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Energiegipfel auf Zielgeraden
06.11.2011 14:46 Uhr
Wiesbaden (dpa/lhe) - Immer wieder haben Regierung, Fraktionen, Industrie und Verbände die Köpfe zusammengesteckt und beraten, wie Hessen nach dem Atom-Ausstieg seine Energieversorgung organisieren muss. Als «Energiegipfel» bemühten sich alle Seiten um einen Kompromiss - am Donnerstag (10. November) will Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nun die Ergebnisse vorlegen. Aber bereits Tage vor der Präsentation wird Kritik laut am vermeintlichen Kompromiss.
Nach Ansicht der Opposition verwässert der nun vorgelegte Entwurf die Ergebnisse der Arbeitsgruppen. Die FDP wirft SPD und Grünen dagegen vor, nicht kompromissbereit zu sein. Und die Regierung mahnt zur Geduld: «Das ist ein Entwurf, und über den wird am Donnerstag noch geredet», sagte Regierungssprecher Michael Bußer der Nachrichtenagentur dpa. Strittig ist zum Beispiel, in welchem Umfang und in welcher Art fossile Energieträger und die Windkraft künftig eine Rolle spielen sollen.
Insgesamt waren vier Arbeitsgruppen eingesetzt worden, die Vorschläge zur Wende erarbeiten sollten. Dabei soll die Windkraft zum entscheidenden Energieträger in Hessen werden, wie aus einem Arbeitspapier unter Vorsitz von Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) und dem Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir hervorgeht. Diese Arbeitsgruppe sollte sich über den künftigen Mix aus erneuerbaren und fossilen Energieträgern Gedanken machen. Geht es nach der Gruppe, sollen Windräder vorrangig auf zwei Prozent der Landesfläche stehen.
Die Arbeitsgruppe will bis 2050 in Hessen den Endenergieverbrauch (Strom und Wärme) möglichst zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien abdecken. Neben der Windenergie wird auch auf Biomasse gesetzt - vor allem auf die energetische Nutzung zum Beispiel von Abfällen aus Haushalten oder von Grünschnitt. Stärkeres Potenzial wird auch in der Photovoltaik und Solarthermie gesehen.