AUSBLICK: Kinowelt mit Halbjahresbilanz - Schwere Verluste beim EBIT erwartet
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Filmrechtehändler Kinowelt Medien AG wird am heutigen Freitag für das erste Halbjahr voraussichtlich einen hohen Verlust ausweisen. Die von der Wirtschaftsnachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten erwarten einen Halbjahresverlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) zwischen 28 Mio. Euro und 44 Mio. Euro. Damit liegen die Schätzungen fern ab von dem Vorjahresergebnis. Im ersten Halbjahr 2000 hatte Kinowelt noch ein EBIT 50,6 Mio. DM ausgewiesen.
Beim Umsatz prognostizieren die Experten für das erste Halbjahr 2001 zwischen 133 Mio. und 138,5 Mio. Euro. Dieser hatte in 2000 zum Halbjahr 247,3 Mio. DM betragen. "Kinowelt wird sicher Verlust machen", sagte Pascal Spano, Analyst bei der Deutschen Bank, "Die Höhe des Verlustes hängt jedoch von den Abschreibungen auf das Beteiligungsportfolio ab."
BRAMEIER-KONKURS DÜRFTE ZWEISTELLIGEN MILLIONENBETRAG AUSMACHEN - ANALYST
Merk Finck & Co. rechnet ebenfalls mit einem deutlich negativen Ergebnis. Beim Umsatz sei zu bemerken, dass der Vertrag mit dem ZDF über den Paketverkauf von TV-Rechten abgeschlossen sei. Dies werde sich jedoch erst in den Bilanzen des dritten oder vierten Quartals widerspiegeln. Analyst Alexander Kachler hat sein Augemerk auf die Restrukturierungsmaßnahmen im Unternehmen gerichtet. "Die Effekte des Aufräumens werden sich verstärkt im zweiten Quartal auswirken", sagte er.
Oliver Fischer, Analyst bei der SEB, rechnet mit einem deutlichen Verlust vor Zinsen und Steuern von 35 Mio. Euro. Den Umsatz schätzt Fischer auf 138,5 Mio. Euro. Das Unternehmen hätte mit Sonderbelastungen aus der Restrukturierung zu kämpfen gehabt. "Eine Belastung, die einen zweistelligen Millionenbetrag ausmachen dürfte, ist der Konkurs des Tochterunternehmens Brameier", sagte Fischer.
MARKTANTEIL AUF 4,2% ZURÜCKGEGANGEN - ANALYST
Peter Thilo Hasler, Analyst bei der HypoVereinbank, sagte: "Vielleicht birgt die Veröffentlichung der Abschreibungen am Freitag noch negative Überraschungen ." Der Experte schätzt den Verlust vor Steuern und Zinsen genauso wie das Nettoergebnis auf 44 Mio. Euro. Den Umsatz sieht Hasler bei 133 Mio. Euro. Der Marktanteil des Unternehmens bei Kinofilmen sei auf 4,2 Prozent zurückgegangen. Die HypoVereinsbank bestätigte ihre Einstufung der Aktie bei "Sell".
Auch die Investmentbank Merrill Lynch gibt für die Kinowelt-Aktie weiterhin eine "Verkaufs"-Empfehlung heraus. Analyst Bernard Tobeileh schätzt das EBIT-Ergebnis auf minus 28 Mio. Euro. "Wobei die Berechnung vielleicht ein Tick zu positiv angesetzt ist, da Abschreibungen noch unbeachtet sein könnten." Die Umsatz-Prognose des Experten liegt bei 135,5 Mio. Euro. "Wir glauben, dass Kinowelt kein Übernahmekandidat mehr ist", sagte Tobeileh./ml/hi/ar
31.08. - 07:15 Uhr