PDS ... und die vielen politisch naiven Arivaner


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woody w:

PDS ... und die vielen politisch naiven Arivaner

 
26.08.01 07:31
Berlin(ap) Die Bundesregierung sieht Anhaltspunkte für eine linksextremistische Ausrichtung der PDS. Diese manifestiere sich im Parteiprogramm, in der Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Linksextremisten und Autonomen, aber auch im Festhalten am Ziel der Systemüberwindung in programmmatischen Dokumenten und aktuellen politischen Aussagen führender Funktionäre, heißt es in einer gestern veröffentlichten Antwort auf eine "Kleine Anfrage" der PDS-Fraktion. Der Verfassungsschutzbericht 2000 stütze sich auf eine Gesamtschau möglicher verfassungsfeindlicher Bestrebungen.
Antworten
flexo:

Ich weiß nicht ob das verfassungsfeindlich ist

 
26.08.01 09:35
aber ich sehe eindeutig sozialistische Tendenzen in SPD und CDU (seit etwa 20 Jahren).
Vielleicht kann ich meine Vermutung begründen:
-Die Behörden, Ministerien und öfftl. rechtlichen Unternehmen der Sozialistischen Republik Deutschland (uups) werden grundsätzlich als wichtigster Arbeitgeber ausgebaut.
-Die beiden großen Parteien zeigen eindeutig vereinigungswillen.
-Die staatlich motivierten Unternehmen wiedersetzen sich mit allerlei Tricks und mit Hilfe derer Quasi-Eigner (den Parteien CDU & SPD) gegen Privatisierungsbemühungen der EU.
-Arbeitnehmer werden beschleunigt enteignet durch Steuern und Abgaben die etwa zwei drittel von deren Einkommen ausmacht.
-Personen, die nicht gewillt sind in großen Betrieben der Einheitsgewerkschaft beizutreten bekommen ganz sicher Probleme.

Also könnte man nun das Verfassunggericht anrufen? Nein, kann man auch nicht - ich meine das wird auch irgendwie mit Parteimitgliedern besetzt, oder?
Antworten
DarkKnight:

flexo hats erkannt: die totale Verreinahmung

 
26.08.01 09:52
des Staates durch die Parteien ... zunehmende Korruption und Willkür: Italien hat es vorgemacht, wo wir in 10 Jahren stehen werden
Antworten
Levke:

Klasse Flexo - meine Zustimmung

 
26.08.01 09:58
und woody w - Deine Überschrift ist schon daneben.

Was sagst Du denn zu unserem Problem in Hamburg.
Da kommt ein polemischer nach Ordnung schreiender
Amtsrichter und bekommt auf Anhieb ca. 8 %.

Blick' mal über den Tellerrand - die Masse ist nunmal blöd !
Antworten
flexo:

Die Frage ist doch:

 
26.08.01 10:13
wer bereitet das Feld für Schill, oder?
Antworten
Levke:

Diese Frage beschäftigt Hamburg

 
26.08.01 10:27
seit Monaten und es bleibt ein Phänomen.........

Warum bekommt so ein Typ ohne richtiges Programm
auf Anhieb ca. 8 % ? Und das in so einer internationalen,
weltoffenen Stadt wie Hamburg, die immer und aus Tradition
und seit über 40 Jahren tendenziell links gewählt hat ???

Die Schreierei nach Sicherheit lockt viele, obwohl wir alle
wissen, daß dieses Quatsch ist.
Gesetze sind ausreichend vorhanden, aber sie werden nicht konsequent
genutzt.
Aber bei diesen Wahlen, werden wir das Dilemma erleben:
Viele wollen (ich auch) endlich mal den roten Filz für eine Periode
abwählen und endlich hat auch die CDU mit Ole von Beust auch
mal jemanden, der integer und einigermaßen liberal ist.
Aber CDU wählen und dann einen Schill als Innenminister riskieren ?
Nee, das geht für mich !
Ich war in meiner Jugend selbst ein Riesenchaot und habe viele
Fehler gemacht und dann ein Richter "Gnadenlos", der vielen Jugendlichen die Chance auf die Zukunft versaut ??
Ich habe das erste Mal richtig Probleme, bei einer Wahl mein
Kreuzchen zu machen ......
Antworten
modeste:

Pikant in Hamburg: Wenn Schill

 
26.08.01 11:37
Justizsenator wird, gehen dort ein paar Karrieren, die bislang seine Kosten s gingen

(Amtrichter ist nunmal dasjenige, was ein Richter mindestens wird; die Altersgenossen Schills sind mittlerweile häufig Vorsitzende Richter am Landgericht oder Richter am Hans. Oberlandesgericht...),

ganz plötzlich zu Ende. Da dürfte bei Einigen in der Hamburger Justiz das große Zittern begonnen haben...Das verteufelte, abschreckende Beispiel wird Chef...

Damit es klar ist: Die Urteilse Schills waren m.E. überzogen, keine Frage...

modeste
Antworten
Levke:

Genau der Punkt - modeste -

 
26.08.01 11:46
aber kann sich eine Weltstadt wie Hamburg einen
solchen Justizsenator leisten ?
Ich glaube nicht !

Natürlich wäre ein Wechsel in Hamburg mal angebracht und Ole von
Beust wäre auch im Vergleich zu Waffen-Perschau, Echternach und
den anderen Blinsen der erste, richtige Mann.

