hab da noch nen guten bericht aus nen anderen threat kopiert,fand ihn sehr interssant ;-)
mfg
me
P.S. bin denn mal im urlaub die nächsten 2 wochen,bye ;-)
Erdöl gilt als die heißeste Wette des Sommers
Rohstoff peilt Rekordhoch an - US-Urlaubssaison und Irankonflikt treiben Preise - Kurschancen bei Energieaktien
von Daniel Eckert
Berlin - Kaufen, bevor die Motoren dröhnen. So könnte sich eine alte Börsenregel zu einer aktuellen Empfehlung für Ölaktien umformulieren lassen. Denn wenn in den USA die Motoren dröhnen - sprich die reiseintensive Ferienzeit ("Driving Season") beginnt, steigen die Preise für Öl und Ölprodukte in schöner Regelmäßigkeit stark an. So auch dieses Jahr: Zu Wochenbeginn kletterten die Notierungen für das schwarze Gold auf den höchsten Stand seit acht Wochen. Europäisches Öl der Sorte Brent notierte mit einem Preis von knapp 74 Dollar pro Faß nur noch knapp unter seinem Rekordhoch vom Frühjahr. Am 2. Mai hätte der Rohstoff mit 74,97 Dollar pro Barrel seinen bisherigen Höchststand markiert, um danach wieder um rund zehn Prozent nachzugeben.
"Die Phase der leichten Entspannung am Ölmarkt dürfte sich endgültig dem Ende nähern", kommentiert Sandra Ebner, Rohstoffanalystin bei der DekaBank, die aktuelle Situation. Sie ist nicht die einzige Marktbeobachterin, die schon bald mit neuen Rekordmarken rechnet.
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Zwar sind die Rohöllagerbestände zuletzt recht hoch gewesen - was den Preisauftrieb tendenziell dämpft. Dafür gibt der Treibstoffmarkt Anlaß zur Sorge. Wegen Problemen bei der Umstellung vom Zusatzstoff MTBE auf Ethanol haben sich die Benzinlagerbestände zuletzt deutlich schwächer entwickelt als erwartet und liegen sogar noch unter dem niedrigen Vorjahresniveau. "Die Furcht vor Engpässen in den Sommermonaten könnte den Preisdruck erhöhen", fürchtet Ebner.
Weiteres Ungemach könnte auf die Verbraucher zukommen, sollte es in den nächsten Monaten zu neuen Hurrikan-Verwüstungen im Golf von Mexiko kommen. "Derzeit sind nicht einmal alle Schäden des zurückliegenden Jahres beseitigt, und wir befinden uns schon wieder mitten in der Hurrikansaison 2006", sagt HVB-Rohstoffspezialist Jochen Hitzfeld. Zwar erwarte das US-Wetterart in dieser wichtigen Förderregion keine so schlimme Stürme wie 2005. Dennoch dürften die Vereinigten Staaten den Prognosen der Meteorologen zufolge bis zum Ende der Unwettersaison im November von vier bis sechs Hurrikans der Kategorie 3 (Windgeschwindigkeiten über 180 Stundenkilometer) getroffen werden.
Vergangenes Jahr hatte sich der Ölpreis im Zuge der durch "Katrina" und die anderen Wirbelstürme ausgelösten Versorgungsangst um rund ein Viertel verteuert.
Und als ob das alles noch nicht genug wäre, hängt über dem Ölmarkt auch noch das Damoklesschwert geopolitischer Spannungen. "In den letzten Wochen war weithin ignoriert worden, daß es in Nigeria immer noch Produktionsausfälle von 650 000 Barrel pro Tag gibt", erklärt Ebner. Die Situation in dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten zwölftgrößten Förderland bleibt weiter dramatisch. Der britische Energiekonzern Shell hat inzwischen sogar angekündigt, seine Produktion dort nicht eher wieder aufzunehmen, bis sich die Sicherheitslage stabilisiert hat.
Auch eine Lösung des Atomstreits mit dem Iran ist nicht absehbar. Da Nummer vier unter den Ölproduzenten eine Antwort auf das Verhandlungsangebot des UN-Sicherheitsrats auf die lange Bank geschoben hat, droht sich der Konflikt über die Sommermonate weiter zuzuspitzen. Der Botschafter Saudi-Arabiens in Washington warnte unlängst, im Falle eines Kriegs könnten auch saudische Ölanlagen in Gefahr geraten. Dann sei sogar eine Verdoppelung, wenn nicht Verdreifachung der Energiepreise möglich. "Dies ist eine klare Eskalation der möglichen Szenarien. Bisher sind die meisten Beobachter nur von einem Ausfall der iranischen Ölförderanlagen ausgegangen, der in bis zu 18 Monate hätten ausgeglichen werden können", sagt Hitzfeld.
Was für Verbrauch ein Horrorszenario darstellt, bietet für Anleger jedoch auch Chancen. Bereits auf dem jetzigen Kursniveau haben Experten Nachholbedarf bei den Anteilscheinen von Förderunternehmen ausgemacht. "Die meisten Ölaktien hinken dem jüngsten Preisanstieg des Rohstoffs noch hinterher", konstatiert Thomas Deser, Energie-Experte bei Union Investment. Da die aktuellen Brent- und WTI-Notierungen fast doppelt so hoch seien wie die Produktionskosten, ließen die Bewertungen der Unternehmen noch problemlos Spielraum nach oben. Deser: "Die bevorstehende Bilanzsaison könnte den Kursen Impulse geben."
Artikel erschienen am Di, 4. Juli 2006