Index stieg von 13,9 Punkten im Vormonat auf 19,5 an
Neuwahl-Hoffnung weckt Konjunkturfantasie
Die Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung sind im Juni in Deutschland deutlich gestiegen. Einer ZEW-Umfrage zufolge schätzen Finanzmärkte die Aussichten auch wegen der geplanten Neuwahlen zuversichtlicher ein.
HB BERLIN. Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen der rund 300 befragten Analysten und institutionellen Anleger stieg im Juni auf 19,5 von 13,9 Punkten im Monat zuvor, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. „Der Grund für die deutlich gestiegenen Konjunkturerwartungen dürfte neben dem deutlich gesunkenen Euro-Wechselkurs die Hoffnung sein, dass nach den Neuwahlen im Herbst die notwendigen Reformen tatkräftig umgesetzt werden“, erklärte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Das Barometer liegt aber weiter klar unter seinem langfristigen Durchschnitt von 34,1 Zählern. Franz: "Die Perspektiven beginnen sich aufzuhellen. Das Land braucht stabile Mehrheiten, um die überfälligen, wenn auch unpopulären Reformen weiter voranzubringen. Einen weiteren Verzug können wir uns nicht leisten“.
Analysten warnten aber vor Euphorie. Mit dem wieder auf Rekordniveau stehenden Ölpreis komme eine neue Belastung auf die Konjunktur zu.
Die aktuelle Lage beurteilten die Experten etwas ungünstiger als bislang, der entsprechende Indikator fiel auf minus 70,0 von minus 69,3 Punkten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg des Erwartungsindex auf 17,5 Punkte gerechnet. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone stieg um 1,9 Punkte auf 16,7 Stellen.
Stärker verändert haben sich gegenüber Mai die Erwartungen der Experten für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). So erwarten mittlerweile wieder 8,3% der Befragten auf Sicht von sechs Monaten eine Zinssenkung durch die Notenbank, im Mai waren dies lediglich 3,7% gewesen. Der Prozentsatz der Experten, die eine Zinsanhebung erwarten, verringerte sich auf 10,5% von zuvor 17,8%. Bereits im Mai war dieser Anteil deutlich gefallen. Mit 81,2% (Mai: 78,5%) geht eine große Mehrheit aber weiterhin von unveränderten EZB-Leitzinsen über 2,00% aus. Für die USA rechnen hingegen 78,5% (85,8%) mit weiteren Zinsanhebungen durch die Federal Reserve.
Darüber hinaus herrscht unveränderter Optimismus für die Entwicklung an den europäischen Aktienmärkten. So rechnen laut ZEW 63,1% (54,8%) mittelfristig mit einem weiteren Zuwachs des Stoxx-50-Index für den Euroraum. 67,6% (52,4%) der Befragten rechnen zudem mit weiteren Indexgewinnen beim Dax, 57,3% (44,8%) erwarten dies für den TecDax. Uneins sind sich die Experten über die weitere Entwicklung des Euro. Während 33,8% (32,5%) mittelfristig eine Dollar-Aufwertung voraussagen, erwarten 29,5% (34,1%) unveränderte Kurse und 36,7% (33,4%) eine Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro.
Quelle: HANDELSBLATT, Dienstag, 21. Juni 2005, 11:20 Uhr
...be invested
Der Einsame Samariter
Neuwahl-Hoffnung weckt Konjunkturfantasie
Die Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung sind im Juni in Deutschland deutlich gestiegen. Einer ZEW-Umfrage zufolge schätzen Finanzmärkte die Aussichten auch wegen der geplanten Neuwahlen zuversichtlicher ein.
HB BERLIN. Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen der rund 300 befragten Analysten und institutionellen Anleger stieg im Juni auf 19,5 von 13,9 Punkten im Monat zuvor, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. „Der Grund für die deutlich gestiegenen Konjunkturerwartungen dürfte neben dem deutlich gesunkenen Euro-Wechselkurs die Hoffnung sein, dass nach den Neuwahlen im Herbst die notwendigen Reformen tatkräftig umgesetzt werden“, erklärte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Das Barometer liegt aber weiter klar unter seinem langfristigen Durchschnitt von 34,1 Zählern. Franz: "Die Perspektiven beginnen sich aufzuhellen. Das Land braucht stabile Mehrheiten, um die überfälligen, wenn auch unpopulären Reformen weiter voranzubringen. Einen weiteren Verzug können wir uns nicht leisten“.
Analysten warnten aber vor Euphorie. Mit dem wieder auf Rekordniveau stehenden Ölpreis komme eine neue Belastung auf die Konjunktur zu.
Die aktuelle Lage beurteilten die Experten etwas ungünstiger als bislang, der entsprechende Indikator fiel auf minus 70,0 von minus 69,3 Punkten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg des Erwartungsindex auf 17,5 Punkte gerechnet. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone stieg um 1,9 Punkte auf 16,7 Stellen.
Stärker verändert haben sich gegenüber Mai die Erwartungen der Experten für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). So erwarten mittlerweile wieder 8,3% der Befragten auf Sicht von sechs Monaten eine Zinssenkung durch die Notenbank, im Mai waren dies lediglich 3,7% gewesen. Der Prozentsatz der Experten, die eine Zinsanhebung erwarten, verringerte sich auf 10,5% von zuvor 17,8%. Bereits im Mai war dieser Anteil deutlich gefallen. Mit 81,2% (Mai: 78,5%) geht eine große Mehrheit aber weiterhin von unveränderten EZB-Leitzinsen über 2,00% aus. Für die USA rechnen hingegen 78,5% (85,8%) mit weiteren Zinsanhebungen durch die Federal Reserve.
Darüber hinaus herrscht unveränderter Optimismus für die Entwicklung an den europäischen Aktienmärkten. So rechnen laut ZEW 63,1% (54,8%) mittelfristig mit einem weiteren Zuwachs des Stoxx-50-Index für den Euroraum. 67,6% (52,4%) der Befragten rechnen zudem mit weiteren Indexgewinnen beim Dax, 57,3% (44,8%) erwarten dies für den TecDax. Uneins sind sich die Experten über die weitere Entwicklung des Euro. Während 33,8% (32,5%) mittelfristig eine Dollar-Aufwertung voraussagen, erwarten 29,5% (34,1%) unveränderte Kurse und 36,7% (33,4%) eine Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro.
Quelle: HANDELSBLATT, Dienstag, 21. Juni 2005, 11:20 Uhr
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