Traurig nur, daß der Wahlkampf sich nun mittlerweile nur um das
Thema - Schill ja oder nein - dreht und viele, wichtige Sachthemen
nicht mehr zu Debatte stehen.
Die SPD setzt auf ihren Strassendiskussionen nur auf das Schreck-
gespenst Schill - das ist zu wenig.
Die CDU in Hamburg hat leider immer das Pech, daß wie Phoenix
aus der Asche solche Typen auftauchen, die der CDU die Stimmen
nehmen. Zuerst die Statt-Partei und jetzt Schill mit der Offensive der
rechtstaatlichen Ordnung...
Antworten
flexo:

Schill kann nicht wie er will - dat reimt sich!

 
26.08.01 12:00
Aber mal ernsthaft - was ich eigentlich für viel gefährlicher halte (ich wollte das andeuten oben) ist: Was kann den "Schreckgespenst" Schill wirklich ausrichten? Selbst wenn der Bürgermeister oder Bundeskanzler würde, die Apparate sind doch durch SPD und CDU Leute festgemauert. Ich meine die beiden großen Parteien haben hier zusammen seit ´68 IHREN Staat geschaffen (Vor ´68 hat es die CDU allein versucht), das ist der Punkt, der die ganze Sache auf 10 oder 20 Jahre gefährlich macht.
Ich meinte mit "das Feld bestellen" das die SPDCDU mit ihren Versorgungsmentalitäten DAFÜR sorgt das die Leute ausscheren aus dem demokratischen Spektrum, aber auch da gibt es immerhin für Demokraten noch 2 Alternativen: Grüne und Liberale, warum denn nicht?
Antworten
Levke:

Die Demokratie ist gefestigt.......

 
26.08.01 12:08
keine Frage und die CDU + SPD sind sich so nah wie nie;
vergleichen wir einmal die damalige Zeit und nehmen Typen
wie Wehner + Strauß.
Mit dem Rauswurf von Lafontaine. hat die SPD auch den
letzten Träumer der sozialen Gerichtigkeit, demontiert !
Wir leben nunmal in einer Ellbogengesellschaft....

Die Grünen sind keine Alternative mehr, es kommen keine
Impulse und das Wichtigste. Durch das Unterschreiben der
Lizenz zum Töten (Jugo-Konflikte) haben die Grünen auch ihre
Domäne für die Pazifisten verloren.........
Fischer wird bald in die SPD wechseln und man höre sich jetzt mal
Herrn Schily an = ein Kanther-Imitat.
Der Unterschied ist nur, daß jetzt keiner mehr aufschreit.......die Demos
ausbleiben, da die Demonstranten ja nun an der Macht sind.

FDP ?  eine Überlegung Wert ?
Darüber muß ich mal nachdenken
Antworten
Tyler Durdan:

Die FDP eine Überlegung Wert ?

 
26.08.01 12:20
Hallo Levke,

über die FDP nachdenken ? Das ist doch genau die Partei, die die Nähe von SPD + CDU verkörpert. Sie haben es jetzt nur geschafft, durch die Unzufriedenheit mit den beiden großen, die Nische zwischen den beiden wieder so groß zu gestalten, daß genug Platz für eine solche Partei wie die FDP ist. Die FDP ist für mich so profillos, wie es nur irgend geht. Eine Partei, die immer nur ihr Fähnchen in den Wind hängt (egal, ob der von links oder rechts weht), um möglichst eine Regierungsbeteiligung zu erhalten...

Grüsse,
Tyler Durdan
Antworten
Levke:

Fähnchen hin oder her

 
26.08.01 12:33
Eine Demokratie kann sich kein 2-Parteien-System leisten;
Denkanstöße sind wichtig und diese kommen oft aus der
Profilierung der kleinen Parteien.
wo wären wir heute Umweltmäßig, wenn es die Grünen nicht
gegeben hätte.
Das, was die Grünen vor 10 Jahren gefordert haben, ist nunmehr
Satz auch für die "Großen" geworden.

Die FDP verfügt weiter über Fachleute im Wirtschaftsbereich,
denn alles aus der Sichtweise des sozialen zu betrachten, bringt
unser Land nicht weiter.
Ich darf seit über 20 Jahren wählen, aber diese Wahl in Hamburg
macht mehr echt Kopfschmerzen............
Antworten
flexo:

@TD, mir ist zu den Liberalen

 
26.08.01 12:35
früher auch nicht mehr eingefallen - haben denn SPDCDU "Profil"? Erst steht´s in der "BILD" und dann kümmert sich die Poltik darum (Als erster Koch, dann Schröder und jetzt auch noch Scharping) und nebenbei lassen sich unsere "Demokraten" auch noch vom Parteieintritt bis zum Lebensende vom Staat und den anverwandeten Unternehmen und Behörden alimentieren - hier geht´s gar nicht um Bundestagsdiäten, die sind mir Scheißegal und auch kein wirkliches Problem.
Gerade das ehemalige TABU Sozialhilfeempfänger läßt plötzlich auf hektische Betriebsamkeit schließen. Ich habe hier über "einen" Fall in Hannover gelesen wo ein Ehepaar das Sozialamt in zehn (!) Jahren um 200.000 DEM beschissen hat - macht sich die Poltik überhaupt klar wie lange eine Handvoll Leute dafür Steuern zahlen muß?

Ich denke auch, das die FDP in der Vergangenheit gar keine andere Wahl hatte als mit den Versorgungsparteien zu koalieren und für ihre Wähler das bestmögliche zu erreichen.
Antworten
Levke:

Tyler - Deine Partei ?

