Mensch Ede, es geht doch bei den aktuellen Maßnahmen darum, das Gesundheitssystem nicht komplett zu überlasten. Was wäre denn, wenn diese Maßnahmen nicht getroffen worden wären. Es wäre bestimmt inzwischen schon schlimmer als in Italien und dann müssten nach dem Zusammenbrechen des Gesundheitssystems doch solche Maßnahmen ergriffen werden. Genau das passiert ja jetzt in den USA, nur dass die von der Entwicklung noch ca. 2 - 3 Wochen hintendran sind.
Würdest Du einen Corona-Infizierten auch zur Arbeit schicken, um möglichst schnell die 60 - 70 Prozent zu erreichen oder sollte der dann zu Hause bleiben?
Falls er zu Hause bleiben sollte, hast du aber bald das Problem, das dann irgendwann auch die Hälfte der Arbeiter fehlen würde, dann kannst du deine Firma auch nicht offen halten?
Falls wir ca. 60 - 70 Prozent Ansteckungen hätten in einem Land mit über 80 Millionen Einwohnern und einem schweren Verlauf wie in China (2-6 Prozent mit Beatmung) würden in Deutschland über 2 Millionen beatmet werden müssen. Das dies nicht möglich ist, ist wohl klar.
Deswegen sind die Maßnahmen absolut richtig. Den Vergleich mit der Grippe kann ich da auch langsam nicht mehr hören. Lt. Berliner Morgenpost sind dieses Jahr 323 Menschen an Influenza in Deutschland gestorben (www.morgenpost.de/vermischtes/...Faelle-in-Deutschland.html). Da starben in Italien dreimal so viel Corona-Infizierte an einem Tag (okay, sicherlich nicht alle ausschließlich durch Corona).
Ich empfinde es auch nicht als Panik-Mache, wenn man die Problematik anspricht. Es geht doch um die Auswirkungen dieser Pandemie auf den Aktien-Markt und die Frage, wie jeder damit umgeht.
Ich habe gerade eine Videokonferenz von einer Bank angesehen, bei der es um die derzeitigen Entwicklungen geht. Es wurde berichtet, dass in der Krise in den Jahren 2008/2009 von den Firmen Gewinnrevisionen von ca. 30 Prozent minus gemacht wurden. Seit der Krise ab 20.01.20 wurden bislang Gewinnrevisionen von 10 - 12 Prozent minus gemacht. Dies bedeutet, das noch in den nächsten Wochen und Monaten schlechte Nachrichten hierzu kommen werden, die aber nach Ansicht des Analysten bereits bei den aktuellen Kursen eingepreist seien. Die Bank sieht den Dax im Zeitraum von 9 bis 12 Monaten bei 13000 Punkten (Eurostoxx 50 bei 3500). Die Volatilität nehme seit 15 März ab, da Investoren inzwischen wieder in den Markt einsteigen.
Zur Frage bezüglich der Entwicklung in den USA hat der Analyst gesagt, dass dort das Wirtschaftswachstum zu ca. 70 Prozent (in Europa 40 Prozent) konsumabhängig sei. Die Krise wirke sich deshalb dort wohl stärker aus. Als Anlage in den USA würde er den Technologiesektor empfehlen -da sind wir mit Plug ja richtig.
Auch auf eine mögliche zweite Welle wurde der Analyst angesprochen. Er hat hier deutlich geringere Auswirkungen auf den Aktienmarkt vermutet.