
Douglas-Tocher Buch.de erwirbt BOL von Bertelsmann
Düsseldorf ? Die zum Einzelhandels- und Lifestylekonzern Douglas gehörende Buch.de Internetstores AG, Münster, hat von der Direct Group des Medienriesen Bertelsmann den Kundenstamm des Online-Buchhändlers BOL (Bertelmann Online) in Deutschland, Osterreich und in der Schweiz übernommen. Auch die BOL-Marken gehen an buch.de.Während Buch.de mit dem Deal nach Amazon.de zum zweitgrößten Online-Buchhändler im deutschsprachigen Raum avanciert, setzt Bertelsmann, Deutschlands größter Medienkonzerns, seinen Rückzug aus dem Medien-Onlinehandel fort. Er hatte mit dem Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff begonnen, der Verfechter dieses teilweise hoch-defizitären Geschäfts gewesen war. Seither verkauft Bertelsmann auch die BOL-Töchter im Ausland. Vor nicht langer Zeit war BOL noch in 16 Staaten vertreten. Bertelsmann hat auch seinen 50 Prozent-Anteil an der schwedischen BOL dem Partner Bokus verkauft.
Wie die Douglas Holding AG mitteilte, haben sich Bertelsmann und die Douglas-Tochter Thalia Holding darauf geeinigt, dass die Übernahme im Wege einer Sacheinlage realisiert wird. Bertelsmann erhält von 25,1 Prozent an Buch.de aus einer bereits genehmigten Kapitalerhöhung und zusätzlich 800 000 Euro. Douglas bleibt über Thalia mit rund 32 Prozent größter Buch.de-Anteilseigner. Das Bundeskartellamt muss noch zustimmen.
Buch.de, 1998 gegründet, ist der drittgrößte Anbieter am Markt. Erfolgsfaktor ist die strategische Ausrichtung auf die Vernetzung des Online-Handels mit dem stationären Buchhandel über die Thalia-Läden. So können Kunden Bücher online bestellen und im Thalia-Laden abholen oder auch umtauschen. Im Geschäft nicht vorhandene Bücher können online im Laden bestellt werden.
Buch.de hatte 2001 einen Umsatz von zwölf Mio. Euro, und erwartet in diesem Jahr eine Steigerung auf 19 Mio. Euro. 80 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Geschäft mit Büchern, 16 Prozent – Tendenz steigend – aus dem Handel mit anderen Medien. Der Rest geht auf den Versand von Blumen. Die seit 1999 am Markt vertretene BOL setzte im letzten Jahr 40 Mio. Euro um.