 
26.08.01 12:42
www.appd.de
Antworten
woody w:

Lieber Levke

 
26.08.01 12:46
Churchill (sinngemäß):

"Wer in der Jugend kein Linker ist, der hat kein Herz!

Wer im Alter immer noch links ist, hat keinen Verstand!"


Lieber Levke, Du mußt noch verdammt jung sein als praktizierender Unternehmer!

Träum bitte weiter!

Mfg
ww
Antworten
Levke:

Hast Du keine Träume ?

 
26.08.01 13:01
Bist Du ein Mensch ohne Träume und ohne Illusionen ?

Ja, ich war in der Jugend ein Linker, bei jeder Demo dabei,
und dieses nicht gerade harmlos.
Aus diesem Grund (öffentlicher Dienst für mich aufgrund meines
Führungszeugnisses nicht mehr möglich) mußte ich "leider"
selbstständig werden.
Nur als Selbstständiger kann ich mir das Recht rausnehmen,
jedem meine Meinung zu sagen.........daher auch entsprechend
erfolglos, aber verdammt glücklich !!

Sind 39 Jahre eigentlich jung ?

Was soll ich nun in Hamburg wählen. Hilfst du mir ?
Antworten
woody w:

Zur Erinnerung:

 
26.08.01 13:01
Art. 21 Grundgesetz:
(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft ihrer Mittel öffentlich Rechenschaft geben.
(2) Parteien. die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zubeseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig. Über die Frage der Verfassungswidrigkeit entscheidet das Bundesverfassungsgericht.
(3) Das Nähere regeln Bundesgesetze.  
Antworten
Gruenspan:

"Ideologisch ist die PDS wie ne Tüte Haribo."

 
26.08.01 13:40


         Für jeden Geschmack ist da was drin.

         :-))
Antworten
modeste:

An die Hamburger: Lasst bitte nicht den Schill ran

 
26.08.01 13:48
Bin zwar grds. konservativ, aber der Schill ist mir einfach zu rabiat...

Was der anrichten kann ? Im Einzelfall sehr viel...hat er schon als Amtsrichter getan....mehrmonatige Freiheitsstrafen bei Sachbeschädigung dürften abwegig sein....

M. E. ein Fall von Profilneurose. Ein Richter, der sein Amt zur Selbstdarstellung missbraucht, gehört nicht in diese Position (gilt auch für den Komiker, der als Vorsitzender sich außerhalb der Hauptverhandlung im Fall Fischer geäußert hat....).

Wenn ich Hamburger wäre, würde ich wahrscheinlich die FDP wählen, der traue ich aktuell noch am meisten im Sinne Hamburgs zu...

modeste
Antworten
Tyler Durdan:

Gibts die APPD immer noch ?

 
26.08.01 13:49
Hallo,

nein, daß ist sicher nicht meine Partei. Ich wähle eine andere Partei, die in diesem Thread erwähnt wurde :-)

Grüsse,
Tyler Durdan
Antworten
woody w:

Lieber Levke!

 
26.08.01 14:13
Wieder nur Allgemeinplätze von mir:

"Macht korrumpiert,

absolute Macht korrumpiert absolut!" (Beispiele "KOHL oder SPD in HH!")


.. folglich bin ich für einen öfteren Wechsel, aber nicht mit Hilfe der PDS oder NPD.

Schill überzieht natürlich, aber vielleicht ist das notwendig in HH; siehe Verfilzung bei 73.000 Stadt-Beschäftigten und einer frustrierten Polizei-Basis.

Erholsames Restwochenende,
denn Selbständige müssen noch wirklich etwas leisten im Gegensatz zu ......

MfG
ww


www.hamburgerabendblatt.de/
Antworten
hjw2:

Selbst bei einer Wahlbeteiligung von 10% sind

 
26.08.01 14:26
unsere Politkasper demokratisch legitimiert...!!??
Letzte Woche auf Arte: Intelligenz verlässt Deutschland, nimmt  Kapital mit. Wenn das so weiter geht ist in spätestens 30 Jahren der Stand der ehem. DDR in den 80 gern erreicht.
Der letzte macht bitte das Licht aus..
Antworten
hjw2:

Mist, finde den Bericht bei Arte nicht :-(( o.T.

 
26.08.01 14:35
Antworten
DarkKnight:

Helmut Schmidt hat den unseligen Begriff

 
26.08.01 17:12
des "Sachzwangs" eingeführt, sozusagen der Offenbarungseid der Politik vor dem realen Leben. Ich finde es gut, daß Politker nichts mehr zu sagen haben und Realitäten hinterlaufen .... alles Kindergartentheater. Für die wenigen Theaterbesucher immer Anlaß zur Selbstdarstellung, für die anderen, die den Dramen des wirklichen Lebens gegenüberstehen, gerade mal Spott wert (bei finanzieller Gelassenheit) oder verständnislose Wut (bei eben nicht solcher).

Die Ex-Reichshauptstadt Berlin beherbergt nun Heerschaaren von Beamten, die den Umzug der Ex-Hauptstadt mit Ex-Angestellten bewerkstelligt, um die Ex-BRD in das neue, größere Ex-Großdeutschland überzuführen, unter Einbeziehung der Ex-DDR mit ihren Ex-Dissidenten, die sich als Ex-Spitzel allesamt nach anfänglichen Lügen als zum-Wohle-der-Bekannten Ex-IM's geoutet haben. Die Ex-Währung steht vor ihrer größten Zerreißprobe: schwacher Euro wegen schwacher DM, und Ex-Rasenpinkler Boris versucht auch sein Bestes, dem Ex-Selbstverständnis der 5 W's wieder auf die Sprünge zu helfen: Wimbledon, Wirtschaftswachtstum, Weltmeisterschaft, Wiedervereinigung und Weltherrschaft.

