Nicht die Nerven verlieren. Der Conservatorship wird beendet. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Glaubt nicht denjenigen, die wieder Zweifel streuen. Ihre Motivation ist nicht das Informieren. Hier geht es um unvorstellbar viel Geld und Macht. Letztlich läuft jeder zweite Häuserkredit über Fannie und Freddie. Sie beherrschen den sekundären Häusermarkt mit direkten Auswirkungen auf den primären. F+F geben vor, wer Geld kriegt!
Der Kongress hat den Rahmen geschaffen. Die FHFA bestimmt die Regeln. Und F+F? Calabria will mit der FHFA einen handlungsfähigen Regulator schaffen. Warum? Weil die Firmen sonst wieder machen, was sie wollen.
Fannie und Freddie versichern Wertpapiere im Wert von über 4 Billionen Dollar. 4000 Milliarden Dollar. 4 Millionen Millionen Dollar. Der Großteil dieser Wertpapiere(MBS) hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Und sie werden auf der ganzen Welt gehandelt.
Fannie und Freddie sind nicht wegzudenken. Sie sind der Inbegriff von "too big to fail". Es gibt nichts Systemrelevanteres. Kleinste Änderungen können zu verheerenden Auswirkungen führen. Daher kann man die 2 Firmen nicht einfach aus ihren Conseravorships rauswerfen. Die Märkte brauchen Sicherheit in Form eines genauen Reform- und Fahrplans. Hauptziel: Der Erhalt der Top-Bonität bei den Ratingagenturen.
Wir befinden uns inzwischen in der Recap-Phase. Denn die Investitionsbereitschaft wird bereits ausgelotet. Denkt an das JPMorgan-Treffen.
Potentielle Investoren stellen ihre Forderungen, hinter verschlossenen Türen. Was genau kann man kaufen? Und wie ist der Preis? Explizite Staatsgarantie oder zurück zu den Chartas? Erhalten die Firmen neu geschaffene Konkurrenz? Und welche Einflüsse auf F+F hat eine mögliche Housing Finance Reform?
F+F bräuchten gut 7 Jahre, um sich allein aus den Firmengewinnen zu rekapitalisieren. Das ist ne lange Zeit. Daher ist es verständlich, dass man sich bei Investoren umschaut, um den Prozess zu beschleunigen. Und der Einfluss dieser Investoren auf den gesamten Prozess ist nicht zu unterschätzen.
Und Housing Finance Reform ist ebenfalls in vollem Gange: QM patch, SIFI-Diskussionen, usw. Unter Mnuchin werden beispielsweise die SIFI-Bestimmungen grundlegend neu betrachtet. Er sitzt der Kommission nun vor. Dabei werden sich meiner Meinung nach ganz neue Herangehensweisen zur Bestimmung der Kapitalanforderungen insbesondere für F+F ergeben. Das wäre überfällig. Komplett neue Ansätze sind nötig, um die Risiken von Finanzinstituten genauer zu bemessen. Hier geht es nicht nur um prozyklische Aspekte, sondern auch um Assetklassen und ihre Bewertung. Ich gehe stark davon aus, dass sich hierbei einiges ändern wird. Und das ist auch gut so. Und daher wartet Calabria noch mit seiner Final Rule zu Fannies Kapitalanforderungen.
Ich bin wie immer offen für eure Fragen. Es ist aus verschiedenen Gründen nicht leicht, sich gut zu informieren. Gerade beispielsweise werden Accounting-Kenntnisse benötigt, um den Recap-Prozess zu verstehen. Diese habe ich mir über lange Zeit angeeignet, weil ich so neugierig bin. (-;
Den finalen Schliff haben meine Kenntnisse durch Quellen von kthomp19 aus dem Ihub-Forum erhalten. Nicht, dass ihr ihm vorbehaltlos trauen dürft. Nein! Aber seine Links zu den Accounting-Seiten lügen nicht! - Ja: Die Ausnahme bestätigt die Regel. Und ich möchte anmerken: Bei Fannie sowieso:
So zählt SPS nicht zum core capital, welches für die Minimum-Kapitalanforderungen benötigt wird. Löscht man nun den SPS, fließt sein bilanzieller Wert(120 Milliarden) in "retained earnings" ein, welche zum core capital zählen. - Wer weiß das schon... wo findet man so etwas?!
Und En Banc?
Am besten, ihr lest euch das Urteil der 3 Richter des 5.circuit von 2018 mal durch. Denn dieser Fall wird jetzt von allen Richtern dieses Gerichtshofs, also "en banc", behandelt. Ab Seite 58 findet ihr die Meinung von Richter Willett, der seinen 2 Kollegen vehement wiederspricht und den NWS für illegal hält. Auf Seite 81 findet man folgende Textstelle, die meiner Meinung nach spätestens beim Obersten Gericht zu einem Sieg für die Kläger führen wird:
"Der Net Worth Sweep entzieht den GSEs ihre Kapitalreserven, und es ist daher widersprüchlich zum gesetzlichen Befehl der FHFA, "das Vermögen und das Eigentum der GSEs zu erhalten und zu schützen".97 Doch der Net Worth Sweep besteht und bleibt auf unbestimmte Zeit bestehen. Dies verstößt gegen die Hauptaufgabe der FHFA als Konservator, "die[GSEs] in einen soliden und solventen Zustand zu versetzen". 98 Eine der Regulierungsaufgaben der FHFA gegenüber den GSEs besteht darin, "sicherzustellen, dass[die GSEs] sicher und gesund arbeiten[], einschließlich der Aufrechterhaltung eines angemessenen Kapitals".99"
"The net worth sweep strips the GSEs of their capital reserves, and it is thus antithetical to the FHFA’s statutory command that it “preserve and conserve the assets and property” of the GSEs. Yet the net worth sweep persists—and it persists indefinitely. This violates the FHFA’s principal duty as conservator to “put the [GSEs] in a sound and solvent condition.”98 One of the FHFA’s regulatory duties over the GSEs is “to ensure that [the GSEs] operate[] in a safe and sound manner, including maintenance of adequate capital".99”
www.ca5.uscourts.gov/opinions/pub/17/17-20364-CV0.pdf
Leute, 2018 hatten wir das letzte Bailout. Damals hat Trumps Unternehmenssteuersenkung dazu geführt, dass Fannie latente Steueransprüche abschreiben und somit Rettungseld vom Finanzminister aufnehmen musste. Das bricht dem NWS das Genick. Adäquat Kapital? Geh nach Hause...
Dazu Willett:
"Tatsächlich haben die GSEs zusätzliche Schulden aufgenommen, um das Finanzministerium im Rahmen des Net Worth Sweeps zu bezahlen. Die Anweisung an die GSEs, ihre Finanzlage auf diese Weise weiter zu schwächen, steht im Widerspruch zur gesetzlichen Autorität der FHFA."
"In fact, the GSEs have incurred additional debt in order to pay Treasury under the net worth sweep. Ordering the GSEs to further weaken their financial position in this manner is inconsistent with the FHFA’s statutory authority."
Seite 82