dpa-AFX-Nachricht
Dienstag, 16.04.2002, 18:21
Presse: 'Zweifelhafte Vorgänge' um ComROAD-Vorstand Schwamm und Chef Schnabel
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Schlagzeilen um den in einen Bilanzskandal verwickelten Telematik-Anbieter ComROAD nehmen kein Ende. Einem Bericht der "Börse Online" zufolge sollen der ComROAD-Vorstand Hartmut Schwamm und Ex-Unternehmenschef Bodo Schnabel in mehrere dubiose Vorgänge bei verschiedenen Firmen verwickelt sein. Das meldet das Anlegermagazin unter Berufung auf Insider.
So sei Schnabel bis zur Konkurseröffnung 1997 Geschäftsführer der Solid Computer gewesen, Schwamm habe dort als Serviceleiter gearbeitet. Mitte 1996 seien angeblich fast alle Geräte von Solid "über Nacht" an ComROAD übertragen worden, denn diese hätten nun neue Inventar-Aufkleber erhalten.
Nach der Umbenennung von Solid in RST hätten die Kunden Rechnungen wie gewohnt erhalten - allerdings von einer Information Storage GmbH mit einem Briefkopf von "Solid Service". Geschäftsführer der Gesellschaft seien Schwamm und Ingrid Schnabel, die Ehefrau des mittlerweile inhaftierten ehemaligen ComROAD-Chefs, gewesen. Schwamm habe Insidern zufolge von den Vorgehen gewusst, das Solid-Gläubigern den Zugriff auf diese Einnahmen verwehrte.
Solid Computer, die 1998 auf ComROAD verschmolzen worden sei, habe außerdem mit Unix-Computern und -speichern gehandelt und nicht mit Bordcomputern. Ein Teil der Umsätze sei allerdings im ComROAD-Verkaufsprospekt unter der Rubrik "Fahrzeug-Endgeräte" ausgewiesen worden./aka/ar