Ich persönlich bevorzuge die Politik der ruhigen Hand: laßt die Ausschüsse arbeiten, wo sollen denn sonst die ganzen Arbeitslosen hin? Keine Demokratie funktioniert ohne das Deckmäntelchen von Ausschüssen oder Sachverständigengutachten: die Entscheidung ist meist schon getroffen, aber die "fachkundige Elite", die ihr verkorkstes Leben damit rationalisiert, daß man 40 Jahre über den § 6 abs. 1 Satz 3 EStG Abhandlungen geschrieben hat, muß auch noch gehört werden. Man weiß ja aus US, wie das sonst endet: Amoklauf.

In diesem Sinne: lieber einen Gerd mit ner Flasche Bier als eine Merkel mit Visionen.
Antworten
Reila:

Gerd: Vom Visionär zur Flasche - oder was? o.T.

 
26.08.01 17:22
Antworten
DarkKnight:

@reila: Hüte Dich vor Menschen mit einem

 
26.08.01 17:27
fest umrissenem Weltbild: ob Kommunisten, Zeugen Jehovas, Marines, Faschisten, Öko-Freaks, Misantropen, Philantropen, Rattenzüchter (Chemische Industrie) oder Rattenvertilger (Chinesisches Menü Nr. 7): am Ende kommt immer die Auseinandersetzung mit der Sollbruchstelle ... lieber nen Gerd mit ner Flasche Bier oder einen FJS mit "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?"
Antworten
modeste:

DK: Kümmert den Gerd sein Geschwätz von gestern ? o.T.

 
26.08.01 17:35
Antworten
DarkKnight:

@modeste: keine Ahnung, aber ICH kümmere

 
26.08.01 17:38
mich um mein Geschwätz von gestern ... deshalb bin ich wie gelähmt und entscheidungsunfähig, im Gegensatz zu Gerd ... ich denke insb. an mein Geschwätz vom 5.9.92, damals habe ich nämlich "Ja" gesagt
Antworten
hjw2:

Stimme zu DK, politisch scheinen wir uns im KOMA

 
26.08.01 17:41
zu befinden..kleine Spielerei am Rande, lies mal KOMA rückwärts...hehe
Antworten
DarkKnight:

@hjw: auch eine kleine Spielerei am Rande:

 
26.08.01 17:50
23% des Staatshaushalts werden von Parteien, Parteinahen Insitutionen und Regierungsapparaten, angeschlossenen Ausschüssen und Gutachtern verbraucht. Den im Gegensatz zum Nutzen größten Hunger hat immer noch die "Hanns-Seidel-Stiftung" in Togo. Dort wird den Negern beigebracht, wie man Bier braut ... daß es dort kein Wasser gibt, interessiert keinen

ansonsten bin ich kein Held im Rückwärts-lesen: könntest du das musikalisch darstellen?
Antworten
hjw2:

leider völlig unmusikalisch, könnte es evtl.

 
26.08.01 17:53
mit Vorsingen versuchen...erspare ich dir lieber..*g*
Antworten
Reila:

@DK

 
26.08.01 18:25
FJS und Schröder würde ich so nicht vergleichen wollen. Strauß dürfte der mit der deutlich höheren Intelligenz, mit den meisten Affären und den besseren Ergebnissen sein. Schröder ist der bessere Schauspieler, Strauß hatte die bessere Charakterrolle. Und Bier trinken konnte er besser als der Show-Kanzler.

Prost.

R.
Antworten
DarkKnight:

@re4ila: warum muß ich mich immer vor

 
26.08.01 19:13
Deinem letzten Wort verneigen ... bin ich wirklich nur "halbgebildet" oder "eingebildet"

PS: das mit der höheren Intelligenz von Strauß möchte ich verneinen: seine wahre Todesursache war Herzinfarkt wegen des Mittagessens: Kalbskeule (eine ganze, halbroh, und 12 Knödel .... und das ist absolutes Insiderwissen, hehe).

Der Mann war einfach gierig, es gibt eine Form von "bestialischer" Intelligenz, die wie eine solche aussieht, in Wahrheit ist es aber Bauerninstinkt.
Antworten
Dan17:

CDU

 
26.08.01 19:44
Jürgern Rüttgers ( NRW-CDU ) hält die New Economy für einen modischen Trend !

Zitat Spiegel 34/2001 Seite 55


CDU will SPD links überholen, wie sie es in den 50er Jahren bereits gemacht hat !

Ich glaube die ganzen SED-Mitglieder, die die CDU 90 unterwandert haben, fassen jetzt Fuß und gewinnen an Gewicht.


PDS-CDU Bündnisse im Osten gibt es reichlich !
Antworten
DarkKnight:

links überholen? von wegen!

