wenn Katjuscha und Raymond disputieren :-)
Um mal etwas zur Zahlenakrobatik beizutragen.
Die zitierte Seite 4-traders.com errechnet für 2017 / 2018e einen EV von 162 Mio. Euro für M1 Kliniken, was also so berechnet wurde, wie Katjuscha es tut. Die höhere Zahl kommt nur zustande, wenn man die Aktienzahl erhöht und den Cash nicht berücksichtigt, wie Raymond es tut, und seine Formel hat er ja angegeben. Er ist da immer vorbildlich. Ich stimme aber Katjuschas Argumenten zu, dass es eine sehr negative (falsch will ich nicht sagen, dass wird erst die Zukunft zeigen!) Sichtweise ist, so zu verfahren.
Beim Multiple EV/EBITDA errechnet dieselbe Seite übrigens für 2017 / 2018e die Werte 24 und 19. Damit ist man näher an den Resultaten, die Raymond berichtet. Nix mit 16 für 2018, aber vielleicht fehlt da auch einfach der Wachstumsschuuuub. :-)
Um die Verwirrung komplett zu machen:
Ich benutze dieses Multiple auch zur Einschätzung, ob eine Aktie teuer oder billig ist, aber bei bestimmten Branchen macht es keinen Sinn, die absolute Höhe zu nutzen. Will sagen: was bei einem Klinikbetreiber ein niedriges EV/EBITDA ist, kann für einen Auto-Zulieferer hoch sein, für eine Software-Bude aber wieder nicht. Statt als auf den "absoluten" Value zu achten, ist es immer hilfreich, den "relativen" Value durch einen Vergleich mit Aktien der gleichen Branche (so nah wie möglich) vorzunehmen.
Im Beispiel könnte man ja mal Mediclin, Rhön Klinikum etc. nachschauen. Die machen zwar nicht auf Schönheit, aber mit Patienten verdienen die schon ihr Geld! Mediclin hat für 2018 auf dem selben Portal abgeguckt ein EV/EBITDA von knapp 7. Rhön-Klinikum von 14. Also ist die Bewertung von M1 schon sportlich und jeder kann für sich selbst entscheiden, ob das erwartete "Wachstum" ihm das wert ist.
Soweit zur Aufarbeitung des Disputs. Im übrigen finde ich die Haemato sowieso viel interessanter, die liegen bei ~10. Aber andere Branche, do your own homework :-)
Covacoro