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von Anna Offner | 18.10.2011
Windkraft soll 700 Mio. € an Einsparungen bringen
Der Ausbau von Windkraft bringt bis 2020 kostendämpfende Effekte auf Großhandelspreise.
Wien. Die Konsumenten stöhnen unter der hohen Inflation, deren Haupttreiber Energie ist. Doch genau die kostet den Konsumenten nicht, was sie tatsächlich kosten soll, denn es sollte eigentlich mehr sein. Zu diesem Schluss kommt zumindest das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft. Dieses hat die wahren Kosten verschiedener Energieträger verglichen. Die These: Externe Kosten (Stranded Costs), also Kosten, die bei der Energieerzeugung für die Volkswirtschaft anfallen, werden nicht einberechnet und die wahren Kosten so nie abgebildet. Bei Atomkraft wären dies zum Beispiel die Kosten des Endlagers und der Schadensbekämpfung im Unglücksfall, bei Kohle die CO 2 Belastungen für den Transport der Kohle.
Peak Oil
Zudem stellt die Studie eine Zeitreihe der staatlichen Direktförderungen von 1970 bis 2010 auf. Erneuerbare Energie wurde in Deutschland im gesamten Zeitraum mit rund 2,2 Cent pro Kilowattstunde (c/kWh), Braunkohle mit 1,2 c/kWh, Steinkohle mit 3,2 c/kWh und Atomenergie mit 4,1 c/kWh subventioniert. Für Österreich gebe es diese Berechnungen zwar nicht, so Anselm Görres vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft; weil der österreichische Strom aber ebenso an der Leipziger Strombörse gehandelt wird, seien auch deutsche Förderungen relevant. "Es ist fatal, wenn Preise nicht die Wahrheit sagen", so Görres, der die Kostenwahrheit fordert. Fazit: "Wasserkraft und Windkraft sind schon jetzt die billigsten Stromerzeugungstechnologien", sagt Stefan Moidl von der IG Wind.