 
26.08.01 19:59
Aufbau Ost mag ja nötib sein, aber Verfall ist interessanter. Seitenlange Überlegungen, wie Berlin zu einer interessanten Hauptstadt ausgebaut werden könnte, wandern ungelesen beiseite. Weil wir nämlich andere Probleme haben: Langzeitarbeitslosigkeit, Tarifabschlüsse und Rezessionshysterie. Und das übergehen wir einfach mit einem schlechten Gewissen. Während früher die sorgenvollen Gesichter der Konzernherren für verlogen gehalten wurden, hat man heute den Verdacht, daß sie die Probleme ernster nehmen als ide Gewerkschaftsfunktionäre. Weil sie genau wissen (und wir wissen das instinktiv auch), daß die Probleme der Armut und der Ungerechtigkeit nur gelöst werden können, wenn die Probleme des Wohlstands gelöst sind. Krieg und Armut vermießen den Spaß an Frieden und Wohlstand. Und weil uns Wohlstand näher ist als Armut, müssen wir erst unsere Probleme lösen. Die Krümel, die danach abfallen, können villeicht dem Rest der Welt helfen.

Und weil das jeder so anpackt, aber nie ausspricht, erscheint uns Politik wie Heuchelei. Dabei sonnen wir uns in der Gnade des Nichtwissens mit vollgefressenen Bäuchen.
Antworten
verdi:

DarkKnight, Kompliment!!Du machst einen vollkommen

 
26.08.01 22:20
missratenen Thread interessant!Und das bei den Temperaturen!!!!!!
Na ja,es soll laut Prognose KW 35 abkühlen!
So ab Donnerstag,Freitag;was den Süden des Landes betrifft!Könnte auch auf die
Märkte zutreffen!

Gruss verdi  
Antworten
Timchen:

Das mit dem :

 
26.08.01 22:32
Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern
war Adenauer und nicht Strauss.

Aufbau Ost war nötig, aber wer nach zehn Jahren immer noch
baut, der hat auf Sand gebaut. Vielleicht sollte man es dann
doch lieber bleiben lassen, weil: es wird wohl nichts mehr.

Timchen
Antworten
Reila:

@DK, wie ich Dir bereits sagte, bist Du für einen

 
26.08.01 23:14
Westdeutschen ausgesprochen gebildet. (Ob das, was ich meine die Mehrzahl der Leser versteht? Naja, ich hoffe, wir verstehen uns.) Jedenfalls: Respekt.

Hinsichtlich Strauß könnte man ja mal über den schmalen Grat zwischen Genuß und Gier nachdenken. Mein Bild von Strauß bis 1981 war das eines Kommunistenfressers mit diversen Affären. Aber dann habe ich als Student die Wirtschaftswoche gelesen und das Bild wurde wesentlich fascettenreicher. Last but not least hat man dann Leute getroffen, die direkt mit ihm zu tun hatten und ihn als anregenden, intelligenten, in vieler Hinsicht offenen und zuverlässigen Partner schätzten. Da war durchaus mehr als Bauernschläue. (Obwohl dieser negativ besetzte Begriff auch positive Aspekte hat.) Außerdem bewundere ich den Mut, mit dem er seine Meinung oft auch gegen stärkste Widerstände vertreten hat. Dazu gehört Charakterstärke, die die heutige Fußpilzgeneration von Politikern kaum auszeichnet. Und wenn man sieht, was aus dem Bundesland, dessen Einheitspartei er geführt hat, so gworden ist, muß man doch sagen: Es gibt Schlimmeres.

R.
Antworten
DarkKnight:

@reila: wie gesagt: Verbeugung

 
26.08.01 23:30
und wenn Du so weiter machst, habe ich auch bald blaue Flecken zwischen den Augen, wie die Inder ... nur mit dem Unterschied, daß ich wenigstens weiß, warum

und was den FJS angeht: okay, m. E. gibt es einfach Ausnahmeerscheinungen .... das muß man leidenschaftslos darüber stehen und angemessenen Respekt zeigen ... so wie gegenüber Ulbricht und Brecht (hahahaha)

PS: die Jungs sind am eigenen Volk gescheitert ...... m. E.
Antworten
Reila:

Ulbricht? hahaha

 
26.08.01 23:36
aber Brecht??????

R.
Antworten
Reila:

Spitzbart Ulbricht hat allerdings in seinen späten

 
26.08.01 23:46
Tagen eine Annäherung an den Westen befürwortet, die ja dann seinen Sturz durch Honecker deutlich beförderte.

Daß ich aber als Zoni zum Verteidiger von FJS werde, ist schon witzig. Taos wird sich das sicher mit der Vorliebe der Ostdeutschen für Diktaturen erklären. Armer Taos.

R.
Antworten
woody w:

PDS - Biotop der Schieber (neuester "Spiegel")

 
27.08.01 07:50
27. August 2001  
   
P D S

Biotop der Schieber

Der Schweriner Vize-Ministerpräsident Helmut Holter hat wegen der Ehefrauen-Affäre seinen Staatssekretär entlassen. Ausgestanden ist die Krise damit noch längst nicht: Wegen eines dubiosen Millionendeals gerät die Truppe des Postkommunisten weiter ins Zwielicht.

Warme Worte, harte Schnitte und ein Höchstmaß an Heuchelei: Helmut Holter (PDS), Minister für Arbeit und Bau sowie stellvertretender Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ließ am vergangenen Donnerstag nichts aus, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.

   Am Tag zuvor hatten in Schwerin noch Gerüchte über einen "Befreiungsschlag" des Ministers in der seit zwei Wochen schwelenden so genannten Ehefrauen-Affäre die Runde gemacht. Doch was Holter dann in einer überraschend einberufenen Pressekonferenz zum Besten gab, trug zur Aufklärung der Vorwürfe (SPIEGEL 33+34/2001) wenig bei.

