SPIEGEL ONLINE - 27. Dezember 2001, 18:37
URL: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,174646,00.html
Aldi
Preiskrieg im neuen Jahr?
In den deutschen Aldi-Märkten bringt der Euro offenbar nicht die befürchteten Preissteigerungen - im Gegenteil. Der Discounter plant angeblich die größte Preissenkung seiner Geschichte.
DPA
Aldi-Filiale in Bremen: Der harte Wettbewerb im deutschen Lebensmittelmarkt wird offenbar noch härter
Mülheim/Essen - Aldi will klotzen und der Konkurrenz eine neue Lektion in Sachen Preisführerschaft erteilen - das zumindest berichtet das Fachblatt "Lebensmittelzeitung" ("LZ"). Nach Einführung des Euro-Bargelds wollten Aldi Nord und Aldi Süd die Preise nicht nur bei einzelnen Artikeln senken, wie viele Konkurrenten, sondern quer durch das ganze Sortiment - um im Schnitt zwei Prozent.
Zugleich plane Aldi eine massive Medienkampagne, um seine Führungsrolle unter den deutschen Discountern gegen Wettbewerber wie Kaufland-Lidl zu verteidigen. Auf Handzetteln solle für die "größte Aldi-Preissenkung aller Zeiten" geworben werden, schreibt die "LZ" unter Berufung auf Lieferantenkreise. Die Aufdrucke auf Aldi-Einkaufstüten sollten für mehrere Monate geändert werden, um auf die radikalen Einschnitte hinzuweisen.
Eine Sprecherin von Aldi Nord in Essen wollte den Bericht nicht bestätigen. Aldi gebe grundsätzlich keine Stellungnahmen ab, sagte sie - egal zu welchen Themen.
Laut Informationen, die die "LZ" als vorläufig bezeichnet, sollen die Preise um 1,6 bis 2,7 Prozent fallen. Damit würde Aldi wahr machen, was viele Konkurrenten schon lange befürchten: Krumm umgerechnete Euro-Preise werde es bei Aldi nicht geben, stattdessen werde überall deutlich abgerundet.
Damit gebe es beispielsweise bei Tiefkühlkost für Artikel, die bisher 6,59 Mark kosteten, einen neuen Preis von 3,29 Euro - umgerechnet 6,435 Mark. Aus 1,99 Mark im Haushaltsbereich würden 0,99 Euro, was eigentlich nur 1,938 Mark sind. Mit Spannung wird nun erwartet, ob die großen Konkurrenten nachziehen oder Aldi freiwillig Marktanteile und Umsätze abtreten.
URL: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,174646,00.html
Aldi
Preiskrieg im neuen Jahr?
In den deutschen Aldi-Märkten bringt der Euro offenbar nicht die befürchteten Preissteigerungen - im Gegenteil. Der Discounter plant angeblich die größte Preissenkung seiner Geschichte.
DPA
Aldi-Filiale in Bremen: Der harte Wettbewerb im deutschen Lebensmittelmarkt wird offenbar noch härter
Mülheim/Essen - Aldi will klotzen und der Konkurrenz eine neue Lektion in Sachen Preisführerschaft erteilen - das zumindest berichtet das Fachblatt "Lebensmittelzeitung" ("LZ"). Nach Einführung des Euro-Bargelds wollten Aldi Nord und Aldi Süd die Preise nicht nur bei einzelnen Artikeln senken, wie viele Konkurrenten, sondern quer durch das ganze Sortiment - um im Schnitt zwei Prozent.
Zugleich plane Aldi eine massive Medienkampagne, um seine Führungsrolle unter den deutschen Discountern gegen Wettbewerber wie Kaufland-Lidl zu verteidigen. Auf Handzetteln solle für die "größte Aldi-Preissenkung aller Zeiten" geworben werden, schreibt die "LZ" unter Berufung auf Lieferantenkreise. Die Aufdrucke auf Aldi-Einkaufstüten sollten für mehrere Monate geändert werden, um auf die radikalen Einschnitte hinzuweisen.
Eine Sprecherin von Aldi Nord in Essen wollte den Bericht nicht bestätigen. Aldi gebe grundsätzlich keine Stellungnahmen ab, sagte sie - egal zu welchen Themen.
Laut Informationen, die die "LZ" als vorläufig bezeichnet, sollen die Preise um 1,6 bis 2,7 Prozent fallen. Damit würde Aldi wahr machen, was viele Konkurrenten schon lange befürchten: Krumm umgerechnete Euro-Preise werde es bei Aldi nicht geben, stattdessen werde überall deutlich abgerundet.
Damit gebe es beispielsweise bei Tiefkühlkost für Artikel, die bisher 6,59 Mark kosteten, einen neuen Preis von 3,29 Euro - umgerechnet 6,435 Mark. Aus 1,99 Mark im Haushaltsbereich würden 0,99 Euro, was eigentlich nur 1,938 Mark sind. Mit Spannung wird nun erwartet, ob die großen Konkurrenten nachziehen oder Aldi freiwillig Marktanteile und Umsätze abtreten.