Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Dr. Karsten von Blumenthal, stuft die Aktie von Solarworld (ISIN DE0005108401 / WKN 510840 ) von "halten" auf "kaufen" herauf.
SolarWorld habe Q1-Zahlen berichtet. Umsatz und EBIT seien besser als erwartet ausgefallen, da der Winter das Geschäft von SolarWorld weniger als erwartet erschwert habe. Trotz der Reduzierung der Einspeisevergütungen um 9 bis 11% zu Beginn des Jahres in Deutschland habe SolarWorld den Umsatz aufgrund eines höheren Produktionsvolumens und eines verbesserten Produktmixes um 28% gesteigert. Insgesamt seien die Lieferungen um 22% von 114 MW auf 139 MW yoy gestiegen, Lieferungen von Modulen und Sunkits seien um 173% yoy gewachsen, dagegen seien die Waferlieferungen um 32% gesunken. Ca. ein Drittel des EBIT, knapp EUR 8 Mio. würden aus der Einbuchung von Kundenvorauszahlungen für langfristige Waferverträge stammen. In den nächsten Quartalen seien ähnlich hohe EBIT-Beiträge wahrscheinlich.
Das Finanzergebnis von EUR -13 Mio. sei etwas besser als erwartet ausgefallen (SESe: EUR -14.4 Mio.). Eine hohe Steuerzahlung von EUR 6,5 Mio. (Steuersatz 55%) habe ein besseres Nettoergebnis verhindert. Der Steuersatz dürfte deutlich fallen, sobald die US-Produktion profitabel sei, da dann steuerliche Verlustvorträge genutzt würden.
Der Cash Flow aus den operativen Aktivitäten habe sich auf EUR 28,5 Mio. im Vergleich zu EUR -83,7 Mio. in Q1 2009 belaufen. Trotz des höheren Umsatzes sei das Working Capital auf EUR 701,5 Mio. zurückgegangen (Q1 2009: EUR 725,7 Mio.).
Aufgrund von Vorzieheffekten in Deutschland boome der Solarmarkt. Entwickler hätten schon über Lieferengpässe berichtet und würden sogar mehr Module für H2 zu bekommen versuchen. Da SolarWorld ein integrierter Player sei, dürfte das Unternehmen keinen erhebliche Lieferbeschränkungen gegenüberstehen und somit überproportional von der sehr hohen aktuellen Nachfrage profitieren.
Die Visibilität für H2 sei immer noch niedrig, da noch nicht klar sei, wie stark die Reduzierung von Einspeisevergütungen in Deutschland von zwischen -11% und -16% die Nachfrage und Margen belasten würden. Die starke Nachfrage von Frankreich, Italien, den USA und Japan könnte teilweise die erwartet niedrige deutsche Nachfrage kompensieren. Es gebe momentan erste Anzeichen dafür, dass die weltweite Nachfrage weniger als befürchtet leiden könnte. CFO Koecke erwarte Modulpreissenkungen um nur ca. 8%.
Seit der Herunterstufung auf "halten" sei die Aktie um ca. 40% gefallen. Ein aktualisiertes DCF-Modell führe weiterhin zu einem Kursziel von EUR 12 (Upside mehr als 20%).
Die Analysten von SES Research stufen die Aktie von SolarWorld von "halten" auf "kaufen" herauf. (Analysevom 11.05.2010) (11.05.2010/ac/a/t)
Trotz des positiven Analystenkommentars macht es nachdenklich.
Die Ausführungen sind nicht als Empfehlungen zu verstehen.
Jeder handelt für sich und auf eigenes Risiko.
An der Börse gehts zu wie im Dschungel - nur die Beute zählt.