrenz, schließlich sei allein sein Unternehmen mit mittlerweile mit 3,25 Mio. Abonnenten in der Lage, die hohen Ausgaben für die Fußballrechte auch wieder einzuspielen.

Bleibt die entscheidende Frage, ob der Preis gerechtfertigt ist und vor allem noch ausreichend Luft für Zeichnungsgewinne bleibt. Hier hat die Postbank bewiesen, daß es für Anleger besser sein kann, wenn der Preis im vorbörslichen Handel kräftig gedrückt wird. Seit dem Börsengang liegt die Postbank-Aktie mit rund 25 Prozent im Plus. Die kommende Woche wird erste Anhaltspunkte zu Premiere geben.
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bammie:

Anlegeranwalt Rotter rät von der Pay-TV-Aktie ab

 
06.03.05 11:00
"Premiere-Aktie ist hochspekulativ"
Anlegeranwalt Rotter rät von der Pay-TV-Aktie ab

Wenige Tage vor dem Ende der Zeichnungsfrist für die Aktie von Premiere mehren sich kritische Stimmen, die Anlegern von einer Teilnahme am Börsengang des Medienkonzerns abraten. Vor allem die Tatsache, daß ein Großteil des Emissionserlöses für die Tilgung bestehender Kredite genutzt werden soll, erregt das Mißtrauen von Experten.

"Wer diese Aktie zeichnet, muß sich darüber im klaren sein, daß es sich dabei um ein hochspekulatives Investment handelt", sagt etwa der renommierte Münchener Anlegeranwalt Klaus Rotter. Die Umstände des Börsenganges erinnerten ihn in einigen Punkten bereits wieder an die Zeiten des Neuen Marktes. Rotter führt dazu eine Meldung des Unternehmens aus dem Februar zum Jahresabschluß 2004 an, in der Premiere ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Restrukturierung (Ebitda) von 83 Millionen Euro verkündet. "Mit dieser Zahl wird Anlegern Sand in die Augen gestreut", sagt Rotter, "entscheidend ist doch allein, was unter dem Strich herauskommt." Nimmt man das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), so schrumpft die Zahl schon auf eine Million Euro zusammen. Ganz unten auf der Bilanz steht dann sogar ein Jahresfehlbetrag von 80 Millionen Euro.

Ähnlich kritisch äußert sich die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger SdK. "Das Ebitda ist eine Kennziffer aus der Wunderwelt des Neuen Marktes", sagt SdK-Vertreter Markus Straub, "diese Zeiten sollten wir eigentlich überwunden haben." Da die Bewertung der Aktie unter anderem auf diesem wenig aussagekräftigen Ebitda basiere, sei das Papier schlicht zu teuer, so Straub weiter.

Anwalt Rotter hält es zudem für bedenklich, daß ein beachtlicher Teil des Emissionserlöses in die Tilgung alter Schulden fließen soll. "Das sieht für mich so aus, als ob die Banken schlicht und einfach den Geldhahn zugedreht haben. Das heißt ja wohl nichts anderes, als daß sie für das Geschäftsmodell keine Perspektive sehen", so Rotter. Bei Verlusten in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro binnen vier Jahren sei das für ihn auch kein Wunder, sagt der Anwalt. "Und nun soll wieder mal der Kapitalanleger dafür in die Bresche springen." Was der auch bereitwillig tut - die Nachfrage überstieg am Freitag deutlich die Menge angebotener Aktien, die Rede war von einer 5,5fachen Überzeichnung der Emission. Dennoch sollen, wie aus Bankenkreisen verlautete, die Zeichnungswünsche der Privatanleger möglichst umfassend erfüllt werden.

Noch bis einschließlich Dienstag kann das Papier des Medienunternehmens von Anlegern gezeichnet werden, für Mittwoch ist dann die Erstnotiz vorgesehen. Die Preisspanne wurde auf 24 bis 28 Euro festgesetzt, am Freitag notierte die Aktie im vorbörslichen Handel knapp unterhalb des oberen Endes der Bookbuilding-Spanne. Vorstandschef Georg Kofler strebt mit Premiere binnen zwölf bis 18 Monaten die Aufnahme in den Index der Deutschen Börse für mittelkapitalisierte Werte, den MDax, an. Michael Höfling
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Guru Brauni:

Ob da nicht viele einem Irrtum unterliegen...

 
06.03.05 12:34
Aus meiner Sicht können bzw. wollen sich viele Leute Premiere nicht leisten. Ist einfach zu teuer für das was sie an "mehr" bieten.
Gleichzeitig haben sie nicht geringe Ausgaben für diverse Rechte.

In Summe fehlt für mich einfach die Gewinnwachstumsfantasie.

Und dann noch dieses TamTam... Schienen Angst davor zu haben, daß das IPO in die Hose gehen hätte können. Gut, das war mal nicht der Fall. Aber ob Premiere Fantasie für Gewinnwachstum hat (im Vergleich zu anderen Unternehmen) bezweifle ich.

Viele Grüße
Guru Brauni
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bammie:

das ganze TamTam dient primär nur einem Zweck

 
06.03.05 12:40
möglichst viele Zeichnungsgewinne realisieren. Im Vergleich zu den bisherigen IPOs, werden hier richtig die Werbetrommeln gerührt. Wer mitmischen will, muss flink sein.

 
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Guru Brauni:

Genau, das wird wohl stimmen

 
06.03.05 12:44
Zeichnunsgewinne für Premiere...

Viele Grüße
Guru Brauni
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Illuminator:

Banken wollen Kasse machen ....

 
08.03.05 17:18
Es gibt für diese Aktion ein perfektes Gleichnis. Siehe HEIN GERICKE . Dort wurde genau das gleiche Ding fabriziert. Das Ding nach aussen hin fein machen. Dann möglichst teuer an den Markt bringen und danach die Kohle komplett abziehen.
Premiere macht keinen Hehl daraus, daß mit dem Geld Altschulden bezahlt werden sollen. Man sollte beachten, welche Altschulden ;-) .
Wem gehört den Premiere - nach wie vor den Banken Bayerische Landesbank usw. ! Nicht vergessen, die haben bei Herrn Kirch eine Menge Geld offen bezüglich seiner Pleite. Alles was sie bekommen haben ist PREMIERE. Ein wenig Gras darüber gewachsen und jetzt ab an die Börse . Geld rausziehen und danach den Laden sich selbst überlassen.
Siehe was Hein Gericke passiert ist. Die Aktie in den Keller - Insolvenz - Heute sogar unter Fairchild praktisch PLEITE .
Bin selbst Premiere Kunde u die haben kräftig rumtelefoniert in der Vergangenheit u. die Altkunden optimiert. Fakt ist.: Das Programm ist effektiv schlechter geworden und die Extrakanäle sind KALTER KAFFEE. Ich werde voraussichtlich kündigen.Auf die WM zu spekulieren ist wenig sinnvoll,da diese nur einen kurzen Einmaleffekt haben wird.
Meine Empfehlung. Kleinaktionäre sollten nicht herhalten und der Bayrischen Landesbank die Taschen füllen !!! Finger weg und nicht blenden lassen.

Ich sage es immer u. immer wieder gerne.: Don´t believe the Hype !!!



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