Geldmaschine und Milliardengrab
Für den Staat sind die Spiele bei so viel Sicherheitsaufwand fast unbezahlbar geworden. In der Privatwirtschaft stehen die ersten Gewinner dagegen schon fest.
New York - Neulich auf dem Titelblatt des "New Yorker": Ein olympischer Skispringer fliegt gen Tal. Er guckt irritiert zur Seite, denn neben ihm fliegen zwei Soldaten, ebenfalls auf Skiern, die mit Ferngläsern die Gegend absuchen.
Der Zeichner hat den Olympischen Geist 2002 genau getroffen - und er hat noch untertrieben. Auf jeden der 3500 Athleten in Salt Lake City kommen nicht zwei, sondern vier Sicherheitskräfte. Agenten des Secret Service fahren tatsächlich die Hänge mit Snowmobilen ab - wie in einem schlechten James-Bond-Film. Awacs-Aufklärer zirkeln unsichtbar hoch über den Wolken, F-16-Jäger sichern die "No-Fly"-Zone. Die Olympischen Spiele sind - verständlicherweise - zum nationalen Sicherheitsfall erklärt worden. Die Begründung liefert das Magazin "Time": "Die Welt schaut zu, und wir haben nur eine Chance, es richtig zu machen."
67.000 Dollar pro Athlet
Doch Sicherheit kostet. Und nicht alle sind damit einverstanden, dass die Steuerzahler dafür gerade stehen sollen. "Echt obszön" findet der republikanische Senator John McCain die Summe, die die US-Regierung für die Spiele ausgibt. Rund 400 Millionen Dollar an Direkthilfe hat der Kongress bewilligt, zusätzlich zu den 1,1 Milliarden an Infrastruktur-Investitionen in der Region. Damit ist Salt Lake City für die US-Bürger teurer als alle bisherigen sieben Olympischen Spiele auf amerikanischem Boden zusammen. Auf sagenhafte 235 Millionen Dollar beläuft sich allein die Rechnung für die Sicherheit - das sind 67.000 Dollar pro Athlet.
Die Sicherheitskosten bei Olympischen Spielen sind in den letzten Jahren explodiert: In Lake Placid 1980 waren es noch 20 Millionen Dollar, Atlanta setzte 1996 den bisherigen Rekord von 101 Millionen Dollar. Trotzdem ging eine Rohrbombe los, ein Toter, hundert Verletzte. Deshalb wurde das Budget für Salt Lake City schon vor dem 11. September auf 185 Millionen Dollar hoch geschraubt, nach dem Terroranschlag kamen weitere 50 Millionen drauf.
Angesichts dieses Trends mehren sich inzwischen die skeptischen Stimmen. "Sollten wir uns in Zukunft wirklich noch um die Spiele bewerben?", zweifelt der Mann, der es am besten wissen müsste: Mitt Romney, Chef des Organisationskomitees von Salt Lake City (SLOC). Das offizielle Budget des Komitees umfasst 1,3 Milliarden Dollar, ein Drittel davon kommt aus dem Fernsehrechteverkauf. Nimmt man die Zuschüsse aus Öffentlicher Hand hinzu, kommt man auf Gesamtkosten von über drei Milliarden Dollar. "Ist das ein gutes Investment? Ich bin unentschieden. Aber ich weiß, dass es der Gemeinschaft kein Geld bringt", sagte Romney der "New York Times".
Natürlich sind die Olympischen Spiele immer noch eine Prestigeveranstaltung, um die Städte sich reißen. Schließlich stärken sie Image und Infrastruktur. Salt Lake City hatte sogar mit Bestechung gearbeitet, um den Zuschlag zu bekommen. Aber lohnt es sich wirklich noch, die Olympischen Spiele zu veranstalten? Die Geschichte bietet unterschiedliche Lektionen.
Quelle: manager-magazin.de / Carsten Volkery, New York
Für den Staat sind die Spiele bei so viel Sicherheitsaufwand fast unbezahlbar geworden. In der Privatwirtschaft stehen die ersten Gewinner dagegen schon fest.
New York - Neulich auf dem Titelblatt des "New Yorker": Ein olympischer Skispringer fliegt gen Tal. Er guckt irritiert zur Seite, denn neben ihm fliegen zwei Soldaten, ebenfalls auf Skiern, die mit Ferngläsern die Gegend absuchen.
Der Zeichner hat den Olympischen Geist 2002 genau getroffen - und er hat noch untertrieben. Auf jeden der 3500 Athleten in Salt Lake City kommen nicht zwei, sondern vier Sicherheitskräfte. Agenten des Secret Service fahren tatsächlich die Hänge mit Snowmobilen ab - wie in einem schlechten James-Bond-Film. Awacs-Aufklärer zirkeln unsichtbar hoch über den Wolken, F-16-Jäger sichern die "No-Fly"-Zone. Die Olympischen Spiele sind - verständlicherweise - zum nationalen Sicherheitsfall erklärt worden. Die Begründung liefert das Magazin "Time": "Die Welt schaut zu, und wir haben nur eine Chance, es richtig zu machen."
67.000 Dollar pro Athlet
Doch Sicherheit kostet. Und nicht alle sind damit einverstanden, dass die Steuerzahler dafür gerade stehen sollen. "Echt obszön" findet der republikanische Senator John McCain die Summe, die die US-Regierung für die Spiele ausgibt. Rund 400 Millionen Dollar an Direkthilfe hat der Kongress bewilligt, zusätzlich zu den 1,1 Milliarden an Infrastruktur-Investitionen in der Region. Damit ist Salt Lake City für die US-Bürger teurer als alle bisherigen sieben Olympischen Spiele auf amerikanischem Boden zusammen. Auf sagenhafte 235 Millionen Dollar beläuft sich allein die Rechnung für die Sicherheit - das sind 67.000 Dollar pro Athlet.
Die Sicherheitskosten bei Olympischen Spielen sind in den letzten Jahren explodiert: In Lake Placid 1980 waren es noch 20 Millionen Dollar, Atlanta setzte 1996 den bisherigen Rekord von 101 Millionen Dollar. Trotzdem ging eine Rohrbombe los, ein Toter, hundert Verletzte. Deshalb wurde das Budget für Salt Lake City schon vor dem 11. September auf 185 Millionen Dollar hoch geschraubt, nach dem Terroranschlag kamen weitere 50 Millionen drauf.
Angesichts dieses Trends mehren sich inzwischen die skeptischen Stimmen. "Sollten wir uns in Zukunft wirklich noch um die Spiele bewerben?", zweifelt der Mann, der es am besten wissen müsste: Mitt Romney, Chef des Organisationskomitees von Salt Lake City (SLOC). Das offizielle Budget des Komitees umfasst 1,3 Milliarden Dollar, ein Drittel davon kommt aus dem Fernsehrechteverkauf. Nimmt man die Zuschüsse aus Öffentlicher Hand hinzu, kommt man auf Gesamtkosten von über drei Milliarden Dollar. "Ist das ein gutes Investment? Ich bin unentschieden. Aber ich weiß, dass es der Gemeinschaft kein Geld bringt", sagte Romney der "New York Times".
Natürlich sind die Olympischen Spiele immer noch eine Prestigeveranstaltung, um die Städte sich reißen. Schließlich stärken sie Image und Infrastruktur. Salt Lake City hatte sogar mit Bestechung gearbeitet, um den Zuschlag zu bekommen. Aber lohnt es sich wirklich noch, die Olympischen Spiele zu veranstalten? Die Geschichte bietet unterschiedliche Lektionen.
Quelle: manager-magazin.de / Carsten Volkery, New York