Der Iran-Konflikt und ein sinkender Euro sorgen für Rekordpreise an den Tankstellen. Der Biokraftstoff-Hersteller dürfte davon profitieren - und nach einem schwächeren Jahr 2011 wieder gut verdienen.
WKN
A0JL9WBörsenwert
179,55 Mio €
KGV 12e
11,4
Aktueller Kurs
3,15 €
Kurs Erscheinungstag
3,22 €
Ziel
4,40 €
Stopp
2,75 €
Veränd. z. Vortag
-4,00 %
2011 sollte ein großes Jahr für Verbio werden. Die Einführung des Biokraftstoffs E10 versprach stark steigende Absätze. Doch es kam anders. Die Verbraucher waren so verunsichert, dass insgesamt nur jedes zehnte Fahrzeug mit E10 betankt wurde. Und das, obwohl 90 Prozent aller Fahrzeuge aus technischer Sicht dafür geeignet sind. Die Folge: Der Biokrafstoffthersteller blieb auf seinem Benzin sitzen. So sank das Bioethanolvolumen 2011 gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent, obwohl 2010 nur E5 verkauft wurde.
Verbio gehört zu den Top 6-Herstellern von Bioethanol in Europa und bei Biodiesel sogar zu dem Top 4. Der Konzern vertreibt seine Kraftstoffe an europäische Mineralölkonzerne, Mineralölhandelsgesellschaften, freie Tankstellen und Speditionen. Seit 2010 produziert das Unternehmen auch Biogas, das aus Resten der Bioethanolproduktion gewonnen wird. Die Nachfrage nach Biogas stieg zuletzt enorm an. Zu den Kunden zählen unter anderem die Stadtwerke von München, Augsburg und Braunschweig.
Nach Schätzungen von Warburg Research legte der Umsatz im abgelaufenen Jahr um gut 25 Prozent auf 651 Mio. Euro zu, doch unterm Strich stand nur eine rote Null zu Buche. 2012 dürfte deutlich besser laufen. Warburg-Analyst Stephan Wulf rechnet mit rund 18 Mio. Euro Gewinn. Die steigenden Rohölpreise könnten zu einer Wiederentdeckung des E10 führen. Auch das Biogasgeschäft entwickelt sich vielversprechend. Für den Verbio-Vorstandsvorsitzenden Claus Sauer besteht kein Zweifel, dass sich E10 durchsetzen wird. Er hält es sogar für möglich, dass es, wie in Brasilien, irgendwann E20 oder E25 an den deutschen Tankstellen geben könnte.
Die Aktie befindet sich seit Herbst vergangenen Jahren im Aufwärtstrend. Ende Februar kletterte die Notierung bis über 3,50 Euro und korrigiert seitdem. Momentan bewegt sich der Kurs bei 3,22 Euro. Bis zum von Warburg ausgegebenen Kursziel von 6,60 Euro ist also noch viel Luft nach oben. Der nächste Widerstand auf dem Weg nach oben liegt bei 3,60 Euro. BÖRSE ONLINE siedelt das Kursziel bei 4,40 Euro an.
"Lebbe geht weiter"