Eine "bevorteilende Einflussnahme" seines Staatssekretärs und PDS-Genossen Joachim Wegrad zu Gunsten der Weiterbildungsfirma SBW von dessen Frau Veronika Wegrad-Paul, die überdurchschnittlich hohe Fördermittel aus dem Ministerium erhalten hatte, habe es keineswegs gegeben: "Weder er noch ich haben Förderbescheide an die SBW unterschrieben", so Holter. Auch der Minister ist privat verwickelt, denn seine Ehefrau Karina wiederum arbeitet im schön alimentierten Unternehmen von Wegrads Frau.

Dann schob Holter seinen Staatssekretär, mit Dank für dessen "Engagement und loyales Wirken", in den einstweiligen Ruhestand ab, schloss aber gleichzeitig persönliche Konsequenzen aus. Schließlich habe er, Holter, "Klarheit geschaffen".

Ob das Bauernopfer Wegrad und Holters Ankündigung, seine Ehefrau werde ihre Tätigkeit bei SBW beenden, ihn aus der Schusslinie bringen, ist zu bezweifeln. Nicht nur Oppositionsführer Eckhardt Rehberg (CDU) sprach von "schlechtem Stil" und verwies auf die politische Verantwortung des Ministers für Finanzschiebereien in dessen Haus. Auch beim PDS-Koalitionspartner SPD rumort es. Einige Mitglieder der Landtagsfraktion sehen bereits schwarz. "Wenn Holter fällt", unkt ein einflussreicher Genosse, "ist Rot-Rot Geschichte, nicht nur hier, sondern auch in Berlin und anderen Ländern, wo ein Bündnis angedacht ist."

Regierungschef Harald Ringstorff (SPD) beschränkte seine Solidarität mit Holter auf ein paar dürre Worte aus dem Urlaub - Wegrads Entlassung sei mit ihm abgestimmt, darüber hinaus wisse er die Angelegenheit bei Holter in guten Händen. Von vollstem Vertrauen und jedweder Unterstützung, sonst gern genommene Floskeln, war nicht die Rede.

Für Skepsis bei der SPD sorgt etwa die Ankündigung des Arbeits- und Bauministers, einen unabhängigen Gutachter beauftragen zu wollen. Der solle die Förderpraxis des Ministeriums prüfen und Vorschläge zur Veränderung ausarbeiten. "Wenn alles in Ordnung war", räsoniert ein Abgeordneter, "ist das überflüssig, wenn nicht, hilft der ihm auch nicht mehr."

Hohe Beamte in Holters Ministerium sehen dies ähnlich. Bestenfalls komme bei einer solchen Überprüfung heraus, dass sich Holter "mit traumwandlerischer Sicherheit" die falschen Leute ausgesucht habe und nicht wisse, was in seinem Ministerium vorgehe.

"Dann war allen klar, wie das gelaufen ist - auf der Muttischiene"

Denn fest steht: Für die Personalie Wegrad ist Holter ganz allein verantwortlich - und schon die erschien selbst PDS-Genossen seltsam: Als 1998 klar wird, dass es in Schwerin zu einem SPD/PDS-Bündnis kommt, werden in der Landesgeschäftsstelle der SED-Nachfolgepartei Wetten abgeschlossen, wer auf welchen Posten gehoben wird. "Wegrad", erinnert sich Konstantin Brandt, Mitglied des Parteirats der PDS, "hatte keiner auf der Liste."

Als der Name des Genossen bekannt geworden sei, habe es ein großes Rätselraten gegeben, wer das denn eigentlich sei und worin seine Qualifikation bestehe. "Als dann einer sagte, es handele sich um den Lebensgefährten der SBW-Chefin, bei der Holters Frau arbeite", so Brandt, "war allen klar, wie das gelaufen ist - auf der Muttischiene."

Dass Holter mit Wegrad schlecht beraten war, räumen selbst enge Vertraute des Ministers mittlerweile ein: "Der hat ihn belogen und über vieles gar nicht oder unzureichend informiert." So erfuhr Holter von der Beteiligung der Wegrad-Ehefrau Veronika an der Nobel-Immobilienfirma Wohnen am Wasser angeblich erst, als der SPIEGEL in der vorvergangenen Woche nachfragte, ob dieser Umstand im Ministerium bekannt sei.

Auch über unschöne Hintergründe der Besetzung eines Referatsleiterpostens ließ Wegrad Holter offenbar lange im Unklaren: Auf Initiative des Staatssekretärs wurde der Leiter des Versorgungsamts Rostock, Winfried Regner, als Leiter des Referats 510 (Qualifizierung und Weiterbildung) ins Ministerium geholt - ohne dass der seinen Posten aufgeben musste.

Streng genommen ist der Doppeljob ein Unding, für die Amtsgeschäfte aber sehr praktisch, denn Regner wurde sein eigener Kontrolleur: Als Amtsleiter in Rostock war er für die Bewilligung von stattlichen Fördergeldern für Weiterbildung zuständig. Dort soll er sich, nach Angaben von Mitarbeitern, mit Nachdruck für die Gewährung von Geldern für die SBW von Veronika Wegrad stark gemacht haben. Der unter Honecker noch linientreue Lehrer an einer Offiziersschule bestreitet dies.

Sicher ist, dass er einen Kontrolleur kaum fürchten musste: Mit dem Zweitposten in Schwerin hatte er die Fachaufsicht über seine eigene Vergabepraxis. Regner verteidigt sich mit dem Hinweis, er habe seit seiner Abordnung ins Ministerium "sämtliche Fachaufgaben der Arbeitsmarktförderung" in Rostock an seine Vertreterin abgegeben. Ihr Chef blieb er dennoch.

