Gern möchte die Frage der Wasserstoffgewinnung durch Sonnenergie in Marokko noch ein wenig aus meiner Sicht erläutern. Damit dieser Pfad am Ende erfolgreich sein kann, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden können:
- günstige Entfernung vom Ort der H2-Gewinnung zum Ort des Verbrauchs oder der
Weiterverwendung:
Marokko liegt versorgungsstrategisch zwar nicht "gleich um die Ecke", aber immerhin am
nordwestlichsten Zipfel Afrikas und damit nahe Spanien. von dort müsste über Rohrleitungen (wenn
nicht der durch Sonnenkraft gewonnene Strom weitergeleitet werden soll und kann) die
Weiterleitung von H2 erfolgen. Wenn Gazprom Rohre über weit größere Distanzen verlegen kann, so
wird wohl auch die Straße von Gibraltar überwindbar sein (Wassertiefe ? Und: Warum nicht ev
Rohrleitungen an Schwimmkörpern aufhängen, die auf der See schwimmen ? Hier müsste natürlich
der Weg technisch machbar sein, kostengünstig sein, darf nicht empfindlich bei Seegang sein, die
Schifffahrt dürfte nicht wesentlich beeinträchtigt werden, Sicherheit auch gegen Störungen von
außen/Terrorismus ).
Im übrigen: H2 kann in bestehenden Erdgasnetzen m.W. bis zu 10 oder 20% beigemengt werden,
ohne die Nutzbarkeit zu Heizzwecken zu beeinträchtigen (stimmt das ? Hier habe ich nur auf meine
Erinnerung zurück gegriffen). Ferner besteht ein europäisches Erdgasnetz, so dass es ab Spanien
wieder "easy going" wäre.
Und will man H2 nicht der Zumengung zu Erdgas verwenden, so lässt sich auch wieder beides
am Ende des Transportweges oder zwischendurch trennen.
Am Ende wird's eine Frage der Kosten- Nutzen-Relation sein und vielleicht ist auch der H2 - Bedarf in
Europa so hoch, dass sich eine "Extra -Nur- H2-Leitung" lohnt. Aus einem der nachfolgenden Links ist
auch zu ersehen, welche Gasnetze in Europa bereits bestehen. So führt ein anderer vorhandener
Weg über Tunesien und Sizilien auf's europäische Festland. Auch andere nordafrikanische Länder
mit unmittelbarem oder mittelbarem Mittelmeerzugang verfügen über sonnenreiche Wüstengebiete,
wohl auch größere als die von Marokko, so dass sich hier hoffentlich eine "gesunde"
Konkurrenzsituation entwickeln könnte.
- auch politische Stabilität (mit wirtschaftlicher Prosperität) ist erforderlich. Bei mehreren
Lieferländern ist die Lieferabhängigkeit geringer.