Brüssel, 09. Juli 2015
Europas Solarhersteller begrüßen US-Entscheidung gegen chinesisches Dumping
EU ProSun: Fairer Wettbewerb lässt US-Markt wachsen
Die deutsche und europäische Solarindustrie begrüßt die Entscheidung der US-Regierung, die Maßnahmen
gegen chinesisches Dumping fortzusetzen. Mit seiner gestern veröffentlichten Entscheidung bestätigte das
US-Handelsministerium die seit 2012 geltenden Antidumping- und Antisubventionszölle in Höhe von über
30 Prozent gegen Solarimporte aus der Volksrepublik. Angesichts des weiter massiven Dumpings
chinesischer Unternehmen wurden die Zölle nicht abgesenkt sondern sogar leicht erhöht.
Milan Nitzschke, Präsident der europäischen Herstellerinitiative EU ProSun: Dumping verstößt gegen
grundlegende Regeln des internationalen Handels und zerstört jeden Wettbewerb. Fairer Wettbewerb ist
aber die Grundlage für den nachhaltigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die USA zeigen dabei, wie es
geht. Seit der Einführung der Maßnahmen gegen chinesisches Dumping herrscht wieder Produktvielfalt in
den USA und der US-Markt boomt.
Tatsächlich ist der US-Markt drei Jahre nach Einführung der Antidumpingmaßnahmen der am stärksten
wachsende Solarmarkt der Welt. Im letzten Jahr brachten die USA alle drei Wochen so viele Solaranlagen
ans Netz wie 2008 im ganzen Jahr, so das Weiße Haus in einer gestern veröffentlichten Erklärung. Die USA
haben inzwischen Europa beim Ausbau der Photovoltaik überholt. Das Marktwachstum beträgt 30 Prozent.
Die Obama-Regierung kündigte zudem ein neues Programm an, mit dem Solarenergie im Mietwohnbau,
bezahlbaren Wohnungen und in öffentlichen Gebäuden stärker gefördert werden soll.
Wir erleben in den USA heute ein völlig anderes Klima für Solarenergie als in Europa. Dabei geht es nicht
um große finanzielle Förderung. Die ist in Amerika deutlich geringer als in den meisten Mitgliedsstaaten
der EU. Aber die USA sorgen für fairen Wettbewerb und legen Solar keine Steine in den Weg. Es wäre
schon viel gewonnen, wenn beispielsweise die deutsche Regierung sich endlich wieder klar für den Ausbau
der Photovoltaik einsetzen würde, anstatt sich ständig neue Belastungen für die Nutzer von Solarstrom
auszudenken, so Nitzschke.
Aus Sicht der europäischen Solarhersteller könnten die USA Vorbildcharakter für Deutschland und Europa
haben. Auch in der EU gelten seit 2013 Antidumpingzölle und zudem ein Mindestpreis für chinesische
Importe. Unternehmen wie Wacker Chemie, die ihr Geschäft maßgeblich in China machen, oder der
Energieversorger EnBW hatten zuletzt für ein Auslaufen der Antidumpingmaßnahmen plädiert. Aus Sicht
der Solarindustrie ein absurder Vorstoß. Nitzschke: Die Forderung, Dumping zuzulassen ist, als ob der
Freundeskreis Lance Armstrong fordert, die Dopingkontrollen bei der Tour der France abzuschaffen. Man
kann keinen Wettbewerb auf illegalen Einfuhrpraktiken aufbauen. Im Gegenteil, das Beispiel USA zeigt,
dass effektive Antidumpingmaßnahmen, fairer Wettbewerb und eine klare politische Linie zum
erfolgreichen Ausbau der Solarenergie führen.
EU ProSun existiert seit 2012 und vertritt die in Europa produzierende Solarindustrie. Die Initiative wird
von 30 herstellenden Unternehmen unterstützt, an die über tausend Installationsbetriebe angeschlossen
sind.
Link zur Veröffentlichung des Weißen Hauses zur weiteren Förderung der Solarenergie in den USA:
www.whitehouse.gov/blog/2015/07/07/...ar-access-all-americans
Weitere Informationen
(Quelle: www.prosun.org)