Von all dem, so Holter, habe er nichts gewusst. Er sei davon ausgegangen, dass Regner voll in Schwerin arbeite. Auch über die Tatsache, dass Regner, via Landesversorgungsamt, der Hauptfürsorgestelle in Neubrandenburg ein Dienstfahrzeug entzog, um seine Doppelfunktion besser wahrnehmen zu können, will er nicht informiert worden sein. Als der Wegrad-Vertraute den Wagen auf der Autobahn A 20 zu Schrott fuhr, ließ der Staatssekretär seinen Minister offenbar im Unklaren. "Mir ist gesagt worden, er sei mit seinem Privat-Pkw verunglückt."

Auf jeden Fall hatte Crash-Pilot Regner Glück im Unglück: Fortan durfte er sich mit einer chauffeurgesteuerten Landeslimousine ins Ministerium fahren lassen. "Bis zu zweimal in der Woche", sagt Regner, habe er den Service in Anspruch genommen, weil seine "Fahrtüchtigkeit durch ein Schleudertrauma und die Einnahme von Tabletten" eingeschränkt gewesen sei.

Augenzeugen schildern das anders. Seit Monaten sei Regner nahezu jeden Tag per Dienstkarosse nach Schwerin kutschiert worden - ein Privileg, das sonst nur den Spitzen der Regierung und dem Präsidenten des Landesrechnungshofes zusteht.

Dass Holter die Personalie Regner am vergangenen Donnerstag gleich mit erledigte und dessen Abordnung "in beiderseitigem Einverständnis" beendete, wird beiden nun auch nicht mehr viel helfen. Denn gefährlicher als sein Fahrstil scheint Regners Förderpraxis in Sachen SBW. Für die ist er als Leiter des Versorgungsamts auch weiterhin zuständig, und dort wird Holters unabhängiger Gutachter wohl die Akten einsehen wollen.

Dessen Hauptaufgabe dürfte allerdings in der Durchleuchtung des undurchsichtigen Geflechts zwischen der Abteilung 5 (Arbeit) des Holter-Ministeriums und dem Beratungsunternehmen BBJ Servis GmbH bestehen. Auch hier drängt sich der Verdacht der Vetternwirtschaft nach Ansicht von Experten deutlich auf. Von einem "Biotop der Schieber" ist die Rede.

Im Februar schloss die Schweriner Tochter der Berliner BBJ Consult Aktiengesellschaft i.G. mit dem Ministerium für Arbeit und Bau einen Millionenvertrag über "Dienstleistungen im Rahmen der Technischen Hilfe des Europäischen Sozialfonds". Im Klartext: BBJ ebnet Unternehmen und Fortbildungsgesellschaften im Auftrag des Landes den Weg zu EU-Fördergeldern und berät die Leitung des Ministeriums "bei der Steuerung der Arbeitsmarktförderung".

Der Vertrag läuft bis Ende 2003 und kann per Option bis Ende 2006 verlängert werden. Für den ersten Abschnitt zahlt das Land mehr als 15 Millionen Mark an BBJ, bei einer Verlängerung bis 2006 sind es insgesamt mehr als 30 Millionen.

Dass Regierungen im Zusammenhang mit EU-Fördermitteln Aufträge an spezialisierte Consulting-Unternehmen vergeben, ist üblich. Doch BBJ ist mit diversen Töchtern in den neuen Bundesländern mehrfach ins Gerede gekommen. 1995 ermittelten Staatsanwälte in Thüringen ebenso wie die Anti-Betrugseinheit der EU gegen BBJ-Mitarbeiter und Ministerialbeamte - wegen Veruntreuung von Fördergeldern. Auch beim Skandal um die Haushaltsrechtsverstöße im brandenburgischen Sozialministerum 1998 war BBJ mit von der Partie, als Geschäftsbesorger.

Nicht zuletzt durch solche Meldungen sensibilisiert, hatte Holters Vorgänger in Sachen Arbeitsmarktpolitik, Sozialminister Hinrich Kuessner (SPD), in der letzten Legislaturperiode die Verbindungen zu BBJ auf ein Minimum heruntergefahren. "Einen neuen Vertrag", so ein damals mit der Materie befasster Ministerialbeamter, "hätten die von Kuessner nie bekommen."

Auch nach der ersten Ausschreibungsrunde unter Holter im Herbst 1999 sah es für BBJ nicht gerade rosig aus, war die Firma doch der mit Abstand teuerste Bieter. Fachlich gut, aber nicht wirtschaftlich, lautete das Urteil des Vergabeausschusses. Um den Auftrag beworben hatten sich vier Unternehmen, darunter das Landesförderinstitut (LFI), ein Geschäftsbereich der Nord/LB. Das war zwar günstiger, bekam aber in der internen Bewertung des Holter-Ministeriums weniger Punkte im Bereich fachliche Qualifikation.

Eine Pattsituation. Doch dann hob das Ministerium die Ausschreibung überraschend auf, erklärte das Verfahren also für nichtig. Nach Ansicht eines beteiligten Experten ein Verstoß gegen die bundesweit gültige Verdingungsordnung für Leistungen: "Diese Ausschreibung hätte nur aufgehoben werden können, wenn kein wirtschaftliches Angebot vorgelegen hätte. Es lag aber eins vor, das von LFI."

