Sechzig Millionen Fliegen, Entschuldigung: Napster-Nutzer können nicht irren, dachte sich Bertelsmann-Boss Middelhoff einen schönen Sommer lang. Wenn man sie nur dazu bekommen könnte, etwas für die Musik aus dem Netz zu zahlen. Und er wiederholte damit den Fehler so vieler E-Strategen: Er hatte sich die Sache zu einfach vorgestellt.
Ossi Urchs
Dachte man vor Jahren noch, ein Shop nebst Zahlungssystem und ein paar Bannern, sei ausreichend für erfolgreiches E-Commerce, musste man lernen, dass Geschäfte im Web keineswegs leichter zu machen sind als im richtigen Leben. Und das gilt für Business-To-Business wie für Business-To-Consumer. Und auch für eine erfolgversprechende Content-Strategie braucht man mehr als eine reichweitenstarke Plattform, ein Preisschild und einen „Buy“-Button auf den Webseiten.
Nein, nicht mangelnde Zahlungsbereitschaft der Nutzer ist das Problem. Etwa die Hälfte der 29 Millionen Onliner in Deutschland wäre bereit für entsprechende Angebote im Web bis zu DM 50,- pro Monat auszugeben. Allein die Angebote fehlen. Und dafür gibt es Gründe.
Denn bisher haben die Content-Provider nicht einmal das Grundproblem eines ebenso wirksamen wie durchsetzungsfähigen Digital Rights Management gelöst. Was bei Streaming Formaten noch einigermaßen funktioniert, versagt beim Download und mehrmaliger Nutzung von Audio- und Video-Inhalten völlig. Kein Verschlüsselungs- bzw. Kopierschutzverfahren hielt der geballten Kreativität einer weltweiten Hackergemeinde länger als ein paar Tage oder Wochen stand. Aber das eigentliche Problem liegt tiefer: Hier ist Umdenken angesagt. Von einer technischen zu einer wirtschaftlichen Sicht des Sachverhalts. Mit anderen Worten: das beste Digital Rights Mangement ist ein funktionierendes, weil für alle Beteiligten akzeptables Geschäftsmodell.
Und daran hapert es am meisten. So mutet beispielsweise ein Napster übergestülptes Abonements-Modell nach dem Vorbild seliger Buch- und Schallplatten-Clubs Gütersloher Prägung in einem Peer-To-Peer-Netz geradezu vorsintflutlich an. Sehr viel interaktiver und den „Netzwerk-Effekt“ nutzend, wirkt dagegen eine Überlegung, die aktiven Verteiler der Inhalte in einem solchen Netz als Multiplikatoren und Promoter zu verstehen und zu provisionieren, während die Bezieher der Inhalte für die Nutzung eine bestimmte Lizenzgebühr entrichten.
Spätestens hier schliesst sich die nächste Frage an: Wem überweise ich mein Geld – und wie? Ist die Zahl der Kreditkarteninhaber in Deutschland doch weitaus kleiner als die der Internet-Nutzer. Und eigentlich möchte ich auch gar keine langwierigen Registrierungs- und Autentfifizierungsprozesse durchlaufen, nur um ein paar € für welche Inhalte auch immer zu überweisen. Ich möchte aber auch nicht die Katze im Sack bzw. die Musik im Abo kaufen. Also bleibt nur der Weg der Kooperation zwischen Inhalte-Anbietern, Portal-Betreibern und Telcos. Letztere können mir die Content- gern mit der Telefonrechnung zusenden. Das ist bequem, transparent und einfach zu handhaben.
Denn nur wenn der Mehrwert bezahlter Contents für den Kunden eindeutig erkennbar und einfach zu erreichen ist, wird diese Strategie im Internet erfolgreich sein. Denn das zeigt sich an dieser Stelle wie bei vielen anderen Geschäftsmodellen: Im Internet ist der Kunde wieder König. Nur wer ihn entsprechend behandelt, kann mit ihm ins Geschäft kommen.
(Quelle: sharper.de)
So long,
Calexa
Ossi Urchs
Dachte man vor Jahren noch, ein Shop nebst Zahlungssystem und ein paar Bannern, sei ausreichend für erfolgreiches E-Commerce, musste man lernen, dass Geschäfte im Web keineswegs leichter zu machen sind als im richtigen Leben. Und das gilt für Business-To-Business wie für Business-To-Consumer. Und auch für eine erfolgversprechende Content-Strategie braucht man mehr als eine reichweitenstarke Plattform, ein Preisschild und einen „Buy“-Button auf den Webseiten.
Nein, nicht mangelnde Zahlungsbereitschaft der Nutzer ist das Problem. Etwa die Hälfte der 29 Millionen Onliner in Deutschland wäre bereit für entsprechende Angebote im Web bis zu DM 50,- pro Monat auszugeben. Allein die Angebote fehlen. Und dafür gibt es Gründe.
Denn bisher haben die Content-Provider nicht einmal das Grundproblem eines ebenso wirksamen wie durchsetzungsfähigen Digital Rights Management gelöst. Was bei Streaming Formaten noch einigermaßen funktioniert, versagt beim Download und mehrmaliger Nutzung von Audio- und Video-Inhalten völlig. Kein Verschlüsselungs- bzw. Kopierschutzverfahren hielt der geballten Kreativität einer weltweiten Hackergemeinde länger als ein paar Tage oder Wochen stand. Aber das eigentliche Problem liegt tiefer: Hier ist Umdenken angesagt. Von einer technischen zu einer wirtschaftlichen Sicht des Sachverhalts. Mit anderen Worten: das beste Digital Rights Mangement ist ein funktionierendes, weil für alle Beteiligten akzeptables Geschäftsmodell.
Und daran hapert es am meisten. So mutet beispielsweise ein Napster übergestülptes Abonements-Modell nach dem Vorbild seliger Buch- und Schallplatten-Clubs Gütersloher Prägung in einem Peer-To-Peer-Netz geradezu vorsintflutlich an. Sehr viel interaktiver und den „Netzwerk-Effekt“ nutzend, wirkt dagegen eine Überlegung, die aktiven Verteiler der Inhalte in einem solchen Netz als Multiplikatoren und Promoter zu verstehen und zu provisionieren, während die Bezieher der Inhalte für die Nutzung eine bestimmte Lizenzgebühr entrichten.
Spätestens hier schliesst sich die nächste Frage an: Wem überweise ich mein Geld – und wie? Ist die Zahl der Kreditkarteninhaber in Deutschland doch weitaus kleiner als die der Internet-Nutzer. Und eigentlich möchte ich auch gar keine langwierigen Registrierungs- und Autentfifizierungsprozesse durchlaufen, nur um ein paar € für welche Inhalte auch immer zu überweisen. Ich möchte aber auch nicht die Katze im Sack bzw. die Musik im Abo kaufen. Also bleibt nur der Weg der Kooperation zwischen Inhalte-Anbietern, Portal-Betreibern und Telcos. Letztere können mir die Content- gern mit der Telefonrechnung zusenden. Das ist bequem, transparent und einfach zu handhaben.
Denn nur wenn der Mehrwert bezahlter Contents für den Kunden eindeutig erkennbar und einfach zu erreichen ist, wird diese Strategie im Internet erfolgreich sein. Denn das zeigt sich an dieser Stelle wie bei vielen anderen Geschäftsmodellen: Im Internet ist der Kunde wieder König. Nur wer ihn entsprechend behandelt, kann mit ihm ins Geschäft kommen.
(Quelle: sharper.de)
So long,
Calexa