Finanzen.net
21.12.2004 11:55
Der Goldpreis ist gestern leicht gestiegen. Dagegen war der Kurs der Futures für Öl der Sorten Light Crude (leichtes US-Öl), für Heating Oil und für die führende Nordseesorte Brend Crude im New Yorker Terminhandel (Nymex) leicht rückläufig.
Hintergrund des leichten Ölpreisrückgangs sind Wetterberichte, wonach die Temperaturen im Nordosten der USA in den nächsten Tagen steigen sollen. Solche Meldungen lindern die Versorgungsängste an den Ölmärkten.
Gegenwärtig kommt der Entwicklung der Ölvorräte eine besondere Bedeutung zu. Hintergrund ist die Sorge über Versorgungsengpässe mit Brennstoff. Zwar gilt das Angebot von Rohöl als ausreichend, vor dem anstehenden Winter richtet sich der Fokus jedoch auf die Heizölversorgung in den USA. Für die weitere Preisentwicklung wird zudem das Wetter von besonderer Bedeutung sein. Bei einem milden Winter könnten die Vorräte ausreichen, jedoch gehen die aktuellen Prognosen von einem kalten Winter in den USA aus.
Ein Umfeld für hohe Preise besteht aber weiterhin. Ursache ist auch die anhaltende Terrorangst. Auch die anhaltenden Terroranschläge auf Öleinrichtungen sprechen in der langfristigen Betrachtung für einen fortgesetzten Aufwärtstrend. Der Unsicherheitsaufschlag kann sich nur langsam auflösen, wenn sich die geopolitischen Umstände entspannen.
Auch Längerfristig besteht die Möglichkeit steigender Preise, da der Ölbedarf in den kommenden Jahren rasant wachsen wird. Neue Märkte wie China verursachen eine zusätzliche Verknappung des Ölangebots. China benötigt für sein beeindruckendes Wirtschaftswachstum viel Öl. Zudem wächst im Reich der Mitte der Autoabsatz beträchtlich und dementsprechend auch der Benzinbedarf. Durch seine Verschwendung ist das Reich der Mitte, die mittlerweile sechstgrößte Wirtschaft der Erde, zum zweitgrößten Ölverbraucher aufgestiegen. Zudem rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) damit, dass China im nächsten Jahr mit dem Aufbau einer strategischen Ölreserve beginnen wird.
Der Kurs des Euro stieg von 1,3395 Dollar am letzten Handelstag auf nun 1,3404 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung liegt heute deutlich über ihrem Kurs bei der Einführung der am 04. Januar 1999 von 1,1886 Dollar. Ein schwächerer Dollar macht das in US-Dollar angeschriebene Gold und Öl für Anleger aus anderen Währungsräumen billiger und damit attraktiver. Auch eine rückläufige Minenproduktion und die weiterhin unsicheren Lage im Irak stützen den Goldpreis.
Feinunze Gold: 443,60 Dollar (+0,70 Dollar)
Feinunze Silber: 6,80 Dollar (+0,06 Dollar)
Light Crude: 45,78 Dollar (-0,79 Dollar)
Brend Crude: 42,50 Dollar (-0,25 Dollar)
Heating Oil: 1,40 Dollar (-0,04 Dollar)
Die unterschiedlichen Preise werden durch die Qualität des Öls gerechtfertigt. Je höherwertiger das Öl ist, um so kostengünstiger ist seine Weiterverarbeitung.