Doch selbst wenn das Stornieren der Ausschreibung begründbar gewesen wäre, hätte eine erneute Ausschreibung stattfinden müssen. Stattdessen gab es ein so genanntes Einfaches Verhandlungsverfahren mit dreien der vier Bieter, bei dem alle Beteiligten ihre Angebote nachbessern konnten. "Das", so ein anderer Teilnehmer der Runde, "war nur Show - allen war klar, Staatssekretär Wegrad wollte, dass der Auftrag an BBJ geht." Wegrad bestreitet, Einfluss genommen zu haben.

Doch ihm gefielen die Arbeitsmarktspezialisten um den Schweriner BBJ-Geschäftsführer Herbert Schröder - und nicht nur ihm allein. Im Januar 2000 reisten Holter und Ehefrau Karina mit einigen Mitarbeitern des Ministeriums in die dänische Region Storström. Zweck der Visite: das Studium moderner dänischer Arbeitsmarktmodelle. BBJ hatte die Tour organisiert, Geschäftsführer Schröder und zwei Mitarbeiter waren mit von der Partie und stets zu Diensten. Holter, der nach dem Trip das dänische Modell in den höchsten Tönen pries und nicht zuletzt mit den dort gewonnenen Erkenntnissen seinen Ruf als pragmatischer Macher festigte, war hellauf begeistert.

Da scheint es nur logisch, dass er den zweiten BBJ-Geschäftsführer Ronald Klinger kurz nach der Dänemark-Reise als stellvertretenden Leiter der Abteilung Arbeit ins Ministerium holte - in dem zu der Zeit noch das Vergabeverfahren in Sachen EU-Hilfe lief. Auch Klinger war einst als Jugendstaatsanwalt stramm auf SED-Linie.

Kurz darauf, am 2. Februar, gab BBJ ein neues Angebot zu den Akten - und das lag wundersamerweise haarscharf unter dem des LFI, das die Konkurrenz aber nicht kennen konnte. BBJ bestreitet jede Unregelmäßigkeit.

Holters Sprecher Helfried Liebsch räumt ein, man könne "über Details des Verfahrens die Nase rümpfen", nach Ansicht von Experten der internen Revision des Hauses habe es jedoch keinerlei Rechtsverstöße gegeben. Holter selbst ist vorsichtiger: "Im Moment schließe ich lieber gar nichts mehr aus."

Tröstlich für ihn: Wirklich schlimm kommt es in Schwerin für gefallene Politiker nicht. Holters Ex-Staatssekretär Wegrad kann in den nächsten Jahren mehrere hunderttausend Mark fürs Nichtstun kassieren. Irgendwann ist für den Sozialisten sicher wieder ein Pöstchen frei.

GUNTHER LATSCH


© DER SPIEGEL 35/2001

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Reila:

@woody w: Amigos jetzt auch in Mecklenburg? o.T.

 
27.08.01 08:21
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Reila:

@woody w, was meinst Du,

 
27.08.01 08:47
ähnelt das nun mehr dem, was Streibel tat oder mehr den Taten von Klimmt oder mehr dem, was unter Hildebrandt bei der Fördermittelvergabe in Brandenburg passierte?

R.
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woody w:

Lieber Reila,

 
27.08.01 08:57
Du Lichtblick aus der "Ehemaligen",
überall sind es nur Menschen: egoistisch, geldgierig und vorteilssuchend.
Ob rot, schwarz, gelb oder grün, wo ist der Unterschied?
Nur das Merkwürdige, die einen behaupten immer, die besseren Menschen zu sein.
Andere wieder tönen, den besseren Menschen schaffen zu können.

Was sagt unser Freund dazu?

"Autoverkäufer verkaufen Autos, Versicherungsvertreter Versicherungen. Und Volksvertreter?"

Stanislaw Jerzy Lec
polnischer Satiriker (1909 - 1966)


Viele liebe Grüße nach Berlin
ww
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woody w:

Die künftigen Darwins werden vielleicht eine These

 
27.08.01 09:04
Die künftigen Darwins werden vielleicht eine These aufstellen, dass die hochentwickelten Wesen (zu denen sie zählen werden) von den Menschen abstammen. Das wird ein Schock sein!

Stanislaw Jerzy Lec

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Reila:

Hi woody,

 
27.08.01 09:48
gegen Lec fällt mir ja nichts mehr ein.

Wünsche einen schönen Tag.

R.
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Karlchen_I:

Die PDS eine sozialistische Partei?

 
27.08.01 10:24
Lächerlich. Die PDS ist wie die SED eine Partei autoritärer Kleinbürger, die sich darum sorgt, daß ihre Anhänger nicht zu kurz kommen. Das war schon früher so ( man betrachte nur die Besiedlung rund um die Seen im Osten) und das ist auch heute so.....

www.infolinks.de/medien/konkret/1998/08/elsaess.htm


Was sich allerdings geändert hat: Die Mauer ist weg. Früher mußten die Leute unterdrückt werden und mit Gewalt am Weglaufen gehindert werden. Aber wie früher ist das Modell der PDS/SED, die Gesellschaft wie einen großen öffentlichen Dienst zu organisieren. Darüber darf auch ein Salonlöwe und Dampfplauderer wie Gysi nicht darüber wegtäuschen.
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flexo:

Hi Boomer ähhhhh woody

 
27.08.01 11:16
findest du die zitate deines satirikers so geil, das du die Dinger als Allzweckwaffe benutzt (Achte bitte mehr darauf das sie auch immer passen)? Wie ist das - hast du dann keinen Bock mehr oder gehen dir die Argumente aus oder so?
Der Trend geht ja zum Zweitbuch, du scheinst richtig viele